Ewig Spiel von Licht und Dunkelheit

Die Sonne hat an Kraft verloren, die Tage werden kürzer und manches Gemüt leidet womöglich unter der leichten Melancholie des Herbstes. Zwar ist der Sommer nun wahrlich vorbei und die lange Zeit des Wartens beginnt, doch seien wir ein wenig zuversichtlich, was die nächsten Monate angeht, denn das Gleichgewicht wird möglicherweise wieder hergestellt werden und das Licht zurückkommen!

Die Galaxie scheint sich verändert zu haben und doch auch wieder nicht. 30 Jahre nach den Geschehnissen um den Zerfall des Imperiums und die Vernichtung Darth Vaders keimte damals Zuversicht, dass das Böse bezwungen worden sei. Doch aus den Überresten jenes Imperiums formierte sich die Neue Ordnung. An ihrer Spitze befinden sich üble Gestalten, auferstanden aus der Asche ihrer Vorgänger, gestärkt durch ein Streben nach Gewalt – durch die sie die Philosophie des Lichts zerstören wollen und die Jedi bereits eliminiert scheinen–, will die dunkle Seite der Macht schlussendlich die gesamte Galaxie unterwerfen.

Sie schaffen Orte der Tristesse, in denen die Bewohner nur noch leise bis keine Hoffnung in den geheimen Untergrund setzen und einer dieser Bewohner ist die junge Rey (Daisy Ridley). Als Kind zurückgelassen auf einem Wüstenplanet ist sie zu einem Leben verbannt, das aus Warten und dem Ausschlachten alten Weltraumschrotts für kümmerlichen Lohn besteht. Erst durch das mysteriöse Auftauchen des Droiden BB-8, der ein Geheimnis bei sich trägt und dem Chaos, das er hinter sich herzieht, wirbelt der Staub die alten Trümmer auf und Rey mitten hinein in einen Sturm, dessen Ausmaße sie nicht hätte erträumen können. Geschichten, die bereits zu Legenden degradiert worden sind, erwachen zu neuem Leben und als sich dann auch noch der ominöse Ex-Storm Trooper Finn (John Boyega) mitten in diese Geschichte drängt und eine Schnittstelle zum Untergrund darzustellen scheint, läutet dies ein widerstrebendes Eintauchen in ferne Galaxien für Rey ein.

Getrieben aus unterschiedlichen Beweggründen reichen sich hier neue und alte Charaktere die Hände und erwecken Sehnsüchte, die zuvor unbekannt schienen. Altruismus trifft auf Egoismus und die Trennlinie aus Gut und Böse wird ein ums andere Mal mit starken Tauen von links nach rechts über den Abgrund gezogen, bis am Ende womöglich nur noch schwer Spuren zu erkennen sind, die einen Weg hinaus aus der Dunkelheit weisen könnten. Und in allem ist immer wieder die Handschrift der vergangenen sechs Episoden erkennbar. Jener so eigene Humor, der die Tragik überdauert und den Heldenepos zugänglich macht, erzählt von einer neuen Ära, dessen Ausmaß sich so langsam erahnen lässt.

Während der vergangenen Episoden konnte dieses Weltraummärchen um Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo gegen einen der bis heute kultigsten aller Bösewichte mit ihrer liebevoll-abenteuerlichen Umschreibung ferner Galaxien bereits ganze Generationen geeint für das Format schwärmen lassen. Und die nun siebte Episode und Auftakt einer dritten Trilogie möchte an jene Nostalgie anknüpfen.

Um sich in der Geschichte zu verlieren, ist es nicht unbedingt notwendig die vorherigen Teile gesehen zu haben, um allerdings all die versteckten kleinen Details und Hommagen erkennen zu können, ist es aber vielleicht noch um so schöner, gewisse Aspekte zu kennen. Die Möglichkeit dazu wird uns gegeben: Sky Hits strahlt momentan bis zum 23. Oktober 2016 alle Filme aus dieser Reihe aus.

Star Wars: Das Erwachen der Macht wird zuerst am Sonntag, 16. Oktober 2016, um 20.15 Uhr bei Sky Cinema laufen sowie parallel auf Sky Hits; eine Wiederholung erfolgt am 20. Oktober um 20.15 Uhr auf Sky Hits. Dieses neueste Stück aus der Kollaboration zwischen George Lucas, J.J. Abrams und Disney leutet nicht nur eine neue Ära für das Star Wars-Franchise im 21. Jahrhundert ein, auch verstecken sich im Film selbst der ein oder andere Star aus ebenfalls bekannten Actionreihen der jüngsten Jahre. Unter Umständen könnte ein wachsamer Zuschauer also vielleicht sogar einen Daniel Craig alias James Bond im Film entdecken.

FSF ab 12 Jahren Tagesprogramm

FSF: Freigegeben ab …

Die meisten bisherigen Filme aus der Reihe wurden für ein Publikum ab 6 oder ab 12 Jahren in Verbindung mit der Ausstrahlung im Tagesprogramm freigegeben. Es wird angenommen, dass jüngeren Zuschauern die Inhalte der Star Wars-Saga, die Erzählweise und die Figuren bekannt sind. Die Protagonisten folgen einer klaren Gut-Böse-Zuordnung. Identifikationsfiguren werden von den positiv besetzten Protagonisten repräsentiert und transportierten moralische Tugenden wie Solidarität, Freundschaft und Zusammenhalt – dies kann auch von jüngeren Kindern gut erfasst werden und wirkt entlastend gegenüber zahlreicher aufregender Passagen. Actionszenen wechseln sich mit ruhigen oder humorvollen Sequenzen ab, wohingegen die dramatischen Szenen ganz ohne Gewaltspitzen oder erschreckende Details auskommen. Das Geschehen bleibt immer deutlich im fantastischen Rahmen der Science-Fiction-Erzählung – jüngeren Kindern werden somit wenig Anknüpfungspunkte an ihre eigene Lebensrealität geboten. Insgesamt sind keine nachhaltigen Beeinträchtigungen auf jüngere Zuschauer unter 12 Jahren anzunehmen, einer Tagesplatzierung konnte zugestimmt werden

Zur dieser und weiteren ProgrammInfos auf der FSF-Website geht es hier.

Bitte beachten Sie: Bei den Altersfreigaben handelt es sich nicht um pädagogische Empfehlungen, sondern um die Angabe der Altersstufe, für die ein Programm nach Einschätzung der Prüferinnen und Prüfer keine entwicklungsbeeinträchtigenden Wirkungsrisiken mehr bedeutet.

Mehr Informationen zur Programmprüfung erhalten Sie auf unserer Website. Dort veröffentlichen wir jede Woche neue ProgrammInfos zum aktuellen Fernsehpramm. Auch diese Auswahl stellt keine Empfehlung dar, sondern zeigt einen Querschnitt der Programme, die den Prüfausschüssen der FSF von den Mitgliedssendern vorgelegt werden.

Über Tabea Dunemann

Tabea studierte Theaterwissenschaft und Ethnologie an der Universität Leipzig. Dank wohlgesonnener Professoren konnte sie außerdem viele andere Disziplinen erkunden und war unter anderem lange Zeit für das Studentenradio mephisto 97.6 tätig. Neben freiberuflichen Arbeiten im Texter-Bereich arbeitet sie seit Herbst 2018 in der FSF, u.a. als Redakteurin für tv diskurs.

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