Archiv für Lieblingsserien

„All in the game yo, all in the game“ – Soziologische Kriminalunterhaltung in The Wire

Bei The Wire kamen der Vergleich zwischen Serien und Gesellschaftsromanen und die Behauptung auf, Serien böten das bessere, das innovativere Erzählen. Kolumnist Joe Klein äußerte sogar die seither viel zitierte Einschätzung, The Wire habe einen Literaturnobelpreis verdient. Tatsächlich funktioniert diese Serie wie ein Gesellschaftsroman. Zum Ende der 5. Staffel The Wire auf Sky Atlantic HD widmet Sonja Hartl ihrer Lieblingsserie diesen Beitrag. Weiterlesen

20. Januar 2016 von Sonja Hartl
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Lassen wir doch Gras drüber wachsen, …

über meine Vagina.

…, sagt Hannah Horvath in Girls. Es muss sicher noch eine Menge Gras über Vaginen und Penisse wachsen, bevor eine Serie wie Girls in Deutschland produziert oder auch nur zu einem vernünftigen Zeitpunkt – nämlich zur besten Sendezeit – im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wird. In Girls ist keine Peinlichkeit zu peinlich, passiert immer unausweichlich das Schlimmste – und ist dann irgendwie doch nicht so schlimm. Der Weg zum Erwachsensein ist das Ziel und das Glück ist nicht genormt.

Girls Staffel 1 und 2. Weiterlesen

06. Januar 2015 von Uli Wohlers
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Die Zeit ist ein flacher Kreis

Als True Detective Anfang des Jahres anlief, überschlugen sich die Kritiker geradezu mit Lob. HBO hatte sich in alter Stärke zurückgemeldet. Die Serie ist nicht nur hervorragend besetzt, sondern hat eine Färbung, die trotz der ungesättigten Töne durchtränkt ist mit dichter Atmosphäre und Mysterium. Eine Stimmung, die viel mit der Landschaft des US-amerikanischen Südens zu tun hat, wo das Drama spielt, und die der Regisseur Cary Fukunaga gekonnt in melancholische Bilder epischen Ausmaßes zu verpacken wusste. True Detective zieht einen sofort in seinen Bann.

Die Serie handelt primär von einem grausigen Mordfall, der potenziell zu einer ganzen Serie von Morden gehört. Die Geschichte wird in Rückblicken erzählt. Ein abgewrackter Matthew McConaughey (Rust Cole), vom Leben und diversen Substanzen gezeichnet, wechselt sich dabei mit einem ebenso in die Jahre gekommenen Woody Harrelson (Marty Hart) ab. Weiterlesen

08. September 2014 von Katja Dallmann
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Liebesgrüße aus Moskau

Teil II. The Americans ist die zurzeit wohl komplexeste Serie, die es zu sehen gibt und das, obwohl sie in einem Jahrzehnt spielt, in der die Gut-und-Böse-Rhetorik Hochkonjunktur hatte. Gestern erschien bereits Teil I des Beitrags Liebesgrüße aus Moskau. Heute die Fortsetzung.

Wer sind DIE titularen Amerikaner aus dem Serientitel? Sind es die Jennings, die fast amerikanischer als die Amerikaner selbst sind, weil sie es sein müssen in ihrem Simulakrum von Leben? Oder ist es die Familie von gegenüber, die, wie es der Zufall so will, die Familie des FBI-Agenten Stan Beeman (Noah Emmerich) ist. Dieser glaubt ebenfalls, die Bösen zu jagen und die Welt zu verbessern. Im Gegensatz zur Kluft zwischen ihm und seiner Frau, die durch seine Arbeit hervorgerufen wird, entwickelt sich zwischen ihm und seiner Informantin, der KGB-Agentin Nina Sergeevna (Annet Mahendru), eine sehr natürlich scheinende emotionale Verbindung, die gerade darauf basiert, dass sie quasi denselben Job haben. Weiterlesen

19. Juni 2014 von Katja Dallmann
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Liebesgrüße aus Moskau

Teil I. „Was haben Sie denn an „Evil Empire“ und „Mr. Gorbachev, tear down this wall!“ nicht verstanden?“, fragte der Komiker Stephen Colbert neulich Keri Russell, die Hauptdarstellerin der Serie The Americans. Die humoristische Kritik in dieser Frage bezog sich auf die Weigerung der Serie, sich an die Schwarz-Weiß-Malerei des Kalten Krieges zu halten, zu dessen Zeiten sie spielt. Und damit traf Colbert den Nagel auf den Kopf. Denn The Americans ist die zurzeit wohl komplexeste Serie, die es zu sehen gibt und das, obwohl sie in einem Jahrzehnt spielt, in der die Gut-und-Böse-Rhetorik Hochkonjunktur hatte. Weiterlesen

18. Juni 2014 von Katja Dallmann
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Ich setz auf Ruin! – Warum das österreichische Programm so grauselig gut ist

Das Schöne am österreichischen Humor ist, dass es in Österreich eigentlich gar nichts zu Lachen gibt. Das haben sie gemeinsam mit uns Deutschen. Aber anstatt so zu tun, als ginge es allen gut, ergeben sich die Österreicher in Galgenhumor, in anrührendes Lamentieren oder – wenn es ganz schlimm kommt – ins Jammern. Zerknittert sitzt der Österreicher dann am Tresen, die halb gerauchte Kippe hängt im Mundwinkel, immer noch besoffen vom Fusel der letzten Nacht stimmt er leise das Krüppellied von 1930 an – ein Stück, das in der Kürze so perfekt umschreibt, worum es beim Österreichischen Humor eigentlich geht: Wenn ich ‘mal trüber Laune bin, dann geh’ ich zu den Blinden, und lache mir den Buckel voll, wenn sie die Tür nicht finden. Krüppel ha’m so was rührendes. Krüppel ha’m was verführendes. Wenn ich so einen Krüppel seh’ wird mir ums gold’ne Wiener Herz so warm und weh, hallo!”… Starrsinn, Ignoranz, Augenzwinkern und ein klarer Kurs auf Ruin, das macht es aus, jenes „goldene Wiener Herz“ (das in einigen Österreichern schlägt –Wiener müssen es nicht zwingend sein). Weiterlesen

12. März 2014 von Lena Ackermann
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Ein Rentierpulli für Frank Sinatra

Der Kern dieser Serie ist schnell erzählt: Frank Sinatra emigriert nach Norwegen und schmiert sich seinen Weg durch Behördendschungel, Polizei und raubeinige Anlegerhaie. Die Hauptfigur der Serie Lilyhammer heißt Frank „The Fixer“ Tagliano und hat in Besetzung Steven Van Zandts mit Frank Sinatra rein optisch keinerlei Ähnlichkeit, aber das Charisma des legendären Charmeurs, das liegt in Taglianos Zügen.
Man freut sich, dass Van Zandt seine Mafiavergangenheit aus den Sopranos (samt gut toupierter Perücke und hochgezogenen Schultern) noch einmal aufleben lässt. Seit dem 13. November 2013 wiederholen TNT Serie die Ausstrahlung der ersten Staffel der norwegisch-amerikanischen Mafiaserie Lilyhammer jeden Mittwoch um 21 Uhr.
Und am 13. Dezember 2013 startet die zweite Staffel erneut auf dem Streamingsender Netflix in den USA. Zur ProgrammInfo mit Hintergrundinformationen zur Serie Lilyhammer im FSF-Blog geht es hier. Weiterlesen

14. November 2013 von Lena Ackermann
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