Beiträge von Lena Ackermann

Lena Ackermann teilt sich ihren Geburtstag mit Michael Jackson und hoffte jahrelang auf eine Einladung nach Neverland. Sie hat in Köln Geschichte studiert, in Hamburg bei einer Filmproduktionsfirma gearbeitet und in Berlin ein Volontariat beim Rolling Stone gemacht. Sie schreibt für Erwachsene und Kinder. Mittlerweile hat sie Graceland besucht – auf die Einladung nach Neverland wartet sie weiterhin.

Ich setz auf Ruin! – Warum das österreichische Programm so grauselig gut ist

Das Schöne am österreichischen Humor ist, dass es in Österreich eigentlich gar nichts zu Lachen gibt. Das haben sie gemeinsam mit uns Deutschen. Aber anstatt so zu tun, als ginge es allen gut, ergeben sich die Österreicher in Galgenhumor, in anrührendes Lamentieren oder – wenn es ganz schlimm kommt – ins Jammern. Zerknittert sitzt der Österreicher dann am Tresen, die halb gerauchte Kippe hängt im Mundwinkel, immer noch besoffen vom Fusel der letzten Nacht stimmt er leise das Krüppellied von 1930 an – ein Stück, das in der Kürze so perfekt umschreibt, worum es beim Österreichischen Humor eigentlich geht: Wenn ich ‘mal trüber Laune bin, dann geh’ ich zu den Blinden, und lache mir den Buckel voll, wenn sie die Tür nicht finden. Krüppel ha’m so was rührendes. Krüppel ha’m was verführendes. Wenn ich so einen Krüppel seh’ wird mir ums gold’ne Wiener Herz so warm und weh, hallo!”… Starrsinn, Ignoranz, Augenzwinkern und ein klarer Kurs auf Ruin, das macht es aus, jenes „goldene Wiener Herz“ (das in einigen Österreichern schlägt –Wiener müssen es nicht zwingend sein). Weiterlesen

12. März 2014 von Lena Ackermann
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Nackte Träume von der guten alten Zeit

Don Draper marschiert in einem schwarzen Anzug über den makellosen Boden des Hotelflurs, Tony Soprano beehrt ein schmuddeliges Wettbüro, und Dexter Morgan sitzt unter einem Sonnenschirm am Pool und nippt an einem Tom Collins. Ach nein, der Mann im schwarzen Anzug heißt nicht Draper, sondern Evans, der Besitzer des Wettbüros kann Tony Sopranos Wetten nicht entgegengenommen haben (wir befinden uns im Jahr 1958/59), und auch Dexter wird erst Jahrzehnte später seine Leichen hier versenken.

Der Verwirrung kann man sich nicht entziehen, denn in Flair, Story und Charakteren von Magic City spiegeln sich sowohl Mad Men, The Sopranos und auch ein wenig Dexter. Weiterlesen

15. Januar 2014 von Lena Ackermann
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Ein Rentierpulli für Frank Sinatra

Der Kern dieser Serie ist schnell erzählt: Frank Sinatra emigriert nach Norwegen und schmiert sich seinen Weg durch Behördendschungel, Polizei und raubeinige Anlegerhaie. Die Hauptfigur der Serie Lilyhammer heißt Frank „The Fixer“ Tagliano und hat in Besetzung Steven Van Zandts mit Frank Sinatra rein optisch keinerlei Ähnlichkeit, aber das Charisma des legendären Charmeurs, das liegt in Taglianos Zügen.
Man freut sich, dass Van Zandt seine Mafiavergangenheit aus den Sopranos (samt gut toupierter Perücke und hochgezogenen Schultern) noch einmal aufleben lässt. Seit dem 13. November 2013 wiederholen TNT Serie die Ausstrahlung der ersten Staffel der norwegisch-amerikanischen Mafiaserie Lilyhammer jeden Mittwoch um 21 Uhr.
Und am 13. Dezember 2013 startet die zweite Staffel erneut auf dem Streamingsender Netflix in den USA. Zur ProgrammInfo mit Hintergrundinformationen zur Serie Lilyhammer im FSF-Blog geht es hier. Weiterlesen

