Faszination Medien (FaMe) auf dem Kinder-Medien-Festival Goldener Spatz

Seit 1979 ist der Goldene Spatz das Festival, bei dem sich alles um Medien für Kinder dreht. Die meisten Preise werden hier nicht von der erwachsenen Fachjury vergeben, sondern von einer Kinderjury, die stellvertretend für die Zielgruppe die eingereichten Filme, Fernsehsendungen, Animationen und Internetseiten prämiert. Auch dieses Jahr gab es wieder ein medienpädagogisches Begleitprogramm, mit dem neben Kindern auch Pädagogen, Eltern und andere Erziehende angesprochen werden. Das Begleitprogramm startete am Montag, dem 1. Juni 2015, bereits zu früher Stunde. Eines der ersten Events war der Workshop Faszination Medien – Ein multimediales Lernangebot (DVD-ROM) für Schule und Jugendarbeit.

Geladen waren Lehrer der Klassenstufen 6 bis 10, Direktoren und Pädagogen. Gekommen sind Lehrerinnen und Lehrer nicht nur aus Thüringen sowie eine Schulsozialarbeiterin und Verantwortliche des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm).

Staunen bei der kurzen Einführung in die Entstehung, das Anliegen und den Inhalt von FaMe: über 1.000 Bild- und Videobeispiele, fast 600 didaktisch aufbereitete Aufgaben für die pädagogische Arbeit, 182 Experteninterviews, Statistiken und Glossareinträge – ein duales Lernmodell, das aus der Behandlung von Medienthemen und der Beschäftigung mit öffentlichen Diskursen über Medien besteht. Aufmerksam folgen die Teilnehmer den Ausführungen zu den inhaltlichen Bereichen, die schon beim Start der DVD-ROM die zwei unterschiedlichen Zugänge zeigen: links die Themen, die dann anschaulich aufgegriffen und erklärt werden, rechts die öffentlichen Diskurse zu Angebot und Nutzung der Medien, die Heranwachsende zur Reflexion anregen sollen. „Fehlt was?“, wirft der Workshopleiter in die Runde. Nach kurzem Schweigen ein zaghaftes „Eigentlich nicht, das Thema Werbung vielleicht?“. In der nachfolgenden Diskussion zeigen sich alle sehr zufrieden mit der Auswahl, finden die Themen „nah dran an den Medienwelten junger Menschen“ und sehen mit den Diskursen gut die ‘Probleme’ des Medienumgangs getroffen. Als es dann an die Erläuterung der Lehrerhandreichung und Bedienungsanleitung geht, wird es doch etwas unruhig: Man will sich jetzt doch lieber selbst ein Bild machen.

Die Laptops laufen bereits, Faszination Medien ist eingelegt, hastig werden die Kopfhörer aufgesetzt und die Teilnehmer versinken im multimedialen Lernangebot.
Goldener Spatz 2015, Workshop Faszination Medien © Stefan Köneke


Fast eine Stunde lang sind nur das Klicken der Computermäuse, ein leichtes Kopfhörergezirpe und hin und wieder Wortfetzen geflüsterter Einzelgespräche zu hören. „Was haben Sie sich näher angesehen? Warum? Was ist Ihnen aufgefallen? Wie schätzen Sie die Einsatzmöglichkeiten der DVD-ROM bei Ihrer Arbeit ein?“ Nur langsam wenden sich alle wieder dem Workshopleiter und seinen Fragen zu. In der regen Abschlussdiskussion berichten sie dann von den ganz unterschiedlichen Bereichen, in die sie sich vertieft hatten. Die Schulsozialarbeiterin findet den für ihre Arbeit wichtigen Diskurs Sexualität in den Medien besonders gelungen, eine Deutschlehrerin empfindet die Aufbereitung des Themenbereichs News für ihren Unterricht als sehr wertvoll. Wichtige Anregungen zur Selbstreflexion für Heranwachsende bieten nach Meinung zwei weiterer Workshopteilnehmer die Diskurse Gefangen in den Medienwelten und Privat in einer digitalen Welt?. Als dann zum Schluss die Frage nach einer Aktualisierung der DVD-ROM aufkommt, sagt der Workshopleiter zufrieden: „Ja, schon im nächsten Jahr!“

Weiterführende Informationen rund um die DVD-ROM Faszination Medien finden sich auf www.faszination-medien.de und im FSF-Blog unter dem Schlagwort FaMe. Wenn Sie sich für eine Fortbildungen interessieren, gelangen Sie über diesen Direktlink zu weiteren Infos.

Die interaktive DVD-ROM Faszination Medien ist eine gemeinsame Produktion der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) in Zusammenarbeit mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF (HFF) und im Shop der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich.

 

 

Über Dr. Daniel Hajok

Dr. Daniel Hajok, geboren 1970, ist Kommunikations- und Medienwissenschaftler. Er ist freiberuflich als Gutachter, Empiriker, Seminar-/Workshopleiter und Fachautor tätig. Außerdem ist er Mitglied des Beschwerdeausschusses und der Gutachterkommission der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) sowie Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Kindheit, Jugend und neue Medien (AKJM).

08. Juni 2015 von Dr. Daniel Hajok
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