Neu: tv diskurs 2/2018 MEDIALE AUFMERKSAMKEIT

Wenn wir so aussehen und uns so verhalten wie alle anderen in unserer Gruppe auch, bleiben wir bestenfalls Mittelmaß. Wer besonders sein und etwas erreichen will, muss auffallen, sich in irgendeiner Weise von den anderen abheben.
Eine besondere Bedeutung haben Aufmerksamkeitsstrategien im Wirtschaftsleben. Je mehr Marken es gibt, deren Qualitätsunterschiede immer geringer werden, desto wichtiger ist es, durch eine besondere Form des Marketings auf sich aufmerksam zu machen. Fernsehsender und soziale Netzwerke haben inzwischen eine Währung entwickelt, durch die Aufmerksamkeitserzeugung in Geld umgerechnet werden kann: die Einschaltquoten, die Klicks oder die Likes.
Das Bedürfnis, aufzufallen und sich von anderen abzuheben, bestimmt heute mehr denn je unser Leben, sei es privat, sei es beruflich. Wer einen Job haben will, für den sich auch viele andere Menschen beworben haben, hat das gleiche Problem wie ein Politiker, Schauspieler oder Fernsehsender: Wer sich nicht von seinen Konkurrenten abhebt und auffällt, wird keinen Erfolg haben. Die Medien, auch das klassische Theater, nutzten oft das Tabu der Nacktheit, durch dessen Übertretung Aufmerksamkeit gewiss war. Aber alle Reize nutzen sich irgendwann ab. tv diskurs stellt unterschiedliche Strategien vor und fragt, welche Folgen dies für die Entwicklung unserer Gesellschaft haben kann: Müssen wir uns auf eine weitere Eskalation einstellen oder schaffen wir es, dies kulturell zu bändigen? Fällt man vielleicht eines Tages dadurch auf, dass man normal ist?

tv diskurs 2/2018 MECDIALE AUFMERKSAMKEIT  © FSF

tv diskurs 2/2018 MEDIALE AUFMERKSAMKEIT © FSF

EDITORIAL

INTERNATIONAL
Von Freundschaft, Nähe zu den Eltern und der ersten großen Liebe
Barbara Felsmann

Bewährtes System nach niederländischem Vorbild
Islands Jugendmedienschutz vertraut auf das NICAM-Modell
Jens Dehn

FILMFREIGABEN
Filmfreigaben im Vergleich

PÄDAGOGIK
Medieneinsatz zu Bildungszwecken
Neues Urheberrecht sorgt für klarere Regelungen
Oliver Castendyk

Heranwachsen mit digitalen Medien – ein neuer Sozialisationstypus?
Perspektiven auf Kindheit und Jugend heute
Daniel Hajok 

„Prävention vor sexueller Gewalterfahrung darf keine Sexualprävention werden!“
Uwe Sielert

Aufmerksamkeit als Währung
Georg Franck

Wandel der Öffentlichkeit
Aufmerksamkeitsstrategien im Wechselspiel von Medien und Politik
Werner C. Barg

„Ohne ein Ethos der Aufmerksamkeit entwickeln sich Gesellschaften nicht weiter.“
Winfried Kluth

Sagen, was ist. Die Neuen Rechten und die Medien
Simone Neteler

Warum Nackte uns anziehen
Essayistische Erklärungsversuche
Jens Förster, Manfred Nussbaum

„Ich brauche keinen Undercut!“
Über den Selbstversuch, Influencer zu werden
Francesco Giammarco

Kolumne: Diese elf Gedanken zum Thema „Aufmerksamkeit“ werden Ihr Leben verändern
Michael Ebmeyer 

WISSENSCHAFT
Das Porträt: Stephan Packard
Alexander Grau

MEDIENLEXIKON

DISKURS
Unsere fremde Verwandtschaft
Tobias Hürter

„Unsere Öffentlichkeit ist bedroht wie selten zuvor!“
Bernhard Pörksen

Über Medien spricht man nicht
Ergebnisse der aktuellen FIM-Studie
Tilmann P. Gangloff

RECHT
Urteil: Schwedisches Alkoholwerbeverbot für zwei britische Sender unvereinbar mit der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL)

LITERATUR

DAS LETZTE WORT

Filmquiz: vier Bilder – ein Film

Über tv diskurs

Die Fachzeitschrift tv diskurs – Verantwortung in audiovisuellen Medien informiert wissenschaftlich, pointiert und verständlich über aktuelle Entwicklungen im Bereich des Jugendschutzes, der Medienforschung und der Medienpädagogik. Sie erscheint viermal im Jahr und bietet ein Forum für unterschiedliche Positionen. Es werden nicht nur aktuelle Entwicklungen im Medien- und Jugendschutzbereich aufgegriffen, sondern auch grundlegende, philosophische Fragestellungen diskutiert.

25. April 2018 von tv diskurs
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