Beiträge von Katja Dallmann

Katja Dallmann hat ein Übersetzer-Diplom und einen Bachelor in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft abgeschlossen. Sie ist freie Übersetzerin und Autorin, hat als Online-Redakteurin gearbeitet und verschiedentlich in Print und Online publiziert. Katja ist leidenschaftlicher Serienfan und bloggt sonst unter Serielle Schnittstelle.

Das neue Geschäft mit der hohen Altersfreigabe

Die meisten Blockbuster, die in den USA produziert werden, streben eine Altersfreigabe ab 13 an. Mit dem sogenannten PG-13-Rating kann ein Film das größtmögliche Publikum ansprechen, und Produktionsfirmen sind bereit, dafür so einige Veränderungen hinzunehmen. Denn diese Altersfreigabe kann im Grunde direkt in Einnahmen an den Kinokassen umgerechnet werden. Gerade im Comicgenre wird in der Regel eine niedrige Altersfreigabe angestrebt, weil das Zielpublikum des Materials ohnehin jünger ist. Man ist also bisher davon ausgegangen, dass Filme mit höherer Altersfreigabe kein Geld einbringen. Vor allem, wenn es sich um Massenunterhaltung handelt. Nun hat ein Film dieses Mantra durchbrochen: Deadpool. Weiterlesen

20. Juni 2016 von Katja Dallmann
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Altersfreigaben in den USA: Blutleere Gewalt ab 13

Der Film Taken (dt: 96 Hours) ist nur eines von vielen kuriosen Beispielen für das  PG-13-Rating in den USA. Liam Neeson, der mit Taken eine späte Action-Karriere begann, ist darin auf der Suche nach seiner entführten Film-Tochter, bewaffnet mit „a particular … Weiterlesen

23. Mai 2016 von Katja Dallmann
Kategorien: Jugendmedienschutz Schlagwörter: , , , , , , Schreiben Sie einen Kommentar

Serienmüdigkeit

In den letzten Jahren umgab das Fernsehen und seine Streaming-Äquivalente eine regelrechte Goldgräberstimmung. Kritiker und Zuschauer kriegten sich nicht wieder ein in Bezug auf die bahnbrechende Qualität von TV-Serien. Dieses musste man gesehen haben, jenes war schon absoluter Kult und das hier würde der nächste große Hit (oder auch nicht). Doch inzwischen mischen sich auch andere Töne in die Begeisterung. Weiterlesen

06. Mai 2016 von Katja Dallmann
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Weiblich, ledig, kaputt, nicht unbedingt gut

Während 2015 wieder viele Frauen aus Film und TV ihre Stimme erhoben und Missstände anklagten, brachte uns das Jahr jedoch auch Imperator Furiosa, Kate Macer, Rey und diverse andere spannende Frauenfiguren. Für manch einen gehörte auch Jessica Jones in diese Aufzählung, ein Heldinnnen-Neuzugang aus der Streamingwelt. Die gleichnamige Serie gehört zur Netflix-Sektion des Marvel-Universums. Jessica Jones, Daredevil, Luke Cage und Iron Fist werden sich irgendwann zu The Defenders vereinigen.

Die Geschichte um die Privatdetektivin mit Superkräften wurde heftig beworben. Hauptdarstellerin Krysten Ritter marschierte durch diverse US-Talkshows und benutzte Worte wie „stark“, „schmutzig“ und „knallhart“, um die Figur zu beschreiben. Immer wieder ging es um die Sexszenen und die Düsternis. Vor allem, weil die Rede von einer Frau war. Weiterlesen

05. Februar 2016 von Katja Dallmann
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Das neue Genre der Langeweile

Gerade Streaming-Plattformen haben mit ihrer Veröffentlichungspraxis sowohl die Produktionsweisen von Serien als auch unsere Sehgewohnheiten stark verändert. Wenn über diese Entwicklungen gesprochen wird, so wird häufig gesagt, dass es sich bei der Veröffentlichung einer kompletten Serienstaffel am Stück nicht mehr um eine Serie handelt, sondern um einen 13-stündigen Film. Doch was bedeutet es genau, einen solchen Film zu drehen? Es bedeutet, dass die gesamte dramaturgische Struktur der Erzählung auf 13 Stunden ausgelegt ist. Es bedeutet: ca. 3 Stunden Exposition, etwa 6 Stunden Mittelteil, ungefähr 4 Stunden Finale. Es bedeutet, dass der erzählerische Bogen einzelner Folgen völlig außer Acht gelassen wird. Und es bedeutet, dass ich mich in letzter Zeit viel gelangweilt habe. Weiterlesen

25. Januar 2016 von Katja Dallmann
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Kleine moralische Kompasse

Das Untergraben der Moralvorstellungen der Zuschauer ist eines der herausstechendsten Merkmale vieler TV-Shows des goldenen Zeitalters der sogenannten Qualitätsserien. Antihelden tun Dinge, die wir unter anderen Umständen verurteilen würden, aber die durch Kontext und das Hervorrufen von Sympathien plötzlich akzeptabel werden. Weiterlesen

22. Oktober 2015 von Katja Dallmann
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Fragwürdige Stärke

The Fall und Top of the Lake sind zwei sehr interessante Zwillingsserien. In beiden geht es darum, wie sich Männer und Frauen in einer Welt verhalten, in der sich Rollendefinitionen ständig ändern. Beide Serien haben starke weibliche Hauptfiguren: Polizistinnen. Beide untersuchen Fälle, in denen es um Gewalt gegen Frauen geht, die sich beide in einer männerdominierten Welt klischeehaften Vorstellungen über ihr Verhalten ausgesetzt sehen. Vorstellungen, die sie durchbrechen. Beides sind Frauenfiguren, die eine schwere Vergangenheit haben. In The Fall wird Stella Gibsons Geschichte nur angedeutet; sie hat etwas mit dem Verhältnis zu ihrem Vater zu tun. In Top oft he Lake ist Robin Griffin nach ihrem Abschlussball als Teenager vergewaltigt worden. Der tief greifende Unterschied zwischen diesen beiden Serien ist jedoch die Art, wie diese Traumata die Persönlichkeiten der Hauptfiguren bestimmen.
Top of the Lake läuft ab dem 05. August 2015 auf Arte. Weiterlesen

30. Juli 2015 von Katja Dallmann
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