FSF nimmt das TV-Weihnachtsprogramm unter die Lupe

Alle Jahre wieder: Weihnachtszeit ist auch Fernsehzeit – FSF bietet Jugendschutz-Service auf www.fsf.de

weihnachtsprogramm2013Die Weihnachtszeit ist für viele Kinder und Jugendliche auch ein Fernseh-Fest. Damit Eltern im Bilde sind, welche Sendungen den Nachwuchs gefährden könnten, bietet die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen auf ihrer Webseite einen Jugendschutz-Service. Spezielle Programminformationen geben Aufschluss darüber, ob das TV-Angebot unter Jugendschutzgesichtspunkten problematisch ist. In den vergangenen Wochen haben die Prüferinnen und Prüfer der FSF viele Sendungen des Weihnachtsprogramms gesehen und mögliche Risiken für jüngere Zuschauer benannt. Auf dieser Basis stellt die FSF Informationen zu mehr als 80 Sendungen pro Tag zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen Darstellungen von Gewalt und Sexualität, ängstigende Inhalte und desorientierende Botschaften. Das FSF-Weihnachtsspecial enthält Altersfreigaben, Wirkungsrisiken und Hintergrundinformationen zu den geprüften Programmen in der Weihnachtszeit und kann ab dem 16. Dezember unter http://fsf.de/programmpruefung/entscheidungen/weihnachtsprogramm abgerufen werden. Unter diesem Link ist im Moment bereits der Blick auf das FSF-geprüfte Programm vom 24.12. möglich!

Übersichtliche Alterskennzeichen
Im FSF-Angebot finden Eltern neben kurzen Informationen zu grenzwertigen Sendungen und den Jugendschutzrisiken auch übersichtliche Alterskennzeichnungen ab 6, 12 oder 16 Jahren. Claudia Mikat, Leiterin Programmprüfung bei der FSF, betont, dass es hier nicht um pädagogische Empfehlungen geht: „Die Programminfos benennen Risiken. Wir geben an, ab welcher Altersstufe eine Entwicklungsbeeinträchtigung nicht mehr wahrscheinlich ist. Zusätzlich informieren wir darüber, ob eine Sendung etwa drastische Formen von Gewalt enthält oder den Missbrauch von Alkohol beschönigt.“ So können Erziehende erkennen, ob und in welchem Ausmaß Kinder und Jugendliche mit bestimmten Inhalten konfrontiert sind. Die Programminformationen sind so gestaltet, dass Eltern selbst entscheiden können, welche Programminhalte sie ihren Kindern schon zutrauen möchten. Dabei ist es hilfreich, die Altersfreigaben und die Wirkungsrisiken auf einen Blick zu erfassen“, so Mikat. Um eine schnelle Übersicht zu ermöglichen, hat die FSF ein Punktesystem entwickelt, das die Ausprägung problematischer Inhalte anzeigt.

Wirkungsrisiken sind individuell verschieden
Wie Kinder Action- und Gewaltinhalte verarbeiten, hängt auch von der individuellen Medienkompetenz ab. Während viele ab 12-Jährige sich mit Filmen wie Matrix oder Die Hard noch überfordert fühlen, sieht andererseits auch mancher 8-Jährige bereits Star Wars und kann die fiktionale Handlung zur Distanzierung nutzen. „Eltern kennen ihre Kinder am besten und können häufig gut einschätzen, womit sie schon umgehen können“, betont Claudia Mikat.
Prof. Dr. Dagmar Hoffmann, Professorin für Medien und Kommunikation an der Universität Siegen und Mitglied des FSF-Kuratoriums, konstatiert dazu: „Eltern sollten insbesondere bei jüngeren Kindern ein Auge darauf haben, was und wie viel gesehen wird. Gleichzeitig ist der Reiz des Verbotenen allgemein bekannt. Ältere Kinder haben mitunter das Gefühl, wenn sie zu einem bestimmten Programm gedrängt werden, wird ihnen etwas Spannendes vorenthalten. Insofern ist es Eltern angeraten, nicht nur den Empfehlungen zu vertrauen, sondern sich auch mit anderen Programminhalten auseinanderzusetzen und sich mit den Kindern darüber auszutauschen.“ Mit Hilfe der FSF-Programm­informa­tionen können Eltern sich über Sendungen, die von ihren Kindern autonom ausgewählt werden, informieren und mögliche Wirkungsrisiken erkennen.

Jugendschutz-Service wird 2014 erweitert
Der Jugendschutz-Service der FSF wird 2014 sukzessive erweitert. Neben der Beurteilung des laufenden Programms finden sich weitere Informationen und Texte hier im FSF-Blog. Mitarbeiter/innen und Prüfer/innen der FSF sowie ausgewählte Gastautor/innen bloggen hier zu Themen der Medienpolitik, der Medienpädagogik, der Programmprüfung, zu Veranstaltungen im Medienbereich und zu ihren eigenen Medienerfahrungen. Ergänzend zu den ProgrammInfos auf der Website liefert der FSF-Blog Hintergrundinformationen zu ausgewählten Filmen, Serien und Dokumentationen.
Zum Service der Webseite fsf.de gehören Informationen zum Jugendmedienschutz. Hervorzuheben sind dabei das Medienarchiv mit Zugang zu über 3000 Fachartikeln und Suchfunktion sowie eine Übersicht über den Jugendmedienschutz in Europa. Den  Austausch und die Vernetzung unterstützt die Webseite mit Materialien und Projekten zur Medienpädagogik. Die Seite bietet überdies Verlinkungen zu Gesetzestexten und den Download aller Ausgaben der FSF-Zeitschrift tv diskurs. Interessierte können im Blog oder auch per Facebook und Twitter am Dialog zum Jugendmedienschutz teilnehmen.

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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