Digitale Streitkultur. Welche Regeln brauchen wir?

Sommerforum und medius-Preisverleihung am 13. Juni 

Demokratie braucht Streit. Nur im offenen Diskurs können gegensätzliche Positionen sichtbar und Argumente ausgetauscht, begründet und abgewogen werden. Erst im Wettstreit der Argumente ist freie Meinungsbildung möglich. Leidenschaftliches Streiten ist in demokratischen Kontexten daher unabdingbar und sogar erwünscht  – sofern grundsätzlicher Konsens über die dabei geltenden Regeln besteht, d.h., dass der Streit fair geführt wird und die Rechte der jeweils Anderen gewahrt bleiben. Im digitalen Raum erleben wir derzeit oft das Gegenteil. In einem emotional aufgeladenen Schlagabtausch ist es gar nicht gewollt, auf andere Meinungen einzugehen oder sie gar abzuwägen. Vielmehr sollen die Anderen mundtot gemacht werden. Empörung und Abgrenzung statt Meinungsaustausch. Beleidigung und Diffamierung statt Diskussion.

Brauchen wir also eine neue Streitkultur, eigene Regeln für die Diskurse im digitalen Raum? Das Sommerforum Medienkompetenz möchte mit seinen Gästen darüber diskutieren, was eine gute digitale Streitkultur ausmacht, inwiefern technische Tools und Funktionen den Diskurs befeuern oder auch stören können und wie nicht nur jungen Nutzern sozialer Medien die Bedeutung von Meinungsvielfalt und produktivem Streit vermittelt werden kann.
Sommerforum Medienkompetenz 2019 "Digitale Streitkultur" Veranstaltung der mabb und FSF

PROGRAMM

17.00 Uhr Begrüßung durch:

Markus Beckedahl
(Gründer und Chefredakteur von netzpolitik.org, Partner bei newthinking communications GmbH, Gründer der re:publica und Mitglied im Medienrat der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg),

Claudia Mikat
(Geschäftsführerin FSF)

17.10 Uhr Input:

Dr. Christoph Neuberger
(Professor für Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt „Medienwandel“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

17.30 Uhr Talk mit:

Thore Barfuss
(Ressortleiter Community & Social bei WELT),

David Lanius
(Forum für Streitkultur),

Prof. Dr. Christoph Neuberger,

Dr. Nicole Rieber
(Berghof Foundation, Projekt Streitkultur 3.0.)

Veranstaltungsort:
ALEX Berlin
Rudolfstraße 1-8
(Eingang Ecke Ehrenbergstraße)

10245 Berlin

Alle weiteren Informationen rund um die Tagung, die vom Sender ALEX Berlin im Livestream übertragen wird, finden sich auf der Website der FSF.

Über Camilla Graubner

Camilla Graubner studierte Soziologie (Diplom) mit den Schwerpunkten Psychologie und Kommunikationswissenschaften an der TU Dresden. Sie war Projektleiterin bei der Jugendzeitschrift Spiesser (2000-2004) und arbeitete in verschiedenen Veranstaltungsagenturen, bevor sie 2004 an einer Privatschule in Costa Rica unterrichtete. Seit Mai 2005 ist Camilla Graubner bei der FSF. Sie verantwortet dort den Bereich Veranstaltungen und ist Mitglied der Redaktion der FSF-Zeitschrift tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien.

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