Das Joshua-Profil96 Hours im digitalen Zeitalter

Max Rhode ist erfolgloser Schriftsteller und gesetzestreu – also nicht unbedingt Material für einen packenden Thriller. Das ändert sich, als sich das Leben des Protagonisten plötzlich auf den Kopf stellt. Auf seinem Laptop wird Kinderpornografie gefunden, bei ihm wird eingebrochen und seine Tochter Jola wird mit sogenannten K.-o.-Tropfen überwältigt.

Dann sieht er sich in Verbindung mit einem Programm, das behauptet, Verbrechen vorhersagen zu können, bevor sie geschehen. In der Realität sind solche Programme längst gang und gäbe. Im Thriller Das Joshua-Profil muss sich das Programm namens Joshua allerdings erst beweisen. Als das kinderpornografische Material auf Max Rhodes Laptop auftaucht, stellt er den perfekten Vorzeigefall für das Programm dar. Das Pre-Crime-Softwareprogramm entlarvt den Familienvater als perfektes Objekt, um die Funktionalität des Systems unter Beweis zu stellen. Ein scheinbar gesetzestreuer Bürger soll dank der Vorhersagekraft des Programms von einer schrecklichen Straftat abgehalten werden.

Als Rhodes Pflegetochter Jola auf der gemeinsamen Flucht vor der Polizei entführt wird, beginnt eine heiße Hetzjagd durch Berlin. Max Bruder Cosmo, alkoholkrank und leicht zurückgeblieben, eine zunächst unbekannte Frau und Rhodes pfiffiger und reicher Anwalt „Toffi“ (Armin Rohde, der dem Hauptdarsteller seinen Nachnamen überließ) treten einen Kampf gegen die Zeit an, um der Polizei Max‘ Unschuld zu beweisen und Jola zu retten. Doch um sie zu finden, verwickelt sich der Protagonist schnell im Netz des Verbrechens. Wenn er nicht selbst zum „Täter“ wird, bleibt er das Opfer. Einen Zwischenweg scheint es nicht zu geben, denn das Team hinter dem Programm Joshua will in jedem Fall sicherstellen, dass die Vorhersage ihres Systems akkurat funktioniert und er ein Krimineller ist. Rhode realisiert letztendlich, dass er erst der Vergangenheit auf die Schliche kommen muss, um die Gegenwart verstehen zu können.

Die Inspiration des Autors

Der deutsche Thriller ist eine von zwei neuen RTL-Verfilmungen der Bücher von Sebastian Fitzek. Fitzek ist Berliner und hatte 2016 den europäischen Preis für Kriminalliteratur gewonnen. Der Autor selbst ist im Film Das Joshua-Profil zu Anfang als Inhaber einer Bibliothek zu sehen, der den Autor Max Rhode vorstellt. Die Inspiration hinter der Geschichte liegt auf der Hand. Der Protagonist Max Rhode und Sebastian Fitzek teilen sich nicht nur die gleiche Profession als Thriller-Autoren, sondern auch gewisse Erlebnisse, die der Job mit sich bringt. Fitzek berichtet in einem Interview mit RTL, dass er bereits über das Vorgehen des Bundeskriminalamtes rätselte, wenn denen seine höchst fragwürdigen Suchverläufe im Internet nach „nicht nachweisbarem Gift“ oder „Überlebenschancen nach Bauchschuss“ unterkommen.

Die Thematik des Vaters, der auf der action-geladenen Suche nach seiner Tochter ist und gegen das Gesetz handelt, erinnert auch ein wenig an den Actionthriller 96 Hours. Trotz schwerer Thematik von Pädophilie bis Kindesentführung bietet der Thriller Das Joshua-Profil eine leichte Unterhaltung, denn die Charaktere weisen wenig Komplexität auf und die Gewalt- und Spannungsspitzen finden in einem überschaubaren und vorhersehbaren Rahmen statt.

Das Joshua-Profil wird Karfreitag um 20.15 Uhr bei RTL ausgestrahlt.

FSF: freigegeben ab 12 Jahren | Hauptabendprogramm © FSF

FSF: freigeben ab …
Die konstruierte Story enthält auf der Bildebene keine Szenen, die das im Hauptabendprogramm übliche Maß an gezeigten Gewaltdarstellungen überschreiten und ab 12-Jährige überfordern könnten. Es gibt wenige Gewaltspitzen, die sind jedoch kurz und nicht drastisch ausgespielt. Inhaltlich mutet der Film der Altersgruppe einiges zu, denn es geht um Pädophilie und Kindesentführung. Eine klare Gut-Böse-Zeichnung der Charaktere und das Happy End tragen maßgeblich zur Entlastung bei. Die deutliche Fiktionalität und Alltagsferne der Filmgeschichte mit ihren verschiedenen Erzählsträngen ist von ab 12-Jährigen bereits zu durchschauen. Der Thriller wird für das Hauptabendprogramm freigegeben.

Diese und weitere ProgrammInfos auf der FSF-Website gibt es hier.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehpramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern vorgelegt werden.

Über Tabea Henning

Tabea Henning ist Studentin der Politikwissenschaft, Psychologie und Medien und Kommunikationswissenschaften an der Martin-Luther-Universität in Halle. Als Praktikantin der FSF nutzte sie jede Möglichkeit, ihrer Leidenschaft fürs Schreiben nachzukommen. Dieser Leidenschaft konnte sie nach ihrem Abitur bereits während mehrerer Praktika in Deutschland und Kolumbien nachgehen. Auch im Hinblick auf die Zukunft sieht sie sich in einem journalistischen Umfeld.

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