„Wie kann ich helfen?“

Am 6. März gibt es zwar keinen Staffel-Neustart der Serie Grey‘s Anatomy, dafür läuft aber die brandneue Krankenhausserie New Amsterdam an. In den USA konnte New Amsterdam bereits seit September letzten Jahres um die 5 Millionen NBC-Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern, jetzt sollen auch die deutschen Couchpotatoes mit dem Serienfieber infiziert werden.

Der charmante Doktor Max Goodwin wird als neuer ärztlicher Direktor an das New Amsterdam Hospital geholt und stellt prompt alles auf den Kopf: so feuert er als erste Amtshandlung die halbe Belegschaft und das übrig gebliebene Personal verblüfft er mit der simplen Frage „Wie kann ich helfen?“. Von nun an soll das Wohl der Patientinnen und Patienten wieder im Vordergrund stehen. An seiner Seite hat er die selbstbewusste und hartnäckige Leiterin der Notaufnahme Lauren Bloome (Janet Montgomery) und den empathischen Leiter der Psychiatrie Iggy Frome (Tyler Labine). Der Krankenhausvorstand ist von den Neuerungen „wenig begeistert“, denn Max‘ Idealismus sprengt den finanziellen Rahmen des Krankenhauses. Auch im Privatleben fängt sich Max mit seiner Leidenschaft für die Arbeit nur Ärger ein, schließlich bleibt dadurch wenig Zeit für seine schwangere Freundin Georgia. Neben diesem Rahmenkonflikt begleiten wir das Personal durch den alltäglichen Krankenhaus-Dschungel und lernen vermeintliche mit dem Ebola-Virus infizierte Terroristen, „unsichtbare“ Patienten oder auch den Umgang mit einer hochschwangeren Straftäterin kennen.

Die Rolle des Weltverbesserers und etwas naiven Optimisten steht Ryan Eggold alias Max Goodwin aber auch wirklich gut. Manche kennen ihn vielleicht aus der Fernsehserie 90210, in der er den engagierten Lehrer Ryan Matthews spielt, oder aus The Blacklist, oder aus BlacKkKlansman, usw.

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Bildnachweis: New Amsterdam, Ausstrahlungsstart: 06.03.2019, 20:15 Uhr, VOX/TV NOW | Fotos: TVNOW / (c) 2018 Universal Television LLC. ALL RIGHTS RESERVED

 

Was sich nach einer klassischen Krankenhausserie anhört, beruht doch auf einer wahren Hintergrundgeschichte, die das Drehbuch in ein gesellschaftskritischeres Licht setzt. Die Story basiert auf dem Buch Tvelve Patients – Life and Death at Bellevue Hospital von Dr. Eric Manheimer, der seine Erfahrungen als ärztlicher Direktor am ältesten öffentlichen Hospital der Vereinigten Staaten verschriftlichte. Seit 1736 steht das Krankenhaus in der internationalen Stadt New York und bot daher schon immer den unterschiedlichsten Menschen einen Zufluchtsort, wie Dr. Eric Manheimer im Interview erzählt. Er arbeitete dort von 1997 bis 2012 und beschreibt bewegende Geschichten von Patientinnen und Patienten und prägende Ereignisse wie beispielsweise 9/11. Als „medical director“ müsse man alle Funktionen und Bereiche überblicken und die Zusammenarbeit fördern, erklärt Manheimer; so bekomme man auch Einblicke in die Welt, in andere Länder und Kulturen. Die Intention hinter dem Buch ist für ihn vor allem die Thematisierung von den komplizierten politischen, sozialen und ökonomischen Problemen der USA, die sich auf die Umsetzung von optimaler Gesundheitsversorgung maßgeblich auswirken.

Link zum Interview mit Dr. Eric Manheimer bei YouTube
Link zu einem weiteren Interview mit Dr. Eric Manheimer bei YouTube

Ob die Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem auch wirklich hängen bleibt oder sich ausschließlich in der Figur des Protagonisten manifestiert, wird sich zeigen. Fakt ist jedoch, dass es in New Amsterdam nicht langweilig werden wird. VOX strahlt die 22 Episoden starke erste Staffel von New Amsterdam ab heute Abend, 20.15 Uhr, in Doppelfolgen aus.

 

FSF: freigegeben ab ..?

FSF: freigegeben ab 12 Jahren | Hauptabendprogramm © FSF

In der Krankenhausserie New Amsterdam kehrt mit dem neuen Direktor Dr. Max Goodwin frischer Wind ein. Fortan soll sich alles ausschließlich um das Wohle der Patienten drehen.
Der Fokus der Dramaserie liegt auf dem positiven und voller Tatendrang sprühenden Protagonisten Max. Die meist gelöste Grundstimmung wird durch ärztliche Einsätze unterbrochen, bei denen jedoch kaum Verletzungsdetails oder Schmerzen zu sehen sind. Vereinzelte explizite Krankenbilder werden kurz gehalten und verbleiben in einem plakativen – nicht nachhaltig ängstigenden – Kontext. Den Patienten wird einfühlsam geholfen und die Handlungsstränge enden klischeenah glücklich. Distanzierungsmöglichkeiten ergeben sich durch die Vielzahl an ruhigen Gesprächssituationen. Insgesamt bietet die alltagsfern inszenierte Ärztegesellschaft kaum Identifikationsfiguren für ein jüngeres Publikum. Die Story und die damit gezeigten Bilder bleiben durchgehend auf bzw. sogar unter dem für das Hauptabendprogramm üblichen Niveau, sodass keine nachhaltigen Beeinträchtigungen für die Zuschauergruppe ab 12 Jahren vermutet werden.

 

Zu weiteren ProgrammInfos auf der FSF-Website geht es hier.

Pay-TV-Anbieter oder Streamingdienste können eine Jugendschutzsperre aktivieren, die von den Zuschauern mit der Eingabe einer Jugendschutz-PIN freigeschaltet werden muss. Somit gelten die üblichen Sendezeitbeschränkungen und Schnittauflagen nicht. Weitere Informationen zu Vorschriften und Anforderungen an digitale Vorsperren als Alternative zur Vergabe von Sendezeitbeschränkungen sind im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (§ 5 Abs. 3 Nr. 1; § 9 Abs. 2 JMStV) sowie in der Jugendschutzsatzung der Landesmedienanstalten (§ 2 bis § 5 JSS) zu finden.”

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehprogramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern und externen Antragstellern vorgelegt werden.

Über Chiara Swenson

Chiara Swenson ist Studentin der Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie der Psychologie. Vor ihrem Studium besuchte sie eine Kunstschule in Leipzig und lernte die Grundlagen des Kommunikationsdesigns, der Fotografie und Malerei. Anschließend absolvierte sie ein Praktikum im Bereich Bild- und Onlineredaktion. Ihr Interesse gilt vor allem der visuellen Kommunikation und der Medienwirkungsforschung.

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