Meine eigenen vier Lernwände

Teil 1 – Angebote für Kinder und Jugendliche

 

– Eine Zusammenarbeit von Lea Gangloff, Lena Wandner und Sandra Marquardt 

 

Momentan leben wohl die meisten Menschen fernab vom Alltag: Wer das Glück hat, nach wie vor arbeiten zu können, soll das – nach Möglichkeit – von zuhause aus tun. Dieser Vorsatz gilt nicht nur für Erwachsene, die ihrem Beruf nachgehen, sondern auch für Kinder. Auch, wenn das viele Kinder wahrscheinlich doof finden: Bildung findet nicht nur im Klassenzimmer statt. Auch der Unterricht kann nach Hause verlegt werden. Damit Eltern und Lehrpersonen weiterhin dafür sorgen können, dass der Lernprozess ihrer Kinder und Schülerschaft anhält, gibt es diverse Angebote im Fernsehen und im Internet.

In unserer kleinen Beitragsreihe (vorerst sind zwei Teile geplant, aber man weiß ja nie …): Meine eigenen vier Lernwände wollen wir aktuelle Lern- und Lehrangebote sowie nützliche Informationsseiten vorstellen, die live im Fernsehen, in den Mediatheken der Sender oder auf anderen digitalen Plattformen zur Verfügung gestellt werden. Im heutigen Beitrag geht es um Lern- und Informationsinhalte, die speziell für Kinder und Jugendliche ausgelegt sind.

 

Schule im Kinderzimmer

Schulfrei außerhalb der regulären Ferien – das haben wir uns doch alle während unserer Schulzeit gewünscht. Dass es jetzt tatsächlich Millionen von Schülerinnen und Schülern so ergeht, stellt uns alle vor ganz neuen Herausforderungen. Eltern, die von zuhause aus arbeiten können, müssen jetzt parallel zur Arbeit für ihre Kinder sorgen. Nicht selten werden Kinder dann einfach vor den Fernseher oder das Tablet gesetzt: Das Kind hat Beschäftigung und freut sich darüber, auch mal vormittags Medien konsumieren zu dürfen, und die Eltern können in Ruhe arbeiten. Der Haken an der ganzen Situation: Alle Kinder und Jugendlichen verpassen jetzt wochenlang den Schulunterricht, der sich nicht von allein nachholt. Deshalb müssen viele Schulkinder jetzt Aufgaben im heimischen Kinderzimmer erledigen und sich selbstständig weiterbilden. Wäre es da nicht praktisch, das Fernsehen und digitale Angebote zu Bildungszwecken statt der reinen Beschäftigung wegen zu nutzen?

Lächelndes Mädchen sitzend vor einem Laptop - vor einer mit Formeln überfrachteten Tafel: Sinnbild für positives Lernen; Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Das virtuelle Klassenzimmer

Dass jetzt vermehrt für die Bildung gesorgt werden muss, das dachten sich auch die Fernsehsender und stellten kurzerhand ihr Programm um. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die laut Rundfunkstaatsvertrag einen Bildungsauftrag erfüllen müssen, strahlen vor allem vormittags vermehrt Wissensmagazine aus. Diese sind auch online in den Mediatheken auffindbar, sodass jeder Haushalt flexibel entscheiden kann, wann was gelernt wird.

Virtuelles Klassenzimmer ist eine Initiative des ZDF, dank derer Kinder und Jugendliche Lerninhalte abrufen können. Aufgeteilt in die Altersstufen gibt es kompaktes Wissen für die Vorschule, die Grundschule, die Unterstufe sowie die Mittel- und Oberstufe. Für die letzteren beiden sind die Sendungen in Themenbereiche unterteilt, die an die Schulfächer angelehnt sind: Geschichte, Gesellschaftskunde und Politik, Naturwissenschaften und so weiter; hier bleibt kaum ein Feld unbeachtet. Beim Thema Erdkunde finden sich beispielsweise Dokumentationen von Terra X, in denen verschiedenste Kontinente und Länder erforscht werden. Während für die Vorschule hauptsächlich animierte Kindersendungen gezeigt werden, gibt es für die Grund- und Unterstufe Inhalte von ZDFtivi, worin unter anderem das Klima, die Demokratie und das Internet erklärt werden.

Es finden sich also für jede Altersstufe Bildungsinhalte, die Kinder und Jugendliche selbstständig abrufen und sich breit gefächert von zuhause aus bilden können.

 

mussteWissen – Erklär- und Lernvideos auf YouTube

Auch auf der beliebten Videoplattform YouTube tummeln sich verschiedene Angebote, die das Online-Lernen erleichtern und dabei gleichzeitig sogar Unterhaltungsfaktor haben. Der Kanal musstewissen macht´s vor. Der noch recht junge YouTube-Kanal ist ein Angebot von funk und gliedert sich in mehrere Unterkanäle, die je ein konkretes Schulfach behandeln. Abgedeckt werden die Schulfächer: Deutsch, Mathematik, Geschichte, Physik und Chemie, beginnend von der achten Klasse bis zum Abitur.

Pro Fach gibt es eine/n bestimmte/n Expertin/Experten. Dabei handelt es sich um junge Menschen, die zum einen nicht nur das von ihnen thematisierte Schulfach studiert haben, sondern auch Talent fürs Erklären mitbringen. Da ist zum Beispiel Lisa, die nebenher als Journalistin und freie Autorin arbeitet. Sie ist die Expertin im Bereich musstewissen Deutsch. In ihren Videos erklärt sie beispielsweise verschiedene Literaturepochen und gibt Tipps für gute Erörterungen und Interpretationen.

Jede Woche wird auf jedem der Unterkanäle ein neues Video publiziert. Die Inhalte sind dabei auf die Lehrpläne der verschiedenen Bundesländer und Schulformen abgestimmt. Neben dem Stoff aus Lehrbüchern geben die Expertinnen und Experten auf musstewissen Schülerinnen und Schülern nützliche Tipps zur Gestaltung von Referaten, Hausarbeiten oder der Klausurvorbereitung. Egal wie trocken und kompliziert ein Thema vielleicht auch sein kann, mit Humor und veranschaulichenden Beispielen macht so auch das Lernen im eigenen Kinderzimmer Spaß.

Comicbild mit einem hustenden Menschen und herumfliegenden lila Viren; Symbolbild zum Coronavirus; Bild von badafest auf Pixabay
Bild von badafest auf Pixabay

Und was ist mit Corona?

Was ist Corona und ist es für mich gefährlich? Auch Kinder und Jugendliche bekommen die aktuellen Debatten im Zuