House of Cards endlich im deutschen Free-TV

„Nein, das kann ich nicht akzeptieren! Mein Mann entschuldigt sich nicht. Nicht mal bei mir!“

Wer möchte eine Frau mit dieser liebreizenden Einstellung an seiner Seite haben? Francis Underwood. Der liebt seine Frau sogar dafür – „mehr als Haie Blut lieben“. Sie werden Pläne schmieden des Nachts, viele giftige Pläne … und das Spiel beginnt – so lautet auch der treffende Titel der Pilotfolge dieser überaus erfolgreichen US-Politthrillerserie House of Cards.

Zu sehen auf Sat. 1 ab 10. November jeden Sonntagabend um 23.15 Uhr.

House of Cards (c) FSFFrancis Underwood (Kevin Spacey) spekuliert auf den Posten des Außenministers, weshalb er den Präsidentschaftskandidaten Garrett Walker (Michael Gill) im politischen Washington D. C. unterstützt, wo er nur kann. Aber was passiert, wenn man sich aufreibt und am Ende nicht das herauskommt, was man sich erhofft hatte und einem fest in Aussicht gestellt wurde? Entweder man zieht gedemütigt den Schwanz ein und fügt sich seinem Schicksal oder man rebelliert gegen dieses unloyale Verhalten – das im Politikgeschäft auf der Tagesordnung zu stehen scheint – auf seine ganz eigene Art und Weise. Walkers erste Amtshandlung ist es, sein Versprechen gegenüber Underwood zu brechen, er befördert ihn nicht zum Außenminister, sondern belässt ihn weiter in der Position des Fraktionsführers der Demokraten im Repräsentantenhaus. Underwood schäumt vor Wut, schlägt um sich, allerdings nicht laut oder tobend, im Gegenteil: mit Bedacht und Hinterlist und in Kooperation mit seiner nicht minder intriganten Frau.
Dieses Szenario bildet die Grundlage aller künftigen von den Underwoods initiierten Machtspielchen und Rachegelüste, von der House of Cards erzählt.
Wir dürfen gespannt sein.

Mit Kevin Spacey in der Hauptrolle des skrupellosen und auf Rache sinnenden Underwood ist Regisseur David Fincher ein echter Clou gelungen. Neben Spacey – sicherlich jedem ein Begriff seit seiner oskargekrönten Darstellung des frustrierten und lüsternden Familienvaters Lester Burnham in American Beauty (1999) – wurden Robin Wright als ebenfalls verbissene und machtbesessene Ehefrau Claire Underwood, Kate Mara als ambitionierte Journalistin Zoe Barnes, Underwoods Handlanger im Kongress Michael Kelly alias Doug Stamper sowie Corey Stoll als Politmarionette Peter Russow allesamt als Teamplayer zur Darstellung des korrupten Politalltags besetzt.
Autor Beau Willimon unterstützte im Jahr 2000 Hillary Clintons Kampagne für ihre Wahl zur Senatorin, womöglich ließ sich Willimon durch diese Erfahrung zur Produktion der Serie inspiririeren.
Die Serie, die in den USA nicht einmal im herkömmlichen TV, stattdessen umso erfolgreicher im Internet auf dem Videoportal Netflix lief, wurde sofort für einen Emmy in der Kategorie „Beste Dramaserie“ nominiert und in den Kategorien „Beste Regie, Kamera und Casting“ auszgezeichnet.

Die erste Episode der Politserie wurde bereits am 6. November im englischen Original mit deutschen Untertiteln (OMU) auf ProSieben MAXX ausgestrahlt. Ab 13. November werden dort jeden Mittwoch ab 20.15 Uhr zwei Episoden der ersten Staffel hintereinander in OMU gezeigt. Die synchronisierte Fassung läuft ab Sonntag, 10. November 2013 um 23.15 Uhr auf Sat.1.

Die FSF prüfte drei Folgen der 13 Episoden starken ersten Staffel und gab die ersten beiden Episoden für Kinder ab 6 Jahren frei und die Episode 07 für ab 12-Jährige verbunden mit einer Ausstrahlung im Tagesprogramm.

Zur ProgrammInfo der Serie  House of Cards auf der FSF-Website geht es hier.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehprogramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern vorgelegt werden.

Über Sandra Marquardt

Sandra Marquardt hat 2010 ihr Magisterstudium in Filmwissenschaft und Publizistisk- und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin abgeschlossen. Seit 2011 arbeitet sie als Onlineredakteurin bei der FSF.

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