Beiträge von Sven Hecker

Sven Hecker, geboren 1966, lebt und schwebt als freier Journalist in Berlin. Um nicht völlig abzuheben, hat er sich Schwerpunkte gesetzt: Alltags- und Zeitgeschichte, Politik und Medien. Macht sich aber auch darüber hinaus Gedanken über die Welt, und darüber, ob sie noch zu retten ist und wenn ja, durch wen. Schreibt das alles auf, fürs Radio, gelegentlich auch für Zeitschriften und Fernsehen.

Ticke(r)n wir noch richtig?

16:23 Uhr: „Poldi“ hat geschrieben. Nein, nicht mir – „Schumi“, Michael Schumacher. Dessen Ski-Unfall und seine Folgen füllen nach wie vor Seiten, on- und offline. Ein Medienspektakel, das die behandelnden Ärzte verwundert registriert und als unangemessen kritisiert haben; eine weitere Meldung im sich selbst generierenden Nachrichtenstrom. All dieser Content will strukturiert werden. Wie das geht? Mittels Ticker zum Beispiel, der minutiösen Berichterstattung von einem Ereignis, die früher vor allem dem Sport vorbehalten war. So blieb man auf dem Laufenden während eines Fuß – oder Handballspiels. Weiterlesen

06. Januar 2014 von Sven Hecker
Kategorien: Mediengeschichten Schlagwörter: , Schreiben Sie einen Kommentar

Das Internet vergisst nur manchmal. Vielleicht.

Dieser Blogeintrag zerstört sich in 10 Sekunden.

Das ist natürlich Blödsinn. Ich vermute, Sie brauchen länger zum Lesen, deshalb habe ich 120 Sekunden eingestellt, bis diese Zeilen im digitalen Nirwana entschwinden – Was interessiert mich mein Geschreibs von gestern?!

So ungefähr funktioniert Snapchat, eine Software zum Austausch von schnellverderblichen Bildern auf Smartphones; in den letzten Monaten d e r Überraschungserfolg bei US-Teenagern, aber inzwischen auch ein Renner in verschiedenen europäischen Ländern.

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18. Juni 2013 von Sven Hecker
Kategorien: Digitale Welt Schlagwörter: , Schreiben Sie einen Kommentar

„Big Brother is watching you“ oder: Nach dem Spiel ist vor dem Taggen

„Waren Sie einer der Glücklichen beim UEFA-Champions-League-Endspiel 2013? Mit der unglaublichen I Was There-Applikation von UEFA.com können Sie es beweisen.“

Es gibt noch einmal Grund zum Jubeln, am Montag danach, nach dem deutschen Finale im Wembley-Stadion – auf der Seite des Europäischen Fußballverbandes. Dank der „unglaublichen ‚I Was There’-Applikation“ mit dem „spektakulären“ 360-Grad-Panorama-Bild kann man hier nun stundenlang herumsuchen, ran – und rauszoomen, Falten und Pickel zählen (funktioniert leider nur auf den billigeren Plätzen unten), Brillen – und Schuhmarken erkennen. Beweisen, das man da und dort war, mit Name, Adresse und Foto, ist ohnehin längst allgemeiner Netz-Trend. Kurz nach Mittag blinken schon eine Menge neutraler, roter oder schwarzgelber T-Shirt- Markierungen im virtuellen Wembley-Stadion, namentlich benannt, getaggt eben. Könnte man nicht auch Bankräuber und Terroristen einladen, sich und ihre Freunde auf den Panoramabildern von Sparkassen-Räumen und öffentlichen Plätzen zu markieren? Genug Angeber gibt es doch unter denen auch. Weiterlesen

27. Mai 2013 von Sven Hecker
Kategorien: Digitale Welt Schlagwörter: , , 1 Kommentar