Zwischen den Fronten

Fenix – eine Thrillerserie mit starken Frauen und ohne viel Geschwafel 

Fesselnd, düster und nüchtern. So lässt sich die achtteilige niederländische Serie Fenix, die am 10. Oktober Deutschlandpremiere beim Film Festival Cologne feierte und heute bei EntertainTV anläuft, beschreiben. Die Deutsche Telekom selbst umschreibt die Serie als eine Mischung aus Thriller, Drama und Krimi.

Ein Drogenkrieg findet seinen Höhepunkt in einer brutalen Auseinandersetzung, der viele Tote zum Opfer fallen, unter anderem der Staatsanwalt Peter Haag sowie der Anführer der geschlagenen Seite, Joe Seger. Die Tochter von Peter Haag, Jara, glaubt nicht an die Selbstmordtheorie der örtlichen Polizei. Sie will herausfinden, warum ihr Vater sterben musste. Bei der Suche nach der Wahrheit stößt sie immer wieder auf eine Mauer des Schweigens und der Vertuschung. Der Sohn von Joe Seger, Rens, kehrt zum gleichen Zeitpunkt wie Jara Haag in sein Heimatdorf zurück. Er möchte sich von den kriminellen Machenschaften seines Vaters distanzieren, doch je mehr er versucht von diesen Abstand zu nehmen, desto mehr wird er in das Drogengeschäft verwickelt.

Jara und Rens drohen beim Versuch ihre Familienehre wiederherzustellen, im Drogenkrieg immer mehr zwischen die Fronten zu geraten…

Auch wenn der Kampf zum Ende der ersten Folge recht viele Opfer fordert, kommt Fenix weitestgehend ohne übermäßig blutige Szenarien aus und ist dennoch spannend. Das Wechselspiel zwischen den beiden Protagonisten Jara und Rens, die unabhängig voneinander unterschiedliche Ziele verfolgen, wirkt äußerst erfrischend. Die weiblichen Figuren, wie Jara und die Mutter von Rens, wurden vom Regisseur als starke, selbstbewusste Persönlichkeiten dargestellt, die unter den männlichen Akteuren hervorstechen. Insgesamt zeichnet sich die Serie durch die nüchtern gehaltenen, aber realitätsnahen Dialoge sowie die durchgehend kühle Atmosphäre aus.

‚Fenix‘ exklusiv erhältlich bei der Telekom © 2017 ‚Fenix‘ KPN / Lemming Film / A Private View
‚Fenix‘ exklusiv erhältlich bei der Telekom © 2017 ‚Fenix‘ KPN / Lemming Film / A Private View

Der junge Regisseur Shariff Korver ist mit seinen 35 Jahren längst kein Unbekannter mehr. Sein Film No Way Back und sein Debütfilm The Intruder sind preisgekrönt. So wurde Korver beim First Time Fest in New York für den Film The Intruder als „Bester Regisseur“ ausgezeichnet. Auch die niederländischen Schauspieler Rifka Lodeizen (Jara) und Teun Luijkx (Rens) sind national als auch international erfolgreich. Besonders Rifka Lodeizen vermittelt dem Zuschauer glaubhaft ihre Rolle als selbstbewusste, intelligente und zielstrebige Frau und verleiht ihr gleichzeitig einen kühlen Charakter. Ihr facettenreiches schauspielerisches Talent bewies sie erst kürzlich im Filmdrama Messi and Maud, in dem sie eine Frau verkörpert, die akzeptieren muss, dass sie keine Kinder bekommen kann.

 

Die Thrillerserie Fenix ist ab heute exklusiv bei EntertainTV abrufbar.

 

FSF: freigegeben ab 12 Jahren | Hauptabendprogramm © FSFFSF: freigegeben ab …

Die düstere, aber ruhig und dialogreich erzählte Krimiserie enthält einige Bedrohungs- und Gewaltmomente, die Zuschauer ab 12 Jahren kurzzeitig erschrecken könnten, aber nicht übermäßig oder nachhaltig belastend sind. Die dargestellte Gewalt ist immer dramaturgisch eingebettet und geht nicht über das übliche Maß des Hauptabendprogramms hinaus. Mit der nüchternen und wenig emotional inszenierten Story, dem sich langsam entwickelnden Gut-Böse-Schema und den kaum vorhandenen Identifikationsfiguren bietet die Serie einige Distanzierungsmomente. Hinzu kommt das wenig aufschlussreich dargestellte und eher irritierend wirkende Geflecht, in dem die Akteure verwickelt sind, was ebenfalls Distanz schafft. Es wird nicht von einer Übertragung des Geschehens auf den Alltag hiesiger Jugendlichen ausgegangen, weshalb die Serie eine Freigabe für das Hauptabendprogramm erhielt.

Zur dieser und weiteren ProgrammInfos auf der FSF-Website geht es hier.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehprogramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern und externen Antragstellern vorgelegt werden.

Über Jule tom Dieck

Jule studiert Politik-und Kommunikationswissenschaft an der Universität Greifswald. Vor ihrem Studium absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in Frankreich. Neben ihrem Studium hilft sie bei einer Kindertagesbetreuung aus. Während des Praktikums bei der FSF erhofft sie sich, neue Erfahrungen im medienpädagogischen Bereich für ihr Studium sowie ihre berufliche Zukunft zu sammeln.

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