JIM-Studie 2019 veröffentlicht

Seit mehr als zwei Jahrzehnten untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) den Medienalltag von Jugendlichen in Deutschland. Nun liegen die Ergebnisse für das Jahr 2019 vor. Welche Medienangebote sind bei Heranwachsenden im Alter zwölf bis 19 Jahren besonders beliebt und welche neuen Mediennutzungsentwicklungen lassen sich erkennen? Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der Studie mal zusammengefasst.

 

Von Smartphone bis Smart-TV – Jugendliche verfügen über vielfältige Medienausstattung

Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung von 1.200 Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in ganz Deutschland im Zeitraum Mai bis August 2019 zeigen, dass Jugendliche heutzutage mit einer großen Bandbreite an Mediengeräten aufwachsen. In praktisch allen Familien sind Smartphones, Computer und/oder Laptops sowie WLAN verfügbar. Neben der klassischen Ausstattung wie Fernseher und Radio sind auch immer mehr Familienhaushalte mit stationären Spielkonsolen, Smart-TV´s und Tablets ausgestattet. 97 Prozent, und damit fast alle Jugendlichen, besitzen ein eigenes Smartphone, das als „Alleskönner“ einen wichtigen Platz in der täglichen Mediennutzung einnimmt. Über das Smartphone gehen die Jugendlichen am häufigsten ins Internet, wodurch die Internetnutzung insgesamt immer mobiler wird.

Collage mit vielen bunten Inhalten zu Medienanbietern; Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mediale Nutzungsentwicklungen 2019

Im Bereich des Videostreamings zeigt sich, dass die Altersgruppe zwölf bis 19 Jahren zwar nach wie vor regelmäßig Onlinevideos schaut (84%), die Nutzung insgesamt jedoch etwas rückläufig ist. Ein Rückgang ist außerdem bei der Nutzung von gedruckten Büchern zu verzeichnen. Hingegen nimmt die Nutzung von digitalen Spielen weiter zu.

50 Prozent der Jugendlichen schauen klassisches, lineares Fernsehen. Dabei bleibt ProSieben wie auch im Vorjahr der beliebteste Fernsehsender. Im Onlinebereich werden Filme, Serien und Videos vor allem auf Netflix und YouTube geschaut. Hingegen werden audiovisuelle Angebote in Mediatheken verschiedener Sender wenig bis kaum genutzt.

Im Jahr 2019 schätzten die Jugendlichen ihre tägliche Internetnutzungsdauer auf etwa 205 Minuten pro Tag, wobei Jungen etwas mehr Zeit online verbringen als Mädchen. Zudem zeigt sich, dass die Nutzungsdauer mit dem Alter ansteigt.

 

YouTube bleibt beliebtestes Internetangebot

Wie auch im Jahr 2018 benennen die befragten Jugendlichen YouTube als liebstes Internetangebot. Dabei geht es jedoch nicht nur um Unterhaltung: YouTube wird auch verstärkt als relevante Informationsquelle benannt und als solche regelmäßig genutzt.

WhatsApp gilt hingegen als wichtigste App unter den Zwölf- bis 19-Jährigen. Unterhaltung und Kommunikation sind demnach, wie auch schon im Jahr zuvor, wesentliche Gründe der Internetnutzung.

 

Schattenseiten der ständigen Onlinepräsenz

Die starke und regelmäßige Internetnutzung der Jugendlichen hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Entsprechend gaben 21 Prozent der Altersgruppe zwölf bis 19 Jahren an, dass schon einmal falsche oder beleidigende Inhalte über die eigene Person im Onlinebereich verbreitet wurden. Hierbei zeigt sich, dass vor allem ältere Jugendliche eher und stärker betroffen sind als jüngere. Auch Cybermobbing ist unter Jugendlichen ein aktuelles und bekanntes Thema. 31 Prozent hat selbst schon indirekte Mobbingerfahrungen im Bekanntenkreis mitbekommen. Neben Beleidigungen sehen sich Jugendliche im Internet auch verstärkt mit Hassreden und Hasskommentaren konfrontiert. Am häufigsten werden dabei extreme politische Ansichten genannt oder auch Fake News und beleidigende Kommentare. Die Ergebnisse zeigen, dass Hass im Netz kein Ausnahmefall ist, sondern in der Onlineaktivität von Jugendlichen leider zur Realität geworden ist.

 

Quellen

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest:

Hier geht es zu weiteren Blogbeiträgen der FSF, die sich mit Ergebnissen früherer JIM-Studien des mpfs beschäftigen.

Über Lena Wandner

Lena Wandner studierte Kommunikationswissenschaft und Romanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, bevor sie ihren Master in Kinder- und Jugendmedien an der Universität Erfurt begann. Ihr Interesse gilt insbesondere der Medienwirkungsforschung und dem Jugendmedienschutz, weswegen sie sich auch für ein Praktikum bei der FSF entschied, zeitweise als freie Blogautorin arbeitete und seit März 2020 als studentische Hilfskraft für uns tätig ist.

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