Was schauen Sie, Herr Laroche?

Und was schauen Sie, Herr Laroche? (c) FSFAcht Fragen an Fabrice Laroche, seit 2011 u.a. für Technik und Videoschnitt in der FSF tätig.

Du arbeitest in der Geschäftsstelle der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. – schaust du auch privat Fernsehen? Wie oft schaltest du zu Hause deinen Fernseher an?

Ich habe manchmal das Gefühl, mein Leben dreht sich nur um das Fernsehen. Durch die FSF und mein Studium werde ich tagtäglich mit diesem Medium konfrontiert und schaue trotzdem in meiner Freizeit regelmäßig, wenn nicht sogar täglich Fernsehen. Ich würde mich sogar als regelrechten Fernsehfetischisten bezeichnen: ein möglichst großer Bildschirm, guter Surroundsound und ein bequemes Sofa gehören für mich einfach dazu. Und dann natürlich auch noch jeden verfügbaren  Sender, ob Pay-TV, privat oder öffentlich-rechtlich – möglichst in HD.

Wann und in welchen Situationen schaltest du den Fernseher an und was schaust du regelmäßig?

Fernsehen erfüllt bei mir unterschiedliche Funktionen. Manchmal schaue ich Nachrichten oder Programme, die mich in irgendeiner Form weiterbilden. Dann auch gerne mal ein paar Sitcoms oder Filme zur Unterhaltung. Das Gerät läuft bei mir auch gerne im Hintergrund. Sport darf natürlich nicht fehlen, besonders die Bundesliga am Wochenende ist definitiv ein festes Ritual. Ansonsten vermischen sich meine privaten Sehgewohnheiten auch durchaus mal mit den beruflichen, wenn ein besonderes Ereignis oder ein neues Format ansteht.

Wird der „On-Knopf“ gedrückt, weil du ein bestimmtes Programm sehen willst oder zappst du dich durch die Kanäle, bis du etwas Passendes finden? Und wann betätigst du den „Off-Schalter“?

Sowohl als auch. Ich zeichne viel auf, da ich tagsüber meist nicht zu Hause bin und erst abends oder am Wochenende zum Fernsehen komme. Häufig durchforste ich dann auch die Programmliste auf der Suche nach potenziellen Aufnahmen bzw. Liveformaten. Wenn ich absolut nichts Interessantes finde, bleibt dann ja auch noch mein Aufnahmearchiv. Und wenn auch dort keine passende Sendung dabei ist, wird einfach abgeschaltet. Fernsehen nur des Fernsehen willens brauche ich nicht.

Wie verbringst du deine Zeit vor dem Fernseher? Bist du ein aufmerksamer Zuschauer oder erledigst du beim Fernsehen Dinge nebenbei?

Eigentlich bin ich ein sehr aufmerksamer Zuschauer. Wenn mich etwas wirklich interessiert, dann schaue ich auch hin. Wenn es langweiliger wird, kann es aber durchaus sein, dass ich mich dem Smartphone oder dem Laptop hingebe. Fernsehen kann aber auch langweilige Tätigkeiten im Haushalt durchaus aufwerten, beispielsweise das Bügeln. Und nebenbei Essen ‚geht ja sowieso immer klar‘.

Bist du durch deine Arbeit bei der FSF auf bestimmte Programme aufmerksam geworden, die dich nun auch in deiner Freizeit interessieren – und die du dir gar auf DVD besorgst?

Da muss ich mal kurz nachdenken … Ich kann mich jetzt an keinen konkreten Fall erinnern, aber es kommt beim Zappen durchaus vor, dass ich dann plötzlich denke: „Hey, das kennst du doch!“
Meistens habe ich die Formate dann aber schon als langweilig abgesegnet, sodass eher das Gegenteil der Fall ist und ich durch meine Arbeit manche Formate eher nicht im Fernsehen schaue.

Gibt es Formate oder Programme, die sich deiner Meinung nach im Fernsehprogramm zu wenig oder gar nicht wiederfinden? Wie kompensierst du diese „Lücken“?

Es gibt eigentlich ein sehr vielfältiges Programm, aber meiner Meinung nach laufen trotzdem viel zu viele Krimis. Wo ist denn da noch der Anreiz, diese zu sehen? Es hat sich zwar im Genre einiges im Laufe der Jahre verändert, aber das Grundprinzip bleibt mir zu simpel. Letztendlich hat aber jeder die Möglichkeit, auf andere Formate auszuweichen. Wenn man etwas gar nicht findet, gibt es ja immer noch das Internet!

Bei welchem Format, welchem Film hattest du das letzte Mal das Gefühl wirklich gut unterhalten zu werden? Was war dein letztes gutes Fernseherlebnis?
Definitiv Game of Thrones. Ich habe jetzt alle drei Staffeln gesehen und diese Serie ist einfach sensationell gut gemacht. Schade eigentlich, dass wir solche Formate aus den USA importieren müssen. Es gibt doch auch in Deutschland eigentlich die Voraussetzungen, um solche Mammutprojekte zu realisieren. Ich würde mir manchmal von den deutschen Produzenten und Fernsehanstalten mehr Mut wünschen, in innovative Formate zu investieren. Besonders im öffentlich-rechtlichen Bereich.

Wann schaltest du den Fernseher ab?

Bevor ich einschlafe oder manchmal auch dann nicht. An dieser Stelle: Beim Fernsehen kann man übrigens super einschlafen, langweilige Formate laufen immer!

Das Interview führte Luise Weigelt.

Über Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

13. Januar 2014 von Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen
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