Die FSK feiert ihren 70. Geburtstag

Selbstkontrollen im Umbruch
Am 18. Juli 1949 nahm die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ihre Arbeit auf und hat seither viele Skandale überlebt. Die Freigabe des Films Die Sünderin ab 18 Jahren führte 1951 vorübergehend zum Bruch mit der katholischen Kirche, Das Schweigen von Ingmar Bergman löste 1963 in konservativen Kreisen laute Proteste aus. All diese Angriffe und Veränderungen hat die FSK gut überstanden und damit einen Beweis dafür geliefert, dass die Selbstkontrolle ein funktionierendes Regulierungselement und eine brauchbare Alternative zu gesetzlichen Maßnahmen darstellt.
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„Ach Mama, du hast doch gar keine Ahnung“

Ich erinnere mich noch gut an die ein oder andere Diskussion mit meinen Eltern über mein Verhalten im Internet. Unsere Standpunkte sahen eigentlich immer gleich aus: „Ich möchte einfach nicht, dass du da auf irgendwelche gefährlichen Seiten gerätst, ich mach mir doch bloß Sorgen um dich!“, versus: „Ach Mama, du hast doch gar keine Ahnung. Ich kenn mich was das angeht besser aus als du!“ Darauf folgte dann meistens irgendeine Einschränkung seitens meiner Eltern oder sogar ein völliges Computerverbot. Weiterlesen ...

Humor – Leichtigkeit des Schmerzes

Es sammeln sich tausende unterschiedliche Filmzitate in den Untiefen des Webs. Doch am prägnantesten scheinen die humorvollen zu sein, denn sie sind anteilig die stärksten. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Humor und warum verehren wir dieses Humoreske so? "Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Otto Julius Bierbaums Ausspruch von 1909 ist wohl die treffendste Beschreibung für den von vielen als undefinierbar bezeichneten Ausdruck, denn er beweist Mut zur Lücke. Weiterlesen ...

Ein Rest Unsicherheit

Im Dezember 2015 haben die Ministerpräsidenten der Länder den Entwurf zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ratifiziert. Seitdem liegt er den Länderparlamenten zur Zustimmung vor. Erst nach dieser Zustimmung kann der Entwurf wie geplant am 1. Oktober 2016 in Kraft treten. Ein wesentlicher Bestandteil der Novellierung ist eine Erleichterung für die Zulassung von Jugendschutzprogrammen, die in Zukunft von den Selbstkontrollen anerkannt werden können und für die einige neue Entwicklungsmöglichkeiten – z.B. spezifische Lösungen für Apps oder Smart-TV – aufgezeigt werden. Im Editorial bemängelt Joachim von Gottberg, Chefredakteur der tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien, dass dringend notwendige Anpassungen im Jugendmedienschutz durch Diskussionen in Detailfragen verzögert werden. Weiterlesen ...

Neuer Puritanismus oder Verfahrensfehler?

Im liberalen Frankreich müssen zwar alle Filme einer Kommission (Commission de classification des œuvres cinématographiques) vorgelegt werden, um ein obligatorisches visa d’exploitation zu erhalten, aber es gilt der Grundsatz, dass alle Filme frei zugänglich sein sollen. Die Meinungsfreiheit wird hochgehalten, also kommt die deutliche Mehrheit der Filme ohne Altersbeschränkung ins Kino. Deshalb haben mich zwei Meldungen aus Frankreich neugierig gemacht. Im vorigen Jahr startete Gaspar Noés 3D-Film Love mit der Altersfreigabe ab 16 Jahren im Kino – wie Nymphomaniac I und Noés Irreversible –, dann wurde die Freigabe jedoch auf 18 Jahre erhöht. Weiterlesen ...