Beiträge von Christina Heinen

Christina Heinen studierte Soziologie und absolvierte ihr Volontariat an der Journalistenschule der Evangelischen Medienakademie in Berlin. Sie arbeitete als Freie Journalistin mit den Schwerpunkten Medienthemen, Film- und Fernsehkritik und ist seit 2004 hauptamtliche Prüferin bei der FSF.

Alles, was nötig ist? Folter, Selbstjustiz und die Frage der Genrekompetenz

Zur Prüferfortbildung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) am 20. April 2015 in Berlin.

Thema der Prüferfortbildung waren Prüfentscheidungen zu Darstellungen von Selbstjustiz und Folter sowie die dabei unterstellte Genrekompetenz von Kindern und Jugendlichen, die es ihnen ermöglichen soll, problematische Szenen und Aussagetendenzen kritisch zu reflektieren bzw. als Fiction distanziert zu betrachten. Der sozialethisch desorientierende Gehalt entsprechender befürwortender oder verharmlosender Szenen und Plots wird darin gesehen, dass sie dem Rechtsstaatsprinzip – gemeint ist die Gesetzesbindung staatlichen Handelns um die Freiheit des Einzelnen zu sichern – widersprechen und damit im krassen Gegensatz zum Wertekonsens des Grundgesetzes stehen. Weiterlesen

22. April 2015 von Christina Heinen
Kategorien: Aus dem PrüfErleben, Jugendmedienschutz Schlagwörter: , , , , , Schreiben Sie einen Kommentar

Weniger Kontrolle, mehr Schutz

Ein norwegischer Gesetzesentwurf setzt Selbstregulierung als plattformübergreifendes Prinzip in beispielhaft einfacher und klarer Weise um. Bei der diesjährigen „International Film Classifiers Conference“ in Fredrikstad, Norwegen, vom 22. bis zum 23. Oktober 2014, stellte das Gastgeberland Norwegen ein geplantes neues und bestechend einfaches „Gesetz über den Schutz Minderjähriger vor schädlichen Bildprogrammen u.a.“ vor. Dieses soll die bestehenden Regelungen zu Rundfunk, Film und Video ablösen und zugleich eine verbindliche Regelung für fernsehähnliche Inhalte im Netz schaffen. Weiterlesen

07. Januar 2015 von Christina Heinen
Kategorien: Jugendmedienschutz, Medienpolitik Schlagwörter: , , , Schreiben Sie einen Kommentar

Happy Birthday!

Am 30. August feierte das I-KiZ, das Zentrum für Kinderschutz im Internet, in Berlin seinen ersten Geburtstag und stellte eine Bilanz der Arbeit der vergangenen 12 Monate vor. Das I-KiZ ging im September 2012 als Initiative des Bundes aus dem von Familienministerin Dr. Kristina Schröder angestoßenen Diskussionsforum „Dialog Internet“  hervor. Auch wenn der Titel des Beitrages fröhlich klingt – der Inhalt ist es weniger: „Missbrauchsdarstellungen im Internet, auch im Social Web nehmen zu. Trotz aller Bemühungen, entsprechendes Material schnell zu löschen, war im Vergleich der Jahre 2011 und 2012 ein Anstieg der bei den INHOPE-Hotlines gemeldeten Fälle von Kinderpornografie um 25 Prozent zu verzeichnen.“ Weiterlesen

03. September 2013 von Christina Heinen
Kategorien: Diskurs Schlagwörter: Schreiben Sie einen Kommentar

Gefällt mir!

„Lebensgefühl in 20 Sekunden. Werbung als Vermittler von Trends, Geschmack und Kommunikationsstil“ lautete das Thema des diesjährigen Sommerforum Medienkompetenz, eine Veranstaltungsreihe der mabb und FSF, das am 7. Juni in Potsdam stattfand.

Kindheit ist heute stärker kommerzialisiert als je zuvor (gleiches gilt selbstverständlich für die Welt der Erwachsenen), und kindliche Vorstellungs- und Spielwelten sind mit Medienfiguren von Shaun das Schaf über Mia and Me bis hin zu den Helden aus Star Wars: The Clone Wars bevölkert. Diese funktionieren als Medien-Marken und sprechen den kaum den Windeln entwachsenen kindlichen Zuschauer als Fan und zunehmend auch als Käufer an. Innerhalb eines solchen Merchandising- und Konsumuniversums noch zwischen Werbung / Marketing und weniger stark interessegeleiteten Formen von Massenkommunikation zu unterscheiden, fällt selbst Erwachsenen oft schwer. Wieso also nicht frei nach dem Motto „Gefällt mir!“ – einfach eintauchen in das „weiße Rauschen der Warenwelt“ (Don DeLillo) und genießen? Weiterlesen

11. Juni 2013 von Christina Heinen
Kategorien: Sommerforum Schlagwörter: , Schreiben Sie einen Kommentar

„Warum gibt es eigentlich keinen „Presserat“ für das Fernsehen?“

„Warum gibt es eigentlich keinen „Presserat“ für das Fernsehen?“ frage ich mich immer wieder, zum Beispiel wenn sich Zuschauer bei der Jugendschutzhotline über „unverantwortlichen Journalismus“ beschweren. Jugendschutzkriterien sind von solchen Beschwerden selten berührt, vor allem auch deshalb, weil bei Tagesaktuellem … Weiterlesen

01. Juni 2012 von Christina Heinen
Kategorien: Diskurs, Medienpolitik Schlagwörter: , Schreiben Sie einen Kommentar

Im Nirwana der Repräsentationskritik

„Wirklich. Fernsehen.
Wirklicher?“
war eine Tagung zu „Scripted Reality“ überschrieben, die am 10. Mai auf Einladung der Medienanstalten in Berlin stattfand.

Die Gastgeber Thomas Langheinrich und Winfried Engel betonten eingangs fast entschuldigend, dass es bei dem als solchen angekündigten „Workshop“ zu Scripted Reality Formaten nicht um aufsichtsrechtliche Fragen und damit nicht um justiziable Jugendschutzprobleme gehe, auch keinesfalls um Geschmacksfragen, vielmehr um eine aus ihrer Sicht dringend notwendige gesellschaftliche Diskussion. Vollständig oder in Teilen gescriptete Doku-Soaps dominieren das Tages- insbesondere das Nachmittagsprogramm der großen Privatsender seit ca. 2 Jahren. Das Genre ist seit 12 Jahren auf dem Vormarsch und eine spezifisch deutsche Erfindung. Die Produktionskosten sind niedrig und die Quoten außerordentlich gut; auch Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gucken in relativ großer Zahl regelmäßig Sendungen, die ihren Realitätsgehalt durch Stilmittel, die vor einigen Jahren noch mit dokumentarischem Erzählen assoziiert wurden, bewusst zu verunklaren suchen. Weiterlesen

11. Mai 2012 von Christina Heinen
Kategorien: Diskurs, Weitere Veranstaltungen Schlagwörter: 2 Kommentare