Und was schauen Sie, Frau Mikat?

Claudia, du bist Prüferin der FSF – schaust du auch privat Fernsehen? Wie oft schaltest du zu Hause deinen Fernseher an?

Beinahe täglich.

Wann und in welchen Situationen schaltest du den Fernseher an und was schaust du regelmäßig?

Meistens läuft der Fernseher bei uns zwischen 18.30 und 20.15 Uhr. Beim Kochen sehe bzw. höre ich gerne die rbb-Regionalnachrichten. Mit meiner Tochter sehen wir gerne Wissen macht Ahh! oder Pur Plus und dann Logo. Fast jeden Tag sehen wir die Tagesschau.

Wird der „On-Knopf“ gedrückt, weil du ein bestimmtes Programm sehen willst oder zappst du durch die Kanäle, bis du etwas Passendes findest? Und wann betätigst du den „Off-Schalter“?
Ich kenne beides. Es gibt bestimmte Highlights im Programm, die die ganze Familie interessieren, z.B. Voice of Germany – bei solchen Ereignissen – zumindest beim Finale – schalten wir gezielt ein und organisieren den Alltag entsprechend. Wenn es passt, suche ich Freitag abends die Heute Show und Talk-Shows. Sonntags sehen wir gerne Die Maus. Abends schalte ich oft den Tatort ein und entscheide je nach Drehort/Team und Story, ob es sich lohnt, dran zu bleiben. Die anschließende Runde um Günther Jauch interessiert mich prinzipiell; die Auswahl der Gäste oder das Thema ist aber oft auch ein Grund zum Ausschalten. Das wahllose Zappen ist selten geworden. Da ich viele Unterhaltungsprogramme unserer Mitgliedssender von der Arbeit her kenne, ist mein privates Interesse an den aktuellen Sendungen eher gering. Manchmal zappe ich, um einen Überblick über das Angebot zu behalten – vor allem über das, das uns nicht vorgelegt wird.

Wie verbringst du deine Zeit vor dem Fernseher? Bist du ein aufmerksamer Zuschauer oder erledigst du beim fernsehen Dinge nebenbei?

Bei den bisher genannten Beispielen läuft das Fernsehen für mich nebenbei – sämtliche Neben- (oder Haupt-) tätigkeiten sind dabei vorstellbar. Als unaufmerksam würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen.

Bist du durch deine Prüftätigkeit bei der FSF auf bestimmte Programme aufmerksam geworden, die dich nun auch in deiner Freizeit interessieren?

Definitiv Ja! Zugegebenermaßen passen die üblichen Fernsehzeiten nicht in meinen Alltag, außerdem bin ich zu ungeduldig für Mehrteiler, die einmal pro Woche gezeigt werden. Wenn mich eine Serie, die ich oft über die Arbeit bei der FSF kennenlerne, interessiert, leihe ich mir ganze Staffeln auf DVD aus und schaue sie „am Stück“, wenn die Zeit es zulässt (so z.B. Dexter, Spartacus, Boardwalk Empire, Six Feet Under, Lost, Life on Mars). Auch Filme, die ich im Kino verpasse, sehe ich gerne auf DVD.

Bei welchem Format, welchem Film hattest du das letzte Mal das Gefühl wirklich gut unterhalten zu werden? Was war dein letztes gutes Fernseherlebnis?

Im Fernsehen: Das Voice of Germany-Finale und Australia, der kürzlich auf VOX lief, außerdem Borgen auf Arte; auf DVD, angeregt durch die FSF-Prüfung: Mad Men.

Und was war das Schlimmste, das du in letzter Zeit gesehen haben?
Das „Schlimmste“ waren sicher die Berichte über das Grundschulmassaker in Newtown. Jenseits der Realität bin ich relativ schmerzfrei.

Das Interview führte Luise Weigelt.

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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