Das neue Geschäft mit der hohen Altersfreigabe

Die meisten Blockbuster, die in den USA produziert werden, streben eine Altersfreigabe ab 13 an. Mit dem sogenannten PG-13-Rating kann ein Film das größtmögliche Publikum ansprechen, und Produktionsfirmen sind bereit, dafür so einige Veränderungen hinzunehmen. Denn diese Altersfreigabe kann im Grunde direkt in Einnahmen an den Kinokassen umgerechnet werden. Gerade im Comicgenre wird in der Regel eine niedrige Altersfreigabe angestrebt, weil das Zielpublikum des Materials ohnehin jünger ist. Man ist also bisher davon ausgegangen, dass Filme mit höherer Altersfreigabe kein Geld einbringen. Vor allem, wenn es sich um Massenunterhaltung handelt. Nun hat ein Film dieses Mantra durchbrochen: Deadpool. Weiterlesen ...

Altersfreigaben in den USA: Blutleere Gewalt ab 13

Der Film Taken (dt: 96 Hours) ist nur eines von vielen kuriosen Beispielen für das  PG-13-Rating in den USA. Liam Neeson, der mit Taken eine späte Action-Karriere begann, ist darin auf der Suche nach seiner entführten Film-Tochter, bewaffnet mit „a particular set of skills“ und einem der inzwischen am meisten verballhornten Filmzitate: „I will look for you, I will find you and I will kill you.“ Das hier angedeutete Gewaltniveau brachte dem Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 und in Großbritannien ab 15 Jahren ein. Diese Diskrepanz zur amerikanischen Einstufung hat verschiedene Gründe. Altersfreigaben werden in den USA von der Motion Picture Association of America, kurz MPAA, verantwortet. In Großbritannien heißt das entsprechende… Weiterlesen ...

Serienmüdigkeit

In den letzten Jahren umgab das Fernsehen und seine Streaming-Äquivalente eine regelrechte Goldgräberstimmung. Kritiker und Zuschauer kriegten sich nicht wieder ein in Bezug auf die bahnbrechende Qualität von TV-Serien. Dieses musste man gesehen haben, jenes war schon absoluter Kult und das hier würde der nächste große Hit (oder auch nicht). Doch inzwischen mischen sich auch andere Töne in die Begeisterung. Weiterlesen ...

Weiblich, ledig, kaputt, nicht unbedingt gut

Während 2015 wieder viele Frauen aus Film und TV ihre Stimme erhoben und Missstände anklagten, brachte uns das Jahr jedoch auch Imperator Furiosa, Kate Macer, Rey und diverse andere spannende Frauenfiguren. Für manch einen gehörte auch Jessica Jones in diese Aufzählung, ein Heldinnnen-Neuzugang aus der Streamingwelt. Die gleichnamige Serie gehört zur Netflix-Sektion des Marvel-Universums. Jessica Jones, Daredevil, Luke Cage und Iron Fist werden sich irgendwann zu The Defenders vereinigen. Katja Dallmann über Frauenfiguren in Film und Serien. Weiterlesen ...

Das neue Genre der Langeweile

Gerade Streaming-Plattformen haben mit ihrer Veröffentlichungspraxis sowohl die Produktionsweisen von Serien als auch unsere Sehgewohnheiten stark verändert. Wenn über diese Entwicklungen gesprochen wird, so wird häufig gesagt, dass es sich bei der Veröffentlichung einer kompletten Serienstaffel am Stück nicht mehr um eine Serie handelt, sondern um einen 13-stündigen Film. Doch was bedeutet es genau, einen solchen Film zu drehen? Es bedeutet, dass die gesamte dramaturgische Struktur der Erzählung auf 13 Stunden ausgelegt ist. Es bedeutet: ca. 3 Stunden Exposition, etwa 6 Stunden Mittelteil, ungefähr 4 Stunden Finale. Es bedeutet, dass der erzählerische Bogen einzelner Folgen völlig außer Acht gelassen wird. Und es bedeutet, dass ich mich in letzter Zeit viel gelangweilt habe. Weiterlesen ...