Meine eigenen vier Lernwände – Teil 2

Angebote für Eltern und Lehrkräfte

Information, Aufklärung, Tipps & Empfehlungen

 

– Eine Zusammenarbeit von Lea Gangloff, Lena Wandner und Sandra Marquardt 

 

So wie viele Erwachsene ihre Arbeit von zu Hause erledigen können, ist das auch für Schülerinnen und Schüler möglich. Im ersten Blogeintrag der neuen Beitragsreihe Meine eigenen vier Lernwände haben wir bereits auf digitale Lernangebote hingewiesen, mit denen Kinder und Jugendliche einfach und nebenher neues Wissen erlangen oder eingestaubtes Wissen auffrischen können. Heute setzen wir die Reihe fort und beschäftigen uns speziell mit Eltern und Lehrkräften und den Möglichkeiten, den pädagogischen Bezug nicht zu verlieren.

 

Eltern und Lehrende in den eigenen vier Lernwänden

Wochenlang nicht die Schule zu besuchen bedeutet, ähnlich wie bei den Sommerferien, dass vieles wieder in Vergessenheit gerät. Und offiziell sind ja auch keine Ferien. Deshalb gilt: Keine Ausreden, gelernt wird weiterhin. Viele Schulen verteilen haufenweise Hausaufgaben, die dann online eingereicht werden sollen.
Welche Möglichkeiten gibt es denn als Eltern, den Kindern pädagogisch zur Seite zu stehen und zu kontrollieren, ob sie sich mit „vernünftigen“ Inhalten auseinandersetzen? Und wie können Lehrerinnen und Lehrer den Kontakt zu ihren Klassen halten und dafür sorgen, dass nicht alle gelernten Inhalte verloren gehen? Für beide Parteien werden heute Plattformen vorgestellt, die Orientierung und hoffentlich auch Freude am Lernen bieten. Dazu zählen auch kind- und jugendgerechte Informationsquellen, sich über das aktuelle Geschehen zu informieren.

Leeres Klassenzimmer älteren Datums mit freiem Mittelgang, links und rechts je eine Reihe Schulbänke/Stühle und mittig am Kopfende des Raumes befinden sich Lehrertisch und grüne Tafel. Rechts an der Wand hängt eine Landkarte; Photo by Ivan Aleksic on Unsplash

Photo by Ivan Aleksic on Unsplash

 

Elternguide.online – Der Online-Ratgeber rund um das Thema Medienerziehung

Das Kooperationsprojekt Elternguide.online ist ein Angebot, das Eltern hinsichtlich des Medienumgangs in der Familie und ihrer Medienerziehung unterstützt. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), Klicksafe, dem Deutschen Kinderhilfswerk, der Kindersuchmaschine FragFinn sowie dem JFF mit Unterstützung von Facebook. Der Elternguide.online stellt Eltern nützliche und altersspezifische Informationen rund um Themen wie Social Media, Smartphones oder auch verschiedene Apps bereit. Zudem erhalten Eltern einen Überblick über aktuelle mediale Trends und Phänomene wie beispielsweise Social-Media-Challenges oder beliebte Influencer/-innen und YouTuber/-innen, die von Kindern oft als neue Idole und Vorbilder wahrgenommen werden. Die Seite informiert über sichere Webseiten, Suchmaschinen und  Apps für Kinder und Jugendliche und hilft Eltern dabei, den Medienumgang ihrer Kinder sicher und medienkompetent zu begleiten.

Gerade in der aktuellen Situation nimmt die Mediennutzung einen wesentlichen Bestandteil im Alltag von Familien ein. Digitale Lernangebote ermöglichen Kindern und Jugendlichen trotz Schulausfall Inhalte zu vertiefen und beschäftigt zu bleiben. Der Elternguide hat dazu im Beitrag Schule und Kita zu! Was nun? verschiedene Tipps zum Lernen von zu Hause veröffentlicht. Eltern bekommen dabei Informationen zu Nachhilfe im Internet, Lernpodcasts oder auch audiovisuellen Erklär- und Lernmaterialien. Darüber hinaus geht der Elternguide auch auf das aktuelle Phänomen der zunehmenden Falschmeldungen im Rahmen der Corona-Krise ein. So erfahren Eltern im Beitrag: Alles Fake? Falschmeldungen  erkennen wie sie mit ihren Kindern über das Thema (Corona) Fake News sprechen können und welche Tipps es gibt, um Falschmeldungen zu entlarven.

 

Anton – spielerisches Lernen in der Klasse

Eine weitere Lernplattform ist die App Anton, die speziell auf Schulklassen ausgerichtet ist. Im Prinzip findet sich ein Kurs hier im virtuellen Klassenzimmer zusammen: Bei der kostenlosen Registrierung wird angegeben, ob man sich als Schüler/-in oder Lehrende/-r anmeldet und welche Schule man besucht. So können Gruppen erstellt werden und die Lehrperson kann den Schulkindern Aufgaben erteilen. In den Fächern Mathe und Deutsch können Aufgaben von der ersten bis zur zehnten Klasse ausgewählt werden, außerdem kann in den Fächern Biologie, Sachunterricht, Musik und Deutsch als Zweitsprache geübt werden. Im Anschluss erstellt das Programm Aufgaben, die durch Ausfüllen eines Lückentextes oder Auswählen der richtigen Antwortoption gelöst werden müssen. Nach jeder gelösten Aufgabe gibt die App eine Rückmeldung, ob die Antwort richtig oder falsch war, sodass durch die spielerische Gestaltung fast schon in Vergessenheit geraten könnte, dass man sich gerade mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen beschäftigt.

Auf einem Tisch befinden sich Schulbuch, Hefte, elektronisches Tablet und Smartphone zur Anfertigung von Hausaufgaben; Bild von Liane Kwoll auf Pixabay

Bild von Liane Kwoll auf Pixabay

In den erstellten Klassen („Gruppen“) können Lehrkräfte Fächereinheiten hinterlegen und die Aufgaben für eine bestimmte Woche datieren. So können wochenweise Aufgaben vergeben werden, deren Erledigung sich die Schüler selbstständig einteilen können. Die App kann sowohl am Computer als auch am Tablet oder Smartphone genutzt werden. Ein schöner Nebeneffekt: Durch das Erstellen einer „Gruppe“ wird weiterhin als Klasse gelernt und die Schülerinnen und Schüler fühlen sich so vielleicht zu Hause weniger abgeschottet.

In jedem Fall bietet die Plattform Anton Lehrpersonen eine gute Möglichkeit, der Klasse weiterhin Aufgaben zu stellen und in den Zeiten der geschlossenen Schulen den Bezug zueinander nicht zu verlieren. Und als Schülerin oder Schüler hat man konkrete Aufgaben zu erfüllen und kann nach einer erledigten Lektion mit gutem Gewissen auf dem Sofa entspannen.

 

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Die vorgestellten Angebote sind nur exemplarisch herausgegriffen. Zusätzlich bieten wir hier noch eine umfangreiche Linkliste mit weiteren digitalen Lern-, Informations- und Unterhaltungsformaten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird jedoch in der kommenden Zeit aktualisiert und erweitert.

 

Quellen:

Zuletzt abgerufen am 27. März  2020

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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