„Es kommt darauf an, Sympathien zu wecken!“ Wie in Film und Fernsehen Spannung erzeugt wird

Die aktuelle tv diskurs setzt sich im Titelthema mit verschiedenen Aspekten des Phänomens Spannung auseinander.
„Spannung. Warum wir Medieninhalte interessant finden“, lautet der Titel der aktuellen Ausgabe 1/2013.

James Bonds Skyfall, Walt Disneys König der Löwen, das EM-Halbfinale 2012 Deutschland gegen Italien, Hitchcocks Psycho oder die Finalrunde einer Castingshow – all diese Medienereignisse haben etwas gemeinsam: Sie sind spannend. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ist das Erleben von Spannung ein zentrales Motiv für die Nutzung von Unterhaltungsmedien
(„Der König der Löwen in der Falle“) Unsere Mediensozialisation und die Genrepräferenzen bestimmen mit, was wir als spannend empfinden („Es kommt darauf an, Sympathien zu wecken!“). Das Wort „Spannung“ leitet sich vom lateinischen „suspendere“ ab, was so viel wie „in Unsicherheit schweben“ bedeutet. Bezogen auf unser Film- oder Fernseherlebnis heißt das: Wir befinden uns in Unsicherheit ob des möglichen Ausgangs eines Ereignisses und schweben auf der emotionalen Ebene zwischen Hoffen und Bangen. Wird der Werbefachmann Roger Thornhill (Cary Grant) in Hitchcocks Der unsichtbare Dritte dem tödlichen Insektenvernichtungsmittel, mit dem er aus einem Flugzeug heraus angegriffen wird, entkommen können oder nicht? Nur wer sich in die Lage der Protagonisten hineinfühlen oder -versetzen kann, empfindet den Fortlauf einer Geschichte als spannend. Wer für die Figur emotional Partei ergreift und sich sogar mit ihr identifiziert, für den ist es fast so, als würde er die gezeigte Geschichte selbst erleben. Dies gilt für den Film Der König der Löwen genauso wie für ein Fußballspiel. Nimmt die Handlung schließlich für den oder die Protagonisten ein gutes Ende, so schwindet unsere Anspannung. Je größer sie war, desto befriedigender und angenehmer ist schließlich auch die darauf folgende Entspannung. tv diskurs beschäftigt sich im aktuellen Titelthema mit verschiedenen Aspekten des Phänomens „Spannung“: Wie entsteht Spannung überhaupt? Welche Spannungselemente finden sich bereits in der klassischen Literatur? Wie kann Filmmusik Spannung erzeugen? Welche Techniken wandte Alfred Hitchcock, der „Master of suspense“, in seinen Filmen an, um Spannung zu erzeugen? Wie erleben Kinder Spannung und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Wann verwandelt sich das Gefühl von Spannung in Angst? Gibt es eine geschlechterspezifische Spannungswahrnehmung? Der Krimi – ein Genre, das über Generationen ein Garant für spannende Unterhaltung war –, schafft er es heute noch, uns vor der Mattscheibe zu halten?
Zu all diesen Aspekten des Phänomens Spannung finden Sie Artikel in der aktuellen tv diskurs. Diese stehen Ihnen zum Download auf unserer Website zur Verfügung.

„Es kommt darauf an, Sympathien zu wecken!“
Wie in Film und Fernsehen Spannung erzeugt wird

Menschen finden ganz unterschiedliche Medieninhalte spannend. Woran liegt das? Gibt es klare Geschlechterpräferenzen? Werden also beispielsweise Liebesfilme eher von Frauen favorisiert als von Männern? Wann werden Filme überhaupt spannend? Was hat es mit dem Phänomen des Cliffhangers auf sich? Dr. Nicholas Müller arbeitet am Institut für Medienforschung an der TU Chemnitz und hat über das Thema „Temporale Indikationen und ihre Auswirkungen auf das ‚suspense‘-Empfinden bei seriellen narrativen Formaten“ promoviert. tv diskurs sprach mit ihm über diese und weitere Fragen.
Das vollständige Interview, Barbara Weinert im Gespräch mit Nicholas Müller, finden Sie auf unserer Website zum Download.

Schreiben Sie doch einen Kommentar: Was finden Sie selber spannend: Liebesromanze oder Actionfilm?

Über tv diskurs

Die Fachzeitschrift tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien informiert wissenschaftlich, pointiert und verständlich über aktuelle Entwicklungen im Bereich des Jugendschutzes, der Medienforschung und der Medienpädagogik. Sie erscheint viermal im Jahr und bietet ein Forum für unterschiedliche Positionen. Es werden nicht nur aktuelle Entwicklungen im Medien- und Jugendschutzbereich aufgegriffen, sondern auch grundlegende, philosophische Fragestellungen diskutiert.

28. Januar 2013 von tv diskurs
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