Der wundervolle Scully-Effekt

Gefühlte Wahrheiten sind eine tückische Sache. Beispielsweise bin ich überzeugt, dass gerade Unterhaltungssendungen einen ungeheuren Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben. Gäbe es in jedem Fernsehfilm, jeder Fernsehshow, jeder Serie ganz selbstverständlich Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, Männer und Kinder mit unterschiedlichen Körperformen, mit und ohne Behinderungen würde sie ganz natürlicher Teil unseres Alltags. Aber gefühlte Wahrheiten sind nicht belegt. Doch nun wurde eine diese Überzeugungen nachgewiesen: der sogenannte Scully-Effekt. Weiterlesen ...

Vereinsamen wir durch Netflix und Co?

So schön es ist, Serien und Filme über Streamingportale, wann und wo immer man möchte, zu schauen – meist ist man dabei allein. Früher sah man noch jeden Tag eine Folge GZSZ im Fernsehen, um sich am nächsten Tag auf dem Schulhof darüber auszutauschen. Heute twittern und snapchatten wir über Bachelor, GNTM und Co. Bisher überlassen die Fernsehsender den bereits etablierten sozialen Netzwerken das virtuelle Gemeinschaftserlebnis. Weiterlesen ...

Im Datenstrom des Datenmeers schlägt das Datenleck, einer der bekanntesten Datenkraken, hohe Wellen

Die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzer*innen sind durch das „Leck“ getropft oder gelaufen oder – was eigentlich? Es ist schon bemerkenswert, kaum reden wir über „das Internet“, meinen wir eigentlich nur das World Wide Web und verwenden vor allem Metaphern aus dem aquatischen Bereich: Wir surfen im Internet, es gibt einen Datenstrom oder gar ein Datenmeer und nun schlägt besagtes Datenleck, einer der bekanntesten Datenkraken, hohe Wellen. Aber diese Sprachbilder führen in die Irre – und in eine bedenkliche Richtung. Weiterlesen ...

Die Flüchtigkeit von Silvester

Seit WhatsApp, Facebook und Co. beim Essen im Restaurant, auf Konzerten, eigentlich egal wo, nicht fehlen dürfen, ist es ist jedes Jahr das selbe (Trauer-)Spiel: Es ist der 01. Januar 2018, 00:01 Uhr oder etwas später. Es wurde angestoßen, laut ein frohes neues Jahr gewünscht und zack! haben fast alle ihr Handy vor der Nase. Es mutet fast wie ein Wettrennen an: Alle wollen zuerst die Wünsche fürs neue Jahr in die Welt simsen, whatsappen, twittern, facebooken, snapchatten. Passend dazu wird ein bereits vorab ausgesuchtes dämlich-albernes Bild mit Sinnspruch oder aber ein super spontanes, natürlich völlig ungestelltes Foto verbreitet. Dass das Netz regelmäßig zusammenbricht, weil sich alle zur selben Zeit mitteilen wollen, wird ausgiebig verflucht, ist aber kein Hinderungsgrund sich jedes Jahr aufs Neue darüber zu echauffieren. Weiterlesen ...

Entdeckungen auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck

Aufmerksamkeit erhalten bei Festivals die großen Namen, aber gute Festivals sind immer auch ein Ort der Entdeckungen. Und vor vier Jahren habe ich bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck die Hoffnung gehabt, eine Regisseurin „entdeckt“ zu haben. Aber ein guter Film macht noch keine Entdeckung – und so war ich nun sehr erfreut, dass Iram Haqs neuer Film nicht nur mit Pandora Film bereits einen deutschen Verleih hat, sondern nach der Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg auch bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck zu sehen war. What Will People Say? erzählt eine Geschichte, die recht bekannt klingt: Die in Norwegen aufgewachsene 16-jährige Nisha (Maria Mozhdah) wird von ihren aus Pakistan eingewanderten Eltern in deren Heimat geschickt, nachdem sie vermeintlich der Familie „Schande“ gebracht und sich mit einem Jungen eingelassen hat. Weiterlesen ...