DVD-ROM rein und los geht’s. FaMe als Eisbrecher im Unterricht

In der heutigen Zeit werden Heranwachsende geradezu von multimedialen Angeboten überschwemmt. Umso größer scheint die Herausforderung für Lehrende zu werden, Schüler und Schülerinnen an den zu behandelnden Lernstoff heranzuführen. Denn die Zeiten der Videokassetten und Arbeitsblätter sind längst vorbei.
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In diesem Sinne entschied sich auch Frau N., Lehrerin am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Magdeburg, bewusst für den Einsatz der DVD-ROM Faszination Medien (FaMe) in ihrem Unterricht: Schulbücher sind zwar mittlerweile zunehmend mit Informationen rund um Medien unterschiedlicher Art ausgestattet, doch braucht man zur Behandlung von Medien aus meiner Sicht Materialien, die stets auf dem neuesten Stand und authentisch sind.“

Der Plan, ihre 10. Klasse mithilfe der DVD-ROM aus der Reserve zu locken, funktionierte: „Meine eher ruhige 10. Klasse hat im anschließenden Unterrichtsgespräch sehr gut mitgearbeitet und sich eine Meinung zum Thema gebildet.“  Die Beteiligung am Unterricht war für die Lehrerin auch enorm wichtig, sollte doch das Argumentieren in einer Debatte gelernt werden. Ausgangspunkt war das Thema „Privatsphäre“, einer von vielen Themenbereichen, die auf FaMe behandelt werden.

Menüführung Faszination Medien (FaMe) © bpb/ FSF/ Filmuniversität

Themenübersicht Faszination Medien (FaMe) © bpb/ FSF/ Filmuniversität

Somit erhielten die Schüler und Schülerinnen zunächst eine theoretische Grundlage für die Diskussion, in der alle wichtigen Aspekte und Ereignisse dargestellt wurden. Dies habe sich sehr motivierend auf die Klasse ausgewirkt, so Frau N. „Ich fand es zur Abwechslung mal ganz schön, Informationen nicht nur von Arbeitsblättern und aus Büchern zu erhalten“, sagte die 15-jährige Lisa. Auch ihrem Schulkameraden Erik gefielen die audiovisuellen Beiträge aus FaMe, da diese „viel interessanter sind“ und sich die Informationen besser einprägen. Dabei war auffallend, dass sich die Schüler und Schülerinnen insbesondere für Themen wie soziale Netzwerke und die NSA-Affäre interessierten, wodurch es zu einer angeregten Diskussion kam. „Ich finde gerade in der heutigen Zeit muss man sich mit diesem Thema auseinandersetzen, aber da es so viel darüber gibt, hat man gar keine Lust sich damit zu beschäftigen und ist irgendwie überfordert mit den Informationen“, erklärte die Schülerin Kristin. Die Zunahme der Dynamik während der Debatte war sehr erfreulich, besonders weil die Qualität der Argumente gleichermaßen zunahm. Es wurden nicht nur aktuelle Beispiele aufgegriffen, sondern es wurde auch darüber diskutiert, inwiefern Privatheit für die Lebensqualität wichtig ist. „Das Arbeitsklima war sehr angenehm, da die Schüler so interessiert und motiviert wirkten wie selten“, reflektierte die junge Lehrerin, die die Klasse seit einem Jahr betreut. Der kritische Umgang mit Medien ist in vielen Fächern Teil des Lehrplans, daher kann sie sich eine Verknüpfung mit anderen Fächern sehr gut vorstellen, insbesondere in den Klassenstufen 7 bis 10. Die Vorbereitungszeit ist insofern mit Arbeitsaufwand verbunden, als sich die Lehrkraft mit den vielseitigen Möglichkeiten der DVD-ROM vertraut machen und den Unterricht entsprechend gestalten muss. Dies ist nach Einschätzung der Lehrerin jedoch kein Mehraufwand, da die herkömmlichen Unterrichtsvorbereitungen weitaus mehr Zeit beanspruchen. Aus diesem Grund plant Frau N. bereits einen weiteren Einsatz von FaMe: Vorstellbar wäre der Einsatz in Klasse 7, in welcher verschiedene Kontaktformen wie soziale Netzwerke behandelt und diskutiert werden.

Über Carolin Maier

Carolin Maier (B.A. Medienbildung) beschäftigt sich in ihrem Studium mit dem Schwerpunkt der Medienpädagogik und befinden sich derzeit im vierten Mastersemester an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 2013 arbeitet ist sie als wissenschaftliche Hilfskraft im Medienzentrum der OVGU und ist dort für Videoproduktionen und redaktionelle Tätigkeiten verantwortlich.

15. April 2015 von Carolin Maier
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