Die Utopie einer neuen (Fernseh-) Welt

15 Menschen essen, schlafen, wohnen gemeinsam auf einem abgesteckten Gelände und werden dabei rund um die Uhr von Fernsehkameras gefilmt. In regelmäßigen Abständen wird ein Kandidat herausgewählt, ein neuer kommt hinzu. Anfang des Jahres startete in den Niederlanden das Reality-Format Utopia. Die Anordnung klingt zunächst so neu nicht. Doch was Utopia besonders macht, sind zwei Dinge: Erstens werden die Kandidaten in Ruhe gelassen. Heißt, sie sollen „richtig leben“ und werden nicht durch Spiele, Aktionen oder Interviews in einem ständigen künstlich-medialen Zustand gehalten. Angeblich gibt es keinerlei Eingriffe vonseiten der Produktion, denn die Kandidaten sollen vor allem zusammenarbeiten und nicht, wie noch beim Reality-Urformat Big Brother, gegeneinander. Und zweitens ist die Länge des Formats ungewöhnlich: Utopia ist auf die Dauer von einem ganzen Jahr angelegt ... Weiterlesen ...

Das Format

In der heutigen Medienlandschaft ist „Format“ ein Schlüsselbegriff. Während beim Radio dieser Begriff für die Vereinheitlichung des Gesamtprogramms eines Senders und die erstrebte Ähnlichkeit aller Programmbeiträge steht, handelt es sich bei einem „Fernsehformat“ um eine einzelne Produktion, die in mehreren Ländern ausgestrahlt wird, aber in je eigener nationaler Version. Um Ähnlichkeit geht es auch hier, um die Ähnlichkeit der Adaptionen. Beim Begriff „Fernsehformat“ denkt man zunächst an das zugrunde liegende Sendungskonzept, gemeint ist aber weitaus mehr. Ein „Format“ ist eine Gebrauchsanweisung, ... Weiterlesen ...