Der Arzt, dem die Insassen vertrauen

RTL startet mit einer neuen Arztserie. Ab dem 3. April 2014 wird jeden Donnerstag um 21.15 Uhr eine Episode der 6-teiligen Serie Der Knastarzt ausgestrahlt.

Dr. Tobias Falk muss ins Gefängnis, weil er einer todkranken alten Dame den Weg in die nächste Ebene ermöglicht hat. Schnell steht der Vorwurf der Sterbehilfe im Raum. Plötzlich erhält er auch noch das gesamte Erbe der alten Dame, somit liegt das Tatmotiv – Mord aus niederen Beweggründen – quasi auf dem Silbertablett. Fortan muss Mediziner Falk seine Tätigkeit auf die Räumlichkeiten der JVA Nord begrenzen. Dort allerdings wird er gebraucht, nicht in der Küche, sondern auf der dortigen Krankenstation.

Während die Serie im Grundtenor zwischen Heiterkeit und ernsteren Themen wechselt, ist sie dennoch als lockere Unterhaltung angelegt. Gleich zu Beginn greift Der Knastarzt ein sehr ernstes und aktuelles Tabuthema auf, welches in der Gesellschaft noch ausführlicher debattiert werden muss. Wann beginnt Sterbehilfe? Worin werden aktive, passive Sterbehilfe oder auch Beihilfe zur Selbsttötung und aktive Tötung unterschieden? Wie sieht die Gesetzeslage bei Beihilfe zur Sebsttötung aus?

In der Hauptrolle agiert Bernhard Piesk als Dr. Tobias Falk. Neben ihm sind Laura Osswald als anfänglich garstige Krankenschwester Anke Bruchhausen, Clelia Sarto als Gefängnisleiterin Katja Herwald, Michael Starkl als Schließer Hollerbach und Götz Argus als beratender Zellengenosse zu sehen. Falks Anwalt und gleichzeitig Freund Nico wird gespielt von Dominic Boeer. In den Folgeepisoden werden weitere namhafte Gastschauspieler wie z. B. Bert Tischendorf, Manuela Wisbeck, Daniel Aichinger, Arnel Taci und Karsten Speck vertreten sein.
Die Serie Der Knastarzt besetzt den früheren Sendeplatz der bis vor kurzem ausgestrahlten Arztserie Schmidt – Chaos auf Rezept.

Informationen zur Produktion

Als Kulisse konnte das ehemalige JVA-Gelände Ulmer Höh in Düsseldorf genutzt werden. Bis 2012 saßen dort noch zahlreiche Schwerverbrecher und Kleinkriminelle ein, z. B. der Serienmörder Peter Kürten, RAF-Terrorist Andreas Baader, die Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner, aber auch Prominente wie Martin Semmelrogge und Karsten Speck. In der Zeit zwischen 1892-1934 soll es dort sogar acht Hinrichtungen wegen Mordes gegeben haben. Allerdings wurde die Pilotsendung noch in einem stillgelegten Knast in Kassel gedreht. Dieser befindet sich zufälligerweise im Besitz des RTL-Anwalts Christopher Posch, der es sich nicht nehmen ließ, in der ersten Episode die Urteilsverkündung im Mord-/Sterbehilfeprozess einzusprechen. Während der Dreharbeiten für den Piloten dürfte die Crew erleben, wie es sich anfühlt im Knast zu sein, denn sie waren in diesem komfortablen Etablissement untergebracht. (Quelle RTL)

Die ersten drei Episoden der Arztserie wurden der FSF zur Prüfung vorgelegt und erhielten verschiedene Altersfreigaben zwischen ab 6 Jahren (Tagesprogramm) und bis zu ab 12 Jahren (Hauptabendprogramm). Details zur Bewertung sind in der ausführlichen ProgrammInfo von Der Knastarzt auf der FSF-Website abrufbar.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehprogramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern vorgelegt werden.

Über Sandra Marquardt

Sandra Marquardt hat 2010 ihr Magisterstudium in Filmwissenschaft und Publizistisk- und Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin abgeschlossen. Seit 2011 arbeitet sie als Onlineredakteurin bei der FSF.

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