Krisenkontrollprotokoll

Zum Serienstart von Crisis auf ProSieben

Washington, D.C. ist die Kontrolle auf dem Hügel – das Kapitol – seine Bürger sind Diplomaten, milliardenschwere Firmenchefs, Politiker, alter Adel und mächtige Entscheidungsträger. Menschen einer elitären Oberschicht, dessen Leben sich in deutlich anderen Sphären abspielen. Sie sind die One Percent mit einem cäsarischen Daumen der Macht. Eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die sie mit den restlichen 99 Prozent teilen? Diese Bürger haben Familie und vor allem Kinder. Sprösslinge einer seltenen Nachkommenschaft, die mit der Selbstverständlichkeit durch diese Welt gehen, dass ihnen nichts genommen werden kann. Diese Ansicht wird sich als falsch herausstellen.

An dieser Stelle beginnt das Gedankenspiel. Die Annahme: Jemandem ist ein Unrecht widerfahren (zumindest empfindet diese Person es so) und um dieses Unrecht öffentlich zu machen, um so das gesellschaftliche Ansehen und vor allem das Ansehen in der eigenen Familie wieder zurechtzurücken, wird ein Bus voller Teenager entführt. Jetzt befindet sich unter diesen Teenagern auch der Sohn des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und deswegen fahren vor und hinter dem Bus, der auf dem Weg zu einem Bildungsausflug ist, auch Wagen des Secret Service.

Einer dieser Beamten ist Marcus Finley (Lance Gross). Ein Newbie, der sein Glück kaum fassen kann. Nach endlosen Schichten im Wachdienst, während denen er sich die Zehen taub gestanden hat, ist sie nun hier – seine Stunde zu glänzen! Nur natürlich läuft nichts so wie geplant. Plötzlich entflammt das kontrollierte Chaos, die Kinder sind weggekidnappt, es gibt kaum einen Anhaltspunkt für das FBI und den Secret Service und die Suche nach dem Motiv für diese Tat gestaltet sich als äußerst schwierig, denn diese Eltern-Elite lässt sich nicht gern in die Karten schauen.

Neben Agent Finley versucht die FBI-Agentin Susie Dunn (Rachael Taylor) diese verschwiegenen Eltern zu knacken. Nur wie kontrolliert man eine Gruppe von Menschen, die es gewohnt ist, immer an erster Stelle zu stehen? Diese kritische Situation entwickelt sich zunehmend zu einer nationalen Krise (die übrigens allem Anschein nach ihren Dunstkreis um die CIA zieht), als die ersten Eltern mysteriöse Anrufe erhalten.

In linearer Form erzählt Crisis die Geschichte einer Massenentführung, deren Fokus jedoch nicht auf den vermeintlichen Opfern liegt, sondern auf diesen dominierenden Eltern, die lernen müssen, was es bedeutet nicht die Kontrollgewalt zu sein, die ihr Umfeld gewohnt ist. Einem neuen Protokoll ist Folge zu leisten, dessen Seiten nicht von ihnen bestimmt wurden und es bleibt ihnen keine Wahl, wollen sie ihre Brut retten.

Doch welchen Preis muss dafür die Gesellschaft zahlen? Diese Speerspitze der Nation ringt nun um Contenance, während hinter geschlossenen Flügeltüren, in weitläufigen Räumen die Angst und Ungewissheit wächst. Der Wind weht bereits rau dort oben auf dem Hügel und Gnade jenen, die Teil des großen Kalküls sein werden.

Wer wissen will, wie’s ausgeht, Crisis lässt sich ab heute Abend, 23.10 Uhr, auf ProSieben verfolgen.

Freigegeben ab …

FSF ab 12 Jahren HauptabendprogrammDer Fokus der Serie liegt auf den moralischen Dilemmata der Beteiligten.
Die Handlung wirkt insgesamt alltags- und realitätsfern. Aufgrund der durchgängigen Handlungskompetenz der klar positiv besetzten Helden (Polizisten Dunn, Finley), zahlreicher entlastender Dialoge sowie fehlender Identifikationsfiguren für jüngere Zuschauer wird nicht von einer nachhaltigen Ängstigung ab 12-Jähriger ausgegangen. Die dargestellte Gewalt und Spannung bewegen sich im für das Hauptabendprogramm üblichen Rahmen, ab 12-Jährigen wird eine ausreichende Medien- und Genrekompetenz zugetraut, um das Drama angemessen einordnen und verkraften zu können. Ein paar wenige blutige oder gewalttätige Szenen und Situationen sind eher zurückhaltend umgesetzt, es findet keine Gewaltbefürwortung statt. Abgebildete Folterdarstellungen in der dritten Episode werden für 12- bis 15-Jährige Zuschauer noch als zu drastisch bewertet und müssen entfallen. Ohne Durchführung der Schnitte kann diese Episode erst im Spätabendprogramm ausgestrahlt werden.

Zur dieser und weiteren ProgrammInfos auf der FSF-Website geht es hier.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehpramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendernvorgelegt werden.

Über Tabea Dunemann

Tabea Dunemann studiert an der Universität Leipzig Theaterwissenschaft und Ethnologie im Doppelstudium. Sie interessiert sich leidenschaftlich für das Schöne und ihr Weg hat sie bisher durch die bunte Welt von Radio, Museen und Theater geführt. Unter anderem absolvierte sie außerdem ein Praktikum bei der FSF.

09. März 2016 von Tabea Dunemann
Kategorien: Neues aus der Programmprüfung | Schlagwörter: , , , , | Schreiben Sie einen Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert


1 × = fünf