Archiv der Kategorie Aus dem PrüfErleben

Party mit Hitler?

Eine gemeinsame Prüferfortbildung von FSF, FSM und KJM zum Thema Nicht witzig!? – Die Grenzen von Humor aus Jugendschutzsicht.

Humor und Satire wurden schon immer Grenzen gesetzt, durch Gesetze und Verbote, aber auch durch Geschmack, Meinungs- und Deutungshoheit. Auch der Vorwurf der Grenzüberschreitung ist ein alter. In demokratischen Gesellschaften wie der Bundesrepublik gibt es dafür natürlich Regelungen und Gesetze, 2016 noch einmal deutlich geworden durch die Satiren auf den türkischen Präsidenten Erdoğan von extra 3 und die nachfolgende Ausführungen zu Satiregrenzen von Jan Böhmermann mit seinem Schmähgedicht auf selbigen. Wie schnell die konkrete politische Realität derartige Humorprobleme überrollen kann, zeigt der Putschversuch im Juli und die dramatischen Folgen für die Türkei, angesichts derer die Empörung über Böhmermann absurd erscheint. Weiterlesen

05. Oktober 2016 von Matthias Struch
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Ist der Kopf ab, landet er im Nachtprogramm?

FSF-Prüferfortbildung zum Thema „Ab 16 oder ab 18? Die Verarbeitungsfähigkeiten Jugendlicher und die schwierige Abgrenzung zum Erwachsenenfernsehen“, am 18. April 2016 in Berlin.

In den letzten Jahren haben sich sowohl die soziokulturellen Rahmenbedingungen als auch die technischen Möglichkeiten für Darstellungen von Gewalt verändert. Nicht nur die Zahl der Gewaltdarstellungen hat dabei (wieder einmal) zugenommen. Ihre Inszenierung ist ausgefeilter und drastischer geworden, auch scheinen sie legitimer, akzeptierter und rezipierbarer zu sein. Bewertungsstandards haben sich verändert, das Publikumsinteresse ist groß. Der Kinder- und Jugendmedienschutz verortet härtere Gewalt bzw. deren Darstellung in der Regel in das Spätabend- und Nachtprogramm, also die Altersgruppen ab 16 Jahren. Eine schwierige Aufgabe bei der Programmprüfung ist somit die Unterscheidung zwischen einer Sendung für Jugendliche ab 16 (Spätabendprogramm) und der Freigabe ab 18 Jahren (Nachtprogramm), also für Erwachsene. Weiterlesen

21. April 2016 von Matthias Struch
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DER WEG EINES FILMS

Die Programmprüfung ist der wesentliche Aufgabenbereich der FSF. Geprüft wird das Fernsehprogramm insbesondere hinsichtlich des Gehalts an Gewalthandlungen und sexuellen Darstellungen, von dem die Altersfreigabe und damit die zulässige Sendezeit abhängt. Wie sieht er nun aber konkret aus – der Weg eines Films? Und wie der Tag eines Jugendschützers beim Sender? Auf die erste Frage gibt es heute und hier die Antwort – Interviews mit Jugendschützern unserer Mitgliedssender folgen in die nächsten Wochen! Weiterlesen

06. April 2016 von Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen
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„Gay Marriage killed the Dinosaurs“

Kaum ein fiktionaler Medieninhalt kommt ohne Stereotype aus und Medienschaffende bedienen sich ihrer, wenn teilweise vielleicht auch unbewusst. Dies führt zur Fragestellung, was von all dem Gesehenen in unseren Köpfen hängenbleibt, was wir daraus lernen und was es mit uns macht?

„Stereotype, Vorurteile und Diskriminierung“ waren die Themen, die Anfang dieser Woche auf der zweiten Prüferfortbildung 2015 besprochen wurden. Weiterlesen

16. Oktober 2015 von Barbara Weinert
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Alles, was nötig ist? Folter, Selbstjustiz und die Frage der Genrekompetenz

Zur Prüferfortbildung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) am 20. April 2015 in Berlin.

Thema der Prüferfortbildung waren Prüfentscheidungen zu Darstellungen von Selbstjustiz und Folter sowie die dabei unterstellte Genrekompetenz von Kindern und Jugendlichen, die es ihnen ermöglichen soll, problematische Szenen und Aussagetendenzen kritisch zu reflektieren bzw. als Fiction distanziert zu betrachten. Der sozialethisch desorientierende Gehalt entsprechender befürwortender oder verharmlosender Szenen und Plots wird darin gesehen, dass sie dem Rechtsstaatsprinzip – gemeint ist die Gesetzesbindung staatlichen Handelns um die Freiheit des Einzelnen zu sichern – widersprechen und damit im krassen Gegensatz zum Wertekonsens des Grundgesetzes stehen. Weiterlesen

22. April 2015 von Christina Heinen
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Thrill im Tagesprogramm

Fachtagung für Prüfende und Geprüfte der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) am 10. Oktober 2014 in Berlin.
Im Kreis der üblichen Verdächtigen ging es im Schwerpunkt um Fernsehbilder, die Kinder unter 12 Jahren übermäßig ängstigen können und deshalb aus dem Tagesprogramm (06.00 bis 20.00 Uhr) verbannt werden müssen. Das klingt zwar einfach, ist es im konkreten Fall aber eher nicht.
Als Input stellte Sabrina Unterstell eine noch unveröffentlichte Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) vor, in der es um Erinnerungen an ängstigende Filmerlebnisse geht und die am 10. Dezember 2014 veröffentlicht wird. Die Studienergebnisse belegen die Dünnhäutigkeit von Kindern im Vorschulalter: Figuren, die böse aussehen, wirken schon bedrohlich, bevor sie sich überhaupt rühren. Auch die moralische Haltung einer bösen Figur kann Angst auslösen, ebenso die Filmgeschichte selbst, sofern sie reale Gefahren aufgreift oder an kindliche Sorgen anknüpft. Weiterlesen

14. Oktober 2014 von Susanne Bergmann
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Mährischer Wein, Malimo-Dessous und die Kompetenzen eines FSF-Prüfers

Die Gelegenheit des Alleinseins nutzte ich, um nach der Hinwendung zu den Schwergewichten europäischer Kulturgeschichte nebenher ein Pornokino kennenzulernen. Der bleibende sinnliche Eindruck dieses Besuchs ging danach allein von der Architektur des umfunktionierten vormaligen Lichtspieltheaters aus. Im Hauptfilm waren zwei Damen zu erleben, die es als Gefängnisaufseherinnen ihren angeketteten schweren Jungs besorgten bzw. es sich besorgen ließen. Hier wurde meine Neugier schnell von Langeweile abgelöst. Als unerträglich blieb der Gestank in Erinnerung, der – ausgehend von unzähligen Publikumsergüssen – in den Stofftapeten des einstigen Tempels cineastischer Vergnügung hängen geblieben war.
Hatte ich etwa gedacht, ich würde an diesem Ort etwas von der ausufernden und schließlich zerstörerischen Leidenschaft, von der unbändigen Lust und der ästhetischen Zuspitzung erleben, die ich wenige Jahre zuvor in Bernardo Bertoluccis Der letzte Tango in Paris wahrnehmen konnte? Weiterlesen

04. September 2014 von Klaus-Dieter Felsmann
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