Neu: TV Diskurs 3/2014 20 Jahre FSF. Resümee und Ausblick

In wenigen Tagen erscheint das neue Heft der tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien. Hier gibt es schon einmal einen auszughaften Einblick in die verschiedenen Themen der neuen Ausgabe. Im Titel dreht sich in dieser Ausgabe alles um den runden Geburtstag der FSF – den wir gebührend am 24. Juni in Berlin feierten.

Im April 1994 nahm die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ihre Arbeit auf. Vorausgegangen war eine lautstark geführte Debatte über explizite Darstellungen von Gewalt oder sexueller Stimulanz. Die eigens gegründete Privatinitiative Verbrauchervereinigung Medien, deren Vorsitzender Edgar Weiler für seinen Kampf gegen TV-Gewalt 1997 das Bundesverdienstkreuz erhielt, brachte 1998 sogar eine Versicherung dazu, ihre Werbefigur „Herrn Kaiser“ nicht mehr im Umfeld des Sexmagazins Liebe Sünde zu platzieren. Aber auch aus der Wissenschaft gab es Warnsignale. Die Zunahme an Gewaltdarstellungen würde zu einer Kultivierung von Gewalt vor allem bei Jugendlichen führen.
Nach 20 Jahren FSF ist der Jugendschutz im Bereich des Fernsehens, so ist allgemein zu hören, gut umgesetzt. Das heißt aber nicht, dass damit die Welt des Jugendmedienschutzes in Ordnung wäre. Das Internet als medienkonvergenter Vertriebsweg stellt nicht nur sehr viel mehr an grenzüberschreitenden Darstellungen bereit, sondern ist überdies mit den herkömmlichen Methoden des Jugendschutzes nicht mehr zu kontrollieren. Das hat natürlich Konsequenzen für den klassischen Jugendmedienschutz, denn wie will man rechtfertigen, dass Kino, DVD und Fernsehen mit hohem Aufwand und entsprechenden Beschränkungen reguliert werden, während grenzüberschreitende Darstellungen im Netz kostenlos und ohne jede Beschränkung verfügbar sind?
tv diskurs beleuchtet die 20-jährige Geschichte der FSF aus unterschiedlichen Perspektiven und mit ihren Höhen und Tiefen. Außerdem haben wir verschiedene Wegbegleiterinnen und -begleiter nach ihren Ansichten zu unserer Arbeit in den letzten 20 Jahren befragt. Eines ist gewiss: Neben der Rückschau geht es vor allem darum, den Jugendschutz der Zukunft zu entwerfen! In den nächsten Jahren werden wir in Bezug auf das Internet wahrscheinlich weniger auf die Kontrolle der Anbieter als auf eine Stärkung der Medienkompetenz und der Selbstkontrolle des Rezipienten setzen müssen. Wie dieser Weg genau aussehen soll, muss in Zukunft offener und realitätsbezogener als bisher diskutiert werden.

tv diskurs 69 3/2014 20 Jahre FSF. Resümee und Ausblick

EDITORIAL

INTERNATIONAL
Die Kunst, zwischen den Zeilen zu lesen
Internationales Filmfestival Fribourg 2014
Jens Dehn

PÄDAGOGIK
Durch Medien im Bilde
Wenn einer der wichtigsten Sinne fehlt
Carolin Maier und Elena Vohl
(in unserem YouTube-Kanal geben zwei Filme – jeweils mit dem Titel Durch Medien im Bilde – konkrete Einblicke in die hier vorgestellte Arbeit der Autorinnen.)

TITEL
Eine kurze Geschichte mit extrem viel Handlung
Persönliche Anmerkungen zum 20. Geburtstag der FSF
Joachim von Gottberg

Eher eine Frage der öffentlichen Wahrnehmung
Kritik an Gewaltdarstellungen war überzogen
Gespräch mit Dr. Helmut Thoma

FSF: 20 Jahre effektiver Jugendschutz
Dieter Czaja

20 Jahre FSF
Visionen für einen Jugendschutz der Zukunft
Wim Bekkers

Aufsicht, Freiwillige Selbstkontrolle, Medienpädagogik
Aufgaben für die digitale Revolution
Thomas Krüger

Konvergente Medien – divergente Regulierung
Eine Zustandsbeschreibung der deutschen Medienpolitik
Tobias Schmid

Stress lieber vor der Ausstrahlung
Gespräch mit Ute Biernat

20 Jahre ferngesehen
Höhe- und Tiefpunkte aus der FSF-Prüfpraxis
Claudia Mikat

PANORAMA

WISSENSCHAFT
Das Porträt: Natascha Adamowsky
Alexander Grau


Identitätsbildung durch Perspektivwechsel

Filme fördern die kritische Auseinandersetzung Jugendlicher mit sich und der Welt
Gespräch mit Prof. Dr. Jürgen Grimm

Exzessive Mediennutzung
Außen- und Innenansichten der digitalen Lebenswelt Jugendlicher
Daniel Hajok und Julia Rommeley

MEDIENLEXIKON

DISKURS
In die Köpfe, aber nicht in die Herzen
Warum Moderatoren im Kinderfernsehen heute keinen Kultstatus mehr erreichen
Tilmann P. Gangloff

LITERATUR

RECHT

SERVICE
Ins Netz gegangen
Vor dem Ersten Weltkrieg: 1914 – Tag für Tag
Olaf Selg

„Let me edutain you – Fit für die digitale Welt?“
medien impuls am 22. Mai 2014 in Berlin
Christina Heinen

Der Rollstuhl in der Nebenrolle
Sommerforum Medienkompetenz
am 5. Juni 2014 in Babelsberg
Uwe Spoerl

Auf unserer Website finden Sie nach Erscheinen der tv diskurs 2/2014 die einzelnen Artikel zum Download sowie weitere Themen, da hier nur ein Auszug des Inhaltverzeichnisses abgebildet ist.
Wenn Sie Interesse an diesem Heft haben oder tv diskurs regelmäßig erhalten möchten (erscheint vierteljährlich), wenden Sie sich bitte über unser Kontaktformular an die Redaktion.

Über tv diskurs

Die Fachzeitschrift tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien informiert wissenschaftlich, pointiert und verständlich über aktuelle Entwicklungen im Bereich des Jugendschutzes, der Medienforschung und der Medienpädagogik. Sie erscheint viermal im Jahr und bietet ein Forum für unterschiedliche Positionen. Es werden nicht nur aktuelle Entwicklungen im Medien- und Jugendschutzbereich aufgegriffen, sondern auch grundlegende, philosophische Fragestellungen diskutiert.

28. Juli 2014 von tv diskurs
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