Duisburg gibt Stoff. doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche 13

Ein erstmaliges Gemeinschaftsprojekt nimmt seinen Lauf: Vier FilmemacherInnen konnten mit ihren eingereichten Stoffen besonders überzeugen und nehmen als erste StipendiatInnen an der doku.klasse des Duisburger Festivals doxs! teil.
Für die doku.klasse wurden in Zusammenarbeit mit der Grimme-Akademie, der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e.V. und der Filmredaktion 3sat aus 46 Einreichungen drei Projektideen ausgewählt. Zur Bewerbung eingeladen waren alle Filmemacher, die sich an der ZDF/3sat-Ausschreibung ‚Ab 18!‘ mit Exposés beteiligt haben.

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Pressemitteilung
doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche 13
38. Duisburger Filmwoche
3. – 9. November 2014
Duisburg gibt Stoff.

Die doku.klasse 2014 startet mit vier RegisseurInnen und drei Filmideen

Das Klassentreffen ist komplett: Vier FilmemacherInnen konnten mit ihren eingereichten Stoffen besonders überzeugen und nehmen als erste StipendiatInnen an der doku.klasse des Duisburger Festivals doxs! teil. Die Berliner Dokumentaristin Kristina Konrad porträtiert in ihrem Exposé einen jungen Mann, der sich nach seinem Physik-Studium entscheiden muss: Es lockt eine steile Karriere in der Welt der Banken. Oder scheint Diego doch eine ruhigere, universitäre Laufbahn attraktiver?

Lilly Engel, ebenfalls aus Berlin, zeigt die Lebenswelt der in Angola geborenen Lucy (18), ein Bürgerkriegsschicksal in den Fängen der Bürokratie. „Ich freue mich auf frischen Wind und angeregte Gespräche – ob sie nun tiefgreifend, unterhaltsam oder beides werden“, formuliert Filmemacherin Engel ihre Erwartungshaltung. Denn noch vor der filmischen Realisation haben die ausgewählten AutorInnen in der doku.klasse die Möglichkeit, gemeinsam mit zehn Jugendlichen ihre Filmideen intensiv zu diskutieren.

Insa Onken und Gerardo Milsztein aus Köln stellen mit ihrem Stoff den zuvor arbeitslosen Kevin vor. Einen Protagonisten mit Schwierigkeiten in unserem Bildungssystem, der jedoch wieder Mut gefasst hat. „Ich möchte in den Workshops von jungen Menschen lernen und erfahren, welche neuen Formen in ihnen und in ihrer Generation schlummern“, sagt Milsztein.

Mit der doku.klasse will das Duisburger Festival doxs! den kreativen und direkten Austausch zwischen jungen Publika, FilmemacherInnen und TV-Sendern anregen. „Uns interessiert, wie es gelingen kann, intelligente Formen der Zuschauerpartizipation zu entwickeln“, so doxs!-Leiterin Gudrun Sommer zu den Zielen des Projekts. „Spannend wird es dort, wo Teilhabe und Mitsprache in einen Dialog mit Autorenschaft treten“.

Die Auswahl für das Stipendiatenprogramm erfolgte unabhängig von der redaktionellen Entscheidung von 3sat über eine Realisierung der Projekte im Rahmen der Reihe.
Einen Blick hinter die Kulissen der doku.klasse wird eine Veranstaltung mit allen TeilnehmerInnen am 6. November 2014 auf dem doxs! Festival in Duisburg werfen.

Die Exposés und FilmemacherInnen

Diego|Kristina Konrad
„Ich würde gerne eine Spur hinterlassen“, wünscht sich Diego. Der 22-jährige Schweizer ist in London aufgewachsen, studiert Physik in Oxford und hat ein Praktikum bei Goldman Sachs gemacht. Vieles spricht für eine Karriere in der Finanzwelt wie es sein Vater, den er sehr verehrt, vorlebt. Geld würde das bedeuten und Adrenalin, aber auch Algorithmen zu programmieren für den umstrittenen Hochfrequenzhandel und viel Stress mit 16-Stunden–Tagen. Dann also doch lieber eine Zukunft in der Forschung, im Universitätsbetrieb, mit mehr Zeit für Familie, Sport und sonstige Vergnügen? Bald muss sich Diego entscheiden: Wie will ich leben? Und welche Spur möchte ich hinterlassen?

Luthervina & Lucy|Lilly Engel
Lucy ist 18 – und das ist ihr Problem. Sie floh als Kind vor dem Bürgerkrieg in Angola nach Deutschland. Mit ihrer Mutter, aber ohne Geburtsurkunde. Doch die braucht sie jetzt, ihr Bleiberecht läuft bald aus. Ein quälendes Hin und Her zwischen den deutschen Behörden und dem angolanischen Konsulat bestimmt ihr Leben. „Jeder Tag ist anders. Ich weiß morgens nie, was heute passieren wird.“ Lucy ist gezwungen, Kontakt zu ihrer Mutter aufzunehmen – ohne Ergebnis. Schließlich bleibt ihr keine andere Wahl, um an das wichtige Dokument zu kommen: Sie muss nach Angola, in das Land ihrer Albträume. Die Autorin begleitet Lucy auf ihrer schwierigen Reise zurück in die Vergangenheit.

Ich, Kevin|Insa Onken/Gerardo Milsztein
Du bist falsch, du funktionierst nicht richtig: Dieses Gefühl kennt Kevin gut. Aufgewachsen in einem schwierigen Elternhaus, kam er in der Schule nicht zurecht und fehlte viel. „Das einzige Fach, das mir richtig Spaß machte, war Bio.“ In einem Theaterprojekt für langzeitarbeitslose Jugendliche lernte der 21-Jährige sich zu öffnen. Jetzt kann er sagen: „Das bin ich, Kevin.“ Um später Genetik studieren zu können, hat er eine Ausbildung angefangen. Doch das bedeutet Berufsschule. Die Autoren beobachten den jungen Mann auf dem Weg zu sich und in eine ungewisse Zukunft. Ist Kevins neues Selbstbewusstsein schon stark genug für das ungeliebte System Schule?

Die doku.klasse wird unterstützt vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und realisiert im Rahmen von dok you, einer Initiative zur Förderung der Produktion und Rezeption des Kinder und Jugenddokumentarfilms.

Nähere Informationen sowie Bildmaterial zu den FilmemacherInnen
unter www.do-xs.de/presse und zur Ausschreibung ‘Ab 18!’ unter www.3sat.de/film

Hier steht Ihnen die Pressemitteilung zum Download zur Verfügung.

Pressekontakt
doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche
Gudrun Sommer
filmwoche@stadt-duisburg.de
www.do-xs.de
Tel. +49 (0) 203 283 4164 Fax +49 (0) 203 283 4130

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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