14. November 2013 von Lena Ackermann
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Blutbeschmierte Cops, ein patenter Serienkiller und menschelnde Leberwurst: Hannibal in Serie

Mads Mikkelsen alias Dr. Lecter trägt feinsten Zwirn und schürzt gern die Lippen, weswegen man ihn in der englischen Originalversion nur schlecht verstehen kann. Sanft lächelt er für die Polizeieinheit, ungerührt verhilft er Tatverdächtigen zur Flucht. Mikkelsen spielt kompromisslos und hat, wenn es darauf ankommt, gnadenlos erfrorene Augen – das macht ihn zu einem passablen Dr. Lecter.
Seit dem 10. Oktober zeigt Sat.1 jeweils donnerstags um 22:15 Uhr die Serie Hannibal und zur ProgrammInfo der Serie im FSF-Blog geht es hier.
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11. Oktober 2013 von Lena Ackermann
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Bored to Death – komisch, kautzig – Knaller!

Als ich ernsthaft überlegte, nebenberuflich ein Detektivbüro zu führen, war ich neun. Damals lag ich meist im Bett und las Die drei ???.
Anlass zu dieser Wehmut gibt das Ende der Serie Bored to Death (2009-2011), die Wiederentdeckung der drei ??? – angepasst an die Bedürfnisse einer Zielgruppe über 18 Jahren. Den kalifornischen Schrottplatz tauscht Erfinder Jonathan Ames mit Brooklyn, die Telefonlawine mit „Craigslist“ und Alfred Hitchcock mit Raymond Chandler. Ansonsten ähneln sich die Ideen, geht es doch schließlich um das zentrale Thema Freundschaft – gewürzt mit guter Musik, kalorienarmen Weißwein und einen exzellent bestückten Comichelden. Mehr oder minder undurchsichtige Fälle lösen sich nebenbei.
Ab dem 23.10.2013 zeigt Sky die Wiederholung der ersten Staffel – jeweils zwei Folgen werden ab ab 22.00 Uhr gezeigt. Weiterlesen

18. September 2013 von Lena Ackermann
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Vom staubigen Weg ins gelobte Land

Die Hitze flimmert über dem Grenzstreifen und in ihr zerschmilzt die Sehnsucht nach einem besseren Leben wie ein weggeworfenes Erdnusseis. Zwischen eine seufzende Gitarre schiebt sich trockene Erde, Stacheldraht, die blinkenden Fassaden eines Rotlichtstrips, Holzkreuze. Die Melodie begleitet einen Gringo mit breitkrempigem Cowboyhut, dem ein Latino die Schuhe poliert. Im tiefschwarzen Grenzgebiet Mexikos, hinter der „Bridge of the Americas“, verglimmen die Rückleuchten der Buicks auf ihrem Weg ins gelobte Land.

Soviel zum Intro von The Bridge – America – zwischen der und ihrer Vorlage Bro(e)n (dt: Die Brücke – Transit in den Tod, 2011) tausende Kilometer, einige Kilo Pathos und viele Grad Celsius liegen. Weiterlesen

12. August 2013 von Lena Ackermann
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Wenig Luxus und viel Trash in Afrika: Wild Girls

Im Sommerloch sendet RTL, jeden Mittwoch um 20:15 Uhr, aus dem afrikanischen Busch, und schnell bekommt man Mitleid mit den Stammesbewohnern Namibias, deren Dorf als Schauplatz der Sendung Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika herhalten muss. Es ist das „Who-is-Who“ aus Deutsch-Österreichischer Castingshow und Z-Prominenz, das die Namibianer ertragen müssen: allesamt erprobte Reality-Stars wie Sarah Knappik und Fiona Erdmann, dazu Moderator Andreas Jahncke. Tränen, Geschrei und Gezeter sind bei den Trash-Damen an der Tagesordnung und –Gruppendynamik sei Dank – auch mit dem gerne beschworenen „Respekt“ nicht zu tilgen. Nun denn, dem Publikum macht es Freude und die Dorfbewohner dürfen immerhin über die Ausstattung der Kandidatinnen schmunzeln. Weiterlesen

24. Juli 2013 von Lena Ackermann
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