Dem Hass begegnen

In letzter Zeit bemerke ich eine beunruhigende Tendenz an meinem Online-Verhalten: Bevor ich so manchen Tweet absende, überlege ich kurz, ob ich die Reaktionen ertrage, die er auslösen könnte. Wurde Twitter noch vor einigen Jahren als Plattform belächelt, auf der sich Leute über ihr Mittagessen unterhalten, ist sie heute sehr politisch. Sie erlaubt es, dass Menschen ohne Zugang zu professionellen Medien Inhalte und Meinungen posten. Im Grunde genommen ist das ein basisdemokratischer Traum – und noch dazu die Möglichkeit, seine eigene Wahrnehmung von der Welt stets zu hinterfragen und zu erweitern. Doch auf jede Meinungsäußerung, auf jeden Tweet kann auch Hass folgen. Weiterlesen ...

#bodyshame vs. #bodylove

Bei 65 Prozent aller Frauen ist die linke Brust größer als die rechte – ein Größenunterschied zwischen beiden Brüsten ist also eher die Regel als die Ausnahme. Die meisten Jugendlichen wissen nur nicht um solcherlei Fakten zum menschlichen Körper, beziehen ihr Wissen über Sexualität und Körperbilder eher auf visueller Ebene aus dem Netz. Laut einer aktuellen Studie kommen Jungen und Mädchen im Durchschnitt mit 12,7 Jahren zum ersten Mal in Kontakt mit pornografischen Inhalten. Auf Jungen kann sich das in Form von sexuellem Leistungsdruck auswirken, Mädchen hingegen entwickeln eher einen Perfektionsanspruch hinsichtlich ihres Körpers. Nur ein Beispiel dafür wie die vielen Bilder, denen wir tagtäglich… Weiterlesen ...

Das Ende des Zappens?

Sonntagabend. Mein Mann und ich haben gerade den Fernseher ausgeschaltet, als wir beide zu unseren Handys griffen und Twitter öffneten. Es gab gar keinen Anlass, einfach nur so. Und da mich meine eigene Nutzung der Sozialen Netzwerke gerade nervt, fiel es mir auf – und ich fragte mich, was ich eigentlich früher gemacht habe, als es noch kein Twitter gab. Entweder Videotext gelesen oder gezappt! Ziellos durchschalten, auf der Suche nach etwas, was mich interessiert. Oder bei dem ich hängenbleibe, obwohl ich es niemals bewusst einschalten würde. Ist das Zappen eine Kulturtechnik, die gerade verloren geht?
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Der wundervolle Scully-Effekt

Gefühlte Wahrheiten sind eine tückische Sache. Beispielsweise bin ich überzeugt, dass gerade Unterhaltungssendungen einen ungeheuren Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben. Gäbe es in jedem Fernsehfilm, jeder Fernsehshow, jeder Serie ganz selbstverständlich Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen, Männer und Kinder mit unterschiedlichen Körperformen, mit und ohne Behinderungen würde sie ganz natürlicher Teil unseres Alltags. Aber gefühlte Wahrheiten sind nicht belegt. Doch nun wurde eine diese Überzeugungen nachgewiesen: der sogenannte Scully-Effekt. Weiterlesen ...

Vereinsamen wir durch Netflix und Co?

So schön es ist, Serien und Filme über Streamingportale, wann und wo immer man möchte, zu schauen – meist ist man dabei allein. Früher sah man noch jeden Tag eine Folge GZSZ im Fernsehen, um sich am nächsten Tag auf dem Schulhof darüber auszutauschen. Heute twittern und snapchatten wir über Bachelor, GNTM und Co. Bisher überlassen die Fernsehsender den bereits etablierten sozialen Netzwerken das virtuelle Gemeinschaftserlebnis. Weiterlesen ...