Datenfalle unterm Weihnachtsbaum

Studie von Mozilla deckt bei vielen Produkten mangelnden Datenschutz auf

 

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob Ihr Staubsauger datenschutzkonform ist oder Ihre Türklingel Sie vielleicht ausspioniert? Nein – und das klingt auch vollkommen absurd!? Dass es allerdings gar nicht so abwegig ist, zeigt die neue Studie der Mozilla Foundation.

Bereits im fünften Jahr in Folge hat ein Forscherteam untersucht, inwieweit bestimmte technische Geräte und Anwendungen die Privatsphäre ihrer Nutzer*innen schützen – oder eben auch nicht. Getestet wurden Produkte aus Kategorien wie Smart Home, Entertainment, Spielzeug & Spiele, Wearables, Gesundheit & Sport und Haustiere. Die Ergebnisse sind erschreckend, aber teilweise auch fast ein wenig kurios. Denn ganz oben auf der „Bedenklichkeits“-Liste befinden sich Geräte, die man vielleicht eher nicht mit dem Thema Datenschutz in Verbindung gebracht hätte: ein Laufband, ein Heimtrainer, ein Hundehalsband. Von den insgesamt 151 getesteten Produkten sind 46 besonders negativ aufgefallen und wurden von Mozilla mit dem Warnhinweis *privacy not included versehen. Darunter auch Geräte und Anwendungen großer Unternehmen wie Microsoft, Amazon oder Meta (ehem. Facebook). Nur 22 Produkte erhielten das Prädikat Best Of für besonders gute Datenschutzbedingungen. Hierunter vertreten sind u.a. Produkte der Marken Apple, Sennheiser und Garmin. Auch ein WLAN-fähiger Staubsauger und eine Körperwaage sind dabei.

Symbolbild: Weihnachtspräsente in Geschenkpapier und mit Weihnachtsdeko; pexels.com: Foto von Laura James von Pexels
Symbolbild | pexels.com: Foto von Laura James

Die Ergebnisse der Studie wurden von Mozilla in einem Einkaufsguide zusammengefasst. Für die bevorstehende Weihnachtszeit und dem damit verbundenen Einkauf von Geschenken bietet dieser eine Hilfestellung, damit am Ende keine ungeahnten Datenfallen unter dem Weihnachtsbaum landen. Vor allem bei Präsenten für Kinder sollte auf den Datenschutz geachtet werden. Leider ist er auch hier bei Weitem nicht immer gegeben. So kann ein scheinbar harmloses Plüschtier überaus problematisch sein. In solchen Fällen sollte insbesondere der Fokus darauf liegen, mögliche Einstellungen zur Kindersicherheit einzurichten. Aber auch bei Produkten für Erwachsene ist es wichtig, sich über die Datenschutzbedingungen zu informieren. Fragen, die helfen hierbei einen Überblick zu bekommen, sind zum Beispiel: Welche Daten werden zu welchem Zweck erhoben? Wie lange werden sie gespeichert? Werden sie mit Drittanbietern geteilt? Und kann ich sie löschen lassen? Das Nachspüren kann allerdings ziemlich kompliziert werden, denn viele Anbieter geben keinen wirklich nachvollziehbaren Einblick in ihre Datennutzung. So muss man teilweise über lange Umwege die Datenschutzverordnung des jeweiligen Unternehmens suchen oder findet sie manchmal auch gar nicht. So seien die Datenschutzrichtlinien der Firma Amazfit, ein Hersteller für Smart Watches, sehr versteckt und und Onyx Boox biete gar keine an, laut Mozilla (Quelle: heise.de).

foundation.mozilla.org: Screenshot moz:lla zu den Ergebnissen von *privacy not included
foundation.mozilla.org: Screenshot moz:lla: Ein unterhaltsames Feature des Guides ist das sogenannte „Creep-o-Meter“. Hier können Nutzer*innen selbst die Produkte auf einer Skala von „Not Creepy“ bis „Super creepy“ bewerten.

Wer sich nun von technischen Geschenken abwenden und Weihnachten ganz im Sinne des Fests der Liebe feiern möchte, sei jedoch ebenfalls gewarnt: auch viele Kennenlern- und Dating-Apps schlossen bei den Untersuchungen schlecht ab. Viele Informationen und nützliche Hinweise zum Thema Datenschutz und zum sicheren Umgang mit Daten im Netz finden Sie auf unserer Lernplattform Medienradar mit dem Dossier Daten & Privatsphäre – unsere digitalen Spuren.

 

Weiterführende Links

Quellen

Links zuletzt geprüft am 29. November 2021

Über Carolin Schramm

Nach ihrem Bachelor in Europäische Medienwissenschaft vertieft Carolin ihr Interesse für Medien im Masterstudiengang Medienwissenschaft an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Privat engagiert sie sich ehrenamtlich, u.a. bei ArbeiterKind.de. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2021 darf sich die FSF über ihre Unterstützung im Rahmen eines Praktikums freuen.