Von hilflosen Prinzessinnen und homosexuellen Elfen

Die medius-Preisträgerin 2012, Isabelle Klug, über hilflose Prinzessinnen und homosexuelle Elfen.

Gender und Sexualitätsstereotype in digitalen Spielen.

Digitale Spiele (als Vertreter jeglicher Medien) spiegeln gesellschaftliche Konstrukte und reproduzieren bekannte Stereotype und Ungleichheiten. So lassen sich Frauen oftmals in Nebenrollen auffinden, die eher durch ihre stark sexualisierten und überformten Körper auffallen. Homosexuelle sind noch seltener vertreten und werden z. B. in Charakter und Äußerem häufig dem anderen Geschlecht gleichgesetzt.

Pseudo-feministischen Spielfiguren wie Lara Croft zum Trotz stellt sich immer noch die Frage nach der egalitären Darstellung von Frauen in digitalen Spielen wie Computerspielen, Spielen für Konsolen oder Handys (vgl. Wiemeyer 2009, S. 120). Gerade weil Video- und Computerspiele heutzutage fast weltweit ein immer selbstverständlicher werdendes Hobby vieler Menschen aller Altersgruppen darstellen, muss sich mit ihren möglichen Chancen und Risiken in einem medienpädagogischen Diskurs auseinandergesetzt werden. Doch warum stellt eine explizite Auseinandersetzung mit der Darstellung von vielerorts sogenannten Minoritäten – wie u. a. Frauen und Homosexuellen – eine Nezessität dar? „For gaming, groups repeatedly seen or seen in particular roles, will begin to be more accessible to the viewer or player“ (Williams u. a. 2009, S. 820), was erstens bedeutet, dass bestimmte Gruppen
bei Spielern entweder stark vorurteilsbehaftet oder kaum kognitiv vertreten sind. Zweitens kann das für die Angehörigen einer Gruppe selbst zur Folge haben, dass sie das Gefühl von eingeschränkter Teilhabe vermittelt bekommen, da „the presence of the group […] as a marker for members [serves] to know that they carry weight in society“ (ebd.).

Die Ausführungen im Folgenden basieren auf der Analyse ausgewählter digitaler Spiele und auf Ergebnissen aus einer Interviewstudie mit zwei homosexuellen Spielern und einer homosexuellen Spielerin (vgl. Klug 2010).

Den ganzen Artikel finden Sie auf unserer Website unter:

http://fsf.de/medienarchiv/beitrag/von-hilflosen-prinzessinnen-und-homosexuellen-elfen/

Auch in diesem Jahr wird der medius vergeben. Bis zum 31. Oktober können noch Arbeiten von Fachhochschulen und Hochschulen eingereicht werden. Mehr Infos zur Ausschreibungfinden Sie hier. Die Preisträger/-innen bekommen Gelegenheit, eine Zusammenfassung ihrer Arbeit in der Fachzeitschrift tv diskurs zu veröffentlichen.

Über Isabelle Klug

Isabelle Klug studierte an der Universität Hamburg Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik sowie Psychologie, Soziologie und Germanistik im Nebenfach. Dort erlangte sie 2011 das Diplom und gewann mit ihrer Abschlussarbeit den medius Preis 2012.

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