Archiv für Studie

„Mehrmals pro Woche von Papier“

Die Kinder-Medien-Studie erfreut Eltern, Pädagogen und vor allem Verlage: Kinder lesen Printprodukte.

Wenn Medienunternehmen das Freizeitverhalten ihrer Zielgruppe erforschen lassen, geschieht das selten aus Gründen des Gemeinnutzes; Motor solcher Studien ist selbstredend die Frage, wie man die eigenen Produkte noch besser vermarkten kann. Motive dieser Art dürften sich auch hinter der groß angekündigten Kinder-Medien-Studie verbergen, wie schon die Überschrift der entsprechenden Pressemitteilung verrät: „Trotz Smartphone: Kinder lesen klassisch!“ Adressat dieser Botschaft ist nicht die Allgemeinheit, sondern die werbetreibende Wirtschaft, denn bei den Auftraggebern der Umfrage handelt es sich um sechs große deutsche Verlage. Weiterlesen

04. September 2017 von Tilmann P. Gangloff
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Germany´s Next Topmodel ist nur ein Problem von vielen!

Gestern erschien bereits der 1. Teil unserer Beitragsreihe Was macht Germany´s Next Topmodel (GNTM) mit dem Menschen – oder was machen Menschen mit GNTM?
Heute nun die Fortsetzung: Darauf kommt es aus medienpädagogischer Sicht an! Der folgenschwere Tunnelblick auf GNTM: Die Studie fokussiert sehr auf das postulierte Körperbild bei GNTM und verhindert, dass wir die Sendung auch anders kritisch unter die Lupe nehmen. Denn stellen wir eins klar: Kritik ist absolut angemessen, egal, ob der behauptete Effekt zutrifft oder nicht. Von der Sexualisierung der Mädchen über die Erzeugung von Dramaturgie auf Kosten der Beziehungen (nach dem Motto: Wer ist die Bitch, wen werden alle hassen, wer wird als erstes heulen?), über die Produktplatzierung bis hin zum Befehlston, mit dem „Mama Heidi“ ihren Mädchen absurde, erniedrigende Challenges abverlangt – die Sendung geht gar nicht. Aber, und damit zurück zu den Kernaussagen: die Ätiologie von Essstörungen ist bislang noch nicht ausreichend geklärt, Essstörungen haben multifaktorielle und sehr komplexe Ursachen. Darauf weist die Studie ja selbst hin. Was im Umkehrschluss heißt, dass wir auch mit Aussagen zur Wirkung von GNTM differenziert umgehen müssen. Weiterlesen

12. Juni 2015 von Eva Borries
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Was macht Germany´s Next Topmodel (GNTM) mit dem Menschen – oder was machen Menschen mit GNTM?

Warum eine neue Studie über Germany´s Next Topmodel (GNTM) eine wichtige Chance verpasst.

In den letzten Wochen wurde (nicht zum ersten Mal) der Vorwurf erhoben, die Sendung Germany’s Next Topmodel mache junge Mädchen krank. GNTM wird in einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) als Verstärker von Essstörungen eingestuft.

„Studie belegt: GNTM kann Magersucht fördern“, so titeln Zeitschriften (in diesem Fall der Stern). Wie, bei allen? Nein: es geht um Menschen, die bereits krank sind. Wer erste Züge einer Erkrankung aufweist oder bereits krank ist, der wird durch die Sendung noch kranker, so die Studie. Die Erkenntnisse basieren auf subjektiven Einschätzungen der Probanden, die gefragt wurden, welche TV-Sendung die krankmachenden Gedanken während der eigenen Essstörung verstärkten. Die Medien stürzen sich auf die Studie, als sei es eine völlig neue Erkenntnis, zitieren die Studie ausschnittsweise – und versäumen erfolgreich, sich das Ganze genau anzuschauen, kritisch zu kommentieren und etwas daraus zu lernen. Weiterlesen

11. Juni 2015 von Eva Borries
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„Man empfindet da wirklich mit und hat da wirklich Spaß dran, so drüber zu reden“

Sendungen wie Familien im Brennpunkt, X-Diaries oder Pures Leben – Mitten in Deutschland stehen seit ihrem Erscheinen im deutschen Fernsehprogramm in der Kritik: Vor allem junge Zuschauer würden die im Dokumentationsstil inszenierten Sendungen für real halten und dabei ein verzerrtes Bild von der Lebenswirklichkeit vermittelt bekommen. Die FSF hat sich Formate dieses als Scripted Reality bekannten Genres genauer angesehen.

Um zu erfahren, warum sich junge Zuschauer diese Sendungen ansehen, ob sie den fiktionalen Charakter erkennen und ob ihr Normalitätskonzept durch scheinbar abgefilmte Realität stärker beeinflusst wird als durch fiktionale Programme wurden qualitative Interviews mit Jugendlichen durchgeführt. Ein weiterer Themenschwerpunkt in den Interviews: Anschlusskommunikation – diesem Teilbereich der Studie Scripted Reality auf dem Prüfstand
Teil 2: Berlin – Tag & Nacht aus der Sicht junger Fans. Eine qualitative Befragung
ist der heutige Blogbeitrag gewidmet. Ausgangspunkt in den Gesprächen war die bei jungen Zuschauern sehr beliebte Scripted-Reality-Serie Berlin – Tag & Nacht. Weiterlesen

22. Januar 2014 von Jenny F. Schneider
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Scripted Reality auf dem Prüfstand

In Teilen der Öffentlichkeit steht Scripted Reality immer wieder in der Kritik. Groteske Geschichten im Unterschichtenmilieu würden lautstark in vulgärem Jargon als Realität vorgeführt, obwohl alles gespielt sei. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) führte im Frühjahr 2012 eine exemplarische Inhaltsanalyse durch, um zu überprüfen, inwiefern diese Kritik berechtigt ist, soweit sie den Inhalt betrifft. Nun folgt der ausführliche Forschungsbericht, der auch detailliert auf das Problem der Kriterienanwendung bei der Codierung eingeht. Dieser ist ab heute auf unserer Website abrufbar.
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04. Dezember 2012 von Joachim von Gottberg
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