Beiträge von Gerd Hallenberger

Dr. phil. habil. Gerd Hallenberger forscht als freiberuflicher Medienwissenschaftler über Fernsehunterhaltung, allgemeine Medienentwicklung und Populärkultur. Er lehrt an verschiedenen Universitäten und ist Mitglied des Kuratoriums der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF).

Sport

Lange Zeit galten Männer bezogen auf ihre Fernsehnutzung als eher informations-, Frauen dagegen als eher unterhaltungsorientiert. Es bedurfte einer engagierten Kommunikationswissenschaftlerin, um dieses Missverständnis aufzuklären. Die simple Ursache: Das für viele Männer wichtigste Unterhaltungsangebot wurde traditionell der Sparte „Information“ zugerechnet, nämlich der Sport. Weiterlesen

07. Dezember 2016 von Gerd Hallenberger
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Fankultur

Der Anfang aller Fankultur ist ganz einfach die Nutzung populärkultureller Angebote – aber mit einem Ausrufezeichen. Es sagt: DAS ist mir wichtig, wirklich wichtig, und ich bin bereit, viel Zeit, Energie und oft auch Geld dafür aufzuwenden. Wo diese Begeisterung dazu führt, mit Gleichgesinnten Kontakt aufnehmen zu wollen und mit dem betreffenden populärkulturellen Angebot mehr anzustellen, als es lediglich für situative Unterhaltungszwecke zu nutzen, da sind die Grundlagen zur Entstehung von Fankultur gegeben. Das Spektrum der populärkulturellen Phänomene, die bis heute Fankulturen hervorgebracht haben, ist sehr breit. Es reicht vom Sport über Film, Fernsehen und Musik bis zu Spielen, um nur die bekanntesten Bereiche zu nennen. Weiterlesen

07. Oktober 2016 von Gerd Hallenberger
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Humor

Über Humor zu schreiben, ist kein Spaß, denn nach seiner heutigen Bedeutung handelt es sich um einen schillernden Begriff. „Humor“ meint zunächst einmal eine geistige Haltung, die Gelassenheit und Heiterkeit voraussetzt und so den Umgang auch mit ernsten Dingen erleichtert. Wer sich humorvoll gibt, nimmt sich selbst nicht so wichtig, wechselt Perspektiven und spielt mit Bedeutungen. Dieses Leichte ist aber gleichzeitig schwer umzusetzen: Humor lässt sich nicht einfach so praktizieren, Humor setzt Humorkompetenz voraus. Weiterlesen

15. Juni 2016 von Gerd Hallenberger
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Interaktives Fernsehen

Einem bekannten Bonmot zufolge sind Prognosen besonders dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Dies gilt nicht nur, aber in besonders auffälliger Weise, für Prognosen über die Zukunft der Technik. Ein Musterbeispiel für gescheiterte Prognosen, ist das „interaktive Fernsehen“. Mitte der 1990erJahre war es in vielen Ländern, nicht nur den USA und Deutschland, ein Schlüsselthema der Medienentwicklung. Aus heutiger Sicht mutet es etwas merkwürdig an, dass das Nachdenken über die Medienzukunft damals noch das Fernsehen als Ausgangspunkt hatte, aber dies geschah aus gutem Grund. Weiterlesen

01. April 2016 von Gerd Hallenberger
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Kultmedien

Abgesehen von profanem Erfolg ist das Beste, was ein Medienangebot erreichen kann, „Kultstatus“. Was damit genau gemeint ist und welche konkreten Medienangebote „Kult“ geworden sind, lässt sich nicht exakt benennen. Aber das gehört nahezu notwendigerweise zum „Kult“ dazu – der Begriff hat etwas Geheimnisvolles, Unscharfes, was an seinen ursprünglich religiösen Hintergrund erinnert.
Welche Vorteile es hat, als „Kult“ bezeichnet zu werden, beschreibt Dr. Gerd Hallenberger im Medienlexikon. Weiterlesen

17. Februar 2016 von Gerd Hallenberger
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Fiktionalität

Wenn eine Geschichte mit der Phrase „es war einmal“ eingeleitet wird, wissen wir eines sofort: Das Folgende hat sich nie tatsächlich ereignet, denn mit dieser Formel beginnen Märchen. Wichtig an der Formel ist weniger dasWörtchen „war“, was als Realitätsbehauptung missverstanden wäre, sondern das Wort „einmal“ – typisch für Märchen ist ihre zeitliche (und räumliche) Unbestimmtheit. Geschichten richtig zu verstehen, das setzt ein hohes Maß an kultureller Kompetenz voraus. Weiterlesen

17. August 2015 von Gerd Hallenberger
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Rauchen im Fernsehen

Ein für alle Mal gelöste Probleme sind beim Jugendmedienschutz äußerst selten. Dafür, dass Regelungen nicht für alle Zukunft brauchbarsein werden, sorgt vor allem medialer Wandel. Ist es beim Kino noch relativ leicht möglich, Kinder und Jugendliche vom Besuch von Filmen abzuhalten, die als für sie nicht geeignet gelten, lassen neue Digitalmedien einen Nutzungsausschluss kaum noch zu. Wenn sie es unbedingt wollen, können Kinder und Jugendliche auf Notebook, Tablet-PC oder Smartphone jeden Film sehen. Ein zweiter wesentlicher Grund für die Vorläufigkeit aller Regelungen des Jugendmedienschutzes ist kultureller Wandel.
Was ist Alltagskultur und was nicht? Besonders aufschlussreich ist es, wenn kulturelle Praktiken nicht nur den Status ändern, also Verbotenes erlaubt oder Erlaubtes verboten wird, sondern sich ein semantischer Wandelvollzieht – Dinge also immer noch dasselbe meinen, aber nicht mehr bedeuten. Wie z. B.im Falle des Rauchens von Zigaretten und dessen medialer Repräsentation. Weiterlesen

14. Juli 2015 von Gerd Hallenberger
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