Gefällt mir!

„Lebensgefühl in 20 Sekunden. Werbung als Vermittler von Trends, Geschmack und Kommunikationsstil“ lautete das Thema des diesjährigen Sommerforum Medienkompetenz, eine Veranstaltungsreihe der mabb und FSF, das am 7. Juni in Potsdam stattfand. Kindheit ist heute stärker kommerzialisiert als je zuvor (gleiches gilt selbstverständlich für die Welt der Erwachsenen), und kindliche Vorstellungs- und Spielwelten sind mit Medienfiguren von Shaun das Schaf über Mia and Me bis hin zu den Helden aus Star Wars: The Clone Wars bevölkert. Diese funktionieren als Medien-Marken und sprechen den kaum den Windeln entwachsenen kindlichen Zuschauer als Fan und zunehmend auch als Käufer an. Innerhalb eines solchen Merchandising- und Konsumuniversums noch zwischen Werbung / Marketing und weniger stark interessegeleiteten Formen von Massenkommunikation zu unterscheiden, fällt selbst Erwachsenen oft schwer. Wieso also nicht frei nach dem Motto „Gefällt mir!“ – einfach eintauchen in das „weiße Rauschen der Warenwelt“ Don DeLillo und genießen? Weiterlesen ...

„Warum gibt es eigentlich keinen „Presserat“ für das Fernsehen?“

Warum gibt es eigentlich keinen "Presserat" für das Fernsehen?" frage ich mich immer wieder, zum Beispiel wenn sich Zuschauer bei der Jugendschutzhotline über „unverantwortlichen Journalismus“ beschweren. Jugendschutzkriterien sind von solchen Beschwerden selten berührt, vor allem auch deshalb, weil bei Tagesaktuellem und bei Nachrichtenbeiträgen in der Regel das so genannte Berichterstattungsprivileg des § 5 Abs. 6 JMStV greift. Weiterlesen ...

Im Nirwana der Repräsentationskritik

„Wirklich. Fernsehen. Wirklicher?“ war eine Tagung zu „Scripted Reality“ überschrieben, die am 10. Mai auf Einladung der Medienanstalten in Berlin stattfand. Die Gastgeber Thomas Langheinrich und Winfried Engel betonten eingangs fast entschuldigend, dass es bei dem als solchen angekündigten „Workshop“ zu Scripted Reality Formaten nicht um aufsichtsrechtliche Fragen und damit nicht um justiziable Jugendschutzprobleme gehe, auch keinesfalls um Geschmacksfragen, vielmehr um eine aus ihrer Sicht dringend notwendige gesellschaftliche Diskussion. Vollständig oder in Teilen gescriptete Doku-Soaps dominieren das Tages- insbesondere das Nachmittagsprogramm der großen Privatsender seit ca. 2 Jahren. Das Genre ist seit 12 Jahren auf dem Vormarsch und eine spezifisch deutsche Erfindung. Die Produktionskosten sind niedrig und die Quoten außerordentlich gut; auch Kinder zwischen 3 und 13 Jahren gucken in relativ großer Zahl regelmäßig Sendungen, die ihren Realitätsgehalt durch Stilmittel, die vor einigen Jahren noch mit dokumentarischem Erzählen assoziiert wurden, bewusst zu verunklaren suchen. Weiterlesen ...