Absicht oder Inszenierungsweise? Die Feststellung von Menschenwürdeverstößen im Fernsehen

Menschenwürdeverletzungen sind im Fernsehen alltäglich. In Nachrichten und Dokumentationen wird über Misshandlungen, Folter und Tötungen berichtet, und für viele Genres des Fiktionalen sind Darstellungen von Morden oder der Zerstörung menschlicher Körper konstitutiv. Für die Feststellung eines medialen Menschenwürdeverstoßes, der immerhin ein Sendeverbot nach sich zieht, genügt allerdings nicht die Darstellung einer Würdeverletzung an sich. Das Geschehen muss in einer bestimmten Art und Weise dargestellt und kommentiert werden – eine Unbestimmtheit, die subjektiven Wertungen gewissen Raum lässt. Es verwundert daher nicht, dass es in Grenzfällen zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen kann. Einige Sendeverbote, die die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) erteilt hat, wurden von juristischen Gutachtern bestätigt, andere aufgehoben, wieder andere nicht weiter überprüft. In manchen Fällen hat die Kommission für Jugendmedienschutz… Weiterlesen ...

Neu: tv diskurs 1/2015 Unantastbar? Medien und die Menschenwürde

In wenigen Tagen erscheint das neue Heft der tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien. Hier gibt es schon einmal eine kleine Vorschau auf die 71. Ausgabe! tv diskursbeschäftigt sich in dieser Ausgabe mit der Frage, welche Bedeutung der hohe Rang der Menschenwürde für unsere Gesellschaft und ihre Werteordnung hat und wie der grundgesetzlich gebotene Schutz der Menschenwürde in den Medien beurteilt werden kann. Schließlich ist dieser große Begriff äußerst abstrakt und daher kaum präzise zu definieren. Wie können die Medien und die Selbstkontrolle ihre Programme zuverlässig daraufhin überprüfen, ob sie einen Menschenwürdeverstoß darstellen? Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen wird deutlich, dass es sich meist um schwierige Abwägungsprozesse handelt, die im Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen können. Weiterlesen ...