Die Banalität des Bösen

Die italienische Mafiaserie Il Cacciatore – The Hunter in der FSF-Programmprüfung
Letzte Woche – am 4. April – startete MagentaTV mit der Ausstrahlung der italienischen Mafiaserie Il Cacciatore – The Hunter, die auf der 2008 veröffentlichen Autobiografie des italienischen Richters Alfonso Sabella beruht. Die Ereignisse spielen Anfang der 1990er-Jahre, das Zeitkolorit ist sorgfältig und liebevoll gestaltet, gleichwohl wirkt hier nichts altbacken oder zeitlich weit entfernt. Die Auswirkungen reichen bis heute, das Thema ist aktueller denn je.
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Im Dickicht der Realität

Europäische Qualitätsserie als Welturaufführungen auf der Berlinale 2019
Die Seriensektion der diesjährigen Berlinale eröffnet mit einem gelungenen Coup. Die großartig besetzte und originelle Thrillerserie Hanna mischt einen Coming of Age Plot in das Agenten-Sujet und etabliert das übergreifende Thema dieses Jahres. Die Welt der Gegenwart als gewalttätiger Ort, an dem sich die Bewohner den Weg durch das Dickicht der Realität bahnen müssen. In Hanna ist das wörtlich zu nehmen, denn das Mädchen mit diesem Namen wurde von ihrem Vater, einem ehemaligen Geheimdienstagenten, fernab der Menschen und der Zivilisation im Wald aufgezogen.
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Reisen in Story-Welten

Die Berlinale Series Sektion wertet die Leistung der Drehbuchautoren auf. Es ist eine feine Sektion, die seit drei Jahren die Berlinale ergänzt und die Zeichen der Zeit erkannt hat. Sie schenkt der filmischen Erzählform ein öffentliches Forum, der die Zukunft gehört. Horizontale Erzählweise, ambivalente Charaktere, Komplexität und Experimente in Inszenierung und Gestaltung, das sind die Zauberworte der sogenannten Qualitätsserien, die eine grenzenlose Vielfalt an erzählerischen Möglichkeiten eröffnen. Serien sind die Romane der Gegenwart, nichts ist in diesem Format unmöglich. Weiterlesen ...

Illusionen von Gerechtigkeit – Die Westernwelt versinkt im Schlamm

Es ließen sich Bücher füllen über diesen Antiwestern Django aus dem Jahr 1966, der bis heute Regisseure auf der ganzen Welt beeinflusst. Django Unchained von Quentin Tarantino aus dem Jahr 2012 ist dabei nur ein Beispiel von vielen. Gemeinsam mit anderen Vertretern des sogenannten Spaghettiwestern überführte Regisseur Sergio Corbucci das Genre in eine neue Zeit, emanzipierte es aus der patriotischen, reaktionären John-Wayne-Ideologie eines Sheriffs, der für Gerechtigkeit in rechtlosen Zeiten sorgen muss. In Django ist es der titelgebende Antiheld, der die systemimmanente strukturelle Gewalt nicht hinnimmt, der sich auflehnt gegen die Ausbeutung von entrechteten Mexikanern und Frauen, und auf seine – freilich überaus gewalttätige Art – für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Tele 5 zeigt den Klassiker von 1966 am kommenden Sonntag, 4. Februar, im Rahmen eines Westernabends um 22.30 Uhr. Und wir hatten ihn vorab in der Programmprüfung ... Weiterlesen ...

Ein Gewaltausbruch als Gesellschaftskritik

Erst ab 12, dann ab 16 – nun wieder ab 12 freigegeben. Die Prüfgeschichte von Falling Down – Ein ganz normaler Tag, der umstrittenen Erzählung des Amoklaufs eines Durchschnittsbürgers, ist bewegend. 1993 wurde von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren verfügt. Diese Entscheidung wurde kurze Zeit später durch ein Appelationsverfahren auf eine Altersfreigabe ab 16 Jahren gesetzt. Und nun wird der Film heute im Hauptabendprogramm bei kabel eins – für Zuschauer ab 12 Jahren – gezeigt. Christiane Radeke gibt uns einen Einblick in die Prüfgeschichte des Filmklassikers. Weiterlesen ...