Reisen in Story-Welten

Die Berlinale Series Sektion wertet die Leistung der Drehbuchautoren auf. Es ist eine feine Sektion, die seit drei Jahren die Berlinale ergänzt und die Zeichen der Zeit erkannt hat. Sie schenkt der filmischen Erzählform ein öffentliches Forum, der die Zukunft gehört. Horizontale Erzählweise, ambivalente Charaktere, Komplexität und Experimente in Inszenierung und Gestaltung, das sind die Zauberworte der sogenannten Qualitätsserien, die eine grenzenlose Vielfalt an erzählerischen Möglichkeiten eröffnen. Serien sind die Romane der Gegenwart, nichts ist in diesem Format unmöglich. Weiterlesen ...

Illusionen von Gerechtigkeit – Die Westernwelt versinkt im Schlamm

Es ließen sich Bücher füllen über diesen Antiwestern Django aus dem Jahr 1966, der bis heute Regisseure auf der ganzen Welt beeinflusst. Django Unchained von Quentin Tarantino aus dem Jahr 2012 ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Gemeinsam mit anderen Vertretern des sogenannten Spaghettiwestern überführte Regisseur Sergio Corbucci das Genre in eine neue Zeit, emanzipierte es aus der patriotischen, reaktionären John-Wayne-Ideologie eines Sheriffs, der für Gerechtigkeit in rechtlosen Zeiten sorgen muss. In Django ist es der titelgebende Antiheld, der die systemimmanente strukturelle Gewalt nicht hinnimmt, der sich auflehnt gegen die Ausbeutung von entrechteten Mexikanern und Frauen, und auf seine – freilich überaus gewalttätige Art – für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Tele 5 zeigt den Klassiker von 1966 am kommenden Sonntag, 4. Februar, im Rahmen eines Westernabends um 22.30 Uhr. Und wir hatten ihn vorab in der Programmprüfung ... Weiterlesen ...

Ein Gewaltausbruch als Gesellschaftskritik

Erst ab 12, dann ab 16 – nun wieder ab 12 freigegeben. Die Prüfgeschichte von Falling Down – Ein ganz normaler Tag, der umstrittenen Erzählung des Amoklaufs eines Durchschnittsbürgers, ist bewegend. 1993 wurde von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren verfügt. Diese Entscheidung wurde kurze Zeit später durch ein Appelationsverfahren auf eine Altersfreigabe ab 16 Jahren gesetzt. Und nun wird der Film heute im Hauptabendprogramm bei kabel eins – für Zuschauer ab 12 Jahren – gezeigt. Christiane Radeke gibt uns einen Einblick in die Prüfgeschichte des Filmklassikers. Weiterlesen ...

Ironie und Popkultur

Der US-amerikanische Spielfilm Irgendwann in Mexiko aus dem Jahr 2003 schließt die El Mariachi-Trilogie ab. Regisseur Roberto Rodriguez liefert mit der überdreht und opulent inszenierten Actionkomödie ein wahres Feuerwerk an Zitaten und filmgeschichtlichen Querverweisen, an ironischen Brechungen und parodistischem Klamauk. Gewalttaten sind dabei auf eine ebenso beiläufige wie humorvoll überzogen inszenierte Art ein zentraler Bestandteil der Handlung und sollen zur Unterhaltung gereichen, was die bewegte Vorgeschichte im Rahmen des Jugendschutzes erklärt. Christiane Radeke über die FSF-geprüfte Actionkomödie, die heute, 21.15 Uhr auf Sky Cinema Action/HD ausgestrahlt wird. Weiterlesen ...

Im Dickicht der True-Crime-Formate

True-Crime-Reality Formate schwemmen in nicht unbeträchtlichem Ausmaß ins deutsche Fernsehen und landen damit auch verstärkt in den Prüfausschüssen der FSF. Mittlerweile haben sich narrative und visuelle Stile und Traditionen in diesem Genre herausgebildet, die zugespitzt oder präziser formuliert stereotype und oft auch klischeebeladene Bilder festschreiben. Meistens handelt es sich um ein Unterhaltungsformat, dass seine besondere „Würze“ aus dem Realismusgehalt der geschilderten Verbrechen bezieht, oft bebildert durch suggestive Reenactmentszenen. Warum die heute auf sixx startende Crime-Doku Surviving Evil – Im Angesicht des Bösen (Staffel 03) eine kleine Überraschung im Dickicht der True-Crime-Formate darstellt, schildert Christiane Radeke. Weiterlesen ...