Archiv für Oesterreich

Ich setz auf Ruin! – Warum das österreichische Programm so grauselig gut ist

Das Schöne am österreichischen Humor ist, dass es in Österreich eigentlich gar nichts zu Lachen gibt. Das haben sie gemeinsam mit uns Deutschen. Aber anstatt so zu tun, als ginge es allen gut, ergeben sich die Österreicher in Galgenhumor, in anrührendes Lamentieren oder – wenn es ganz schlimm kommt – ins Jammern. Zerknittert sitzt der Österreicher dann am Tresen, die halb gerauchte Kippe hängt im Mundwinkel, immer noch besoffen vom Fusel der letzten Nacht stimmt er leise das Krüppellied von 1930 an – ein Stück, das in der Kürze so perfekt umschreibt, worum es beim Österreichischen Humor eigentlich geht: Wenn ich ‘mal trüber Laune bin, dann geh’ ich zu den Blinden, und lache mir den Buckel voll, wenn sie die Tür nicht finden. Krüppel ha’m so was rührendes. Krüppel ha’m was verführendes. Wenn ich so einen Krüppel seh’ wird mir ums gold’ne Wiener Herz so warm und weh, hallo!”… Starrsinn, Ignoranz, Augenzwinkern und ein klarer Kurs auf Ruin, das macht es aus, jenes „goldene Wiener Herz“ (das in einigen Österreichern schlägt –Wiener müssen es nicht zwingend sein). Weiterlesen

12. März 2014 von Lena Ackermann
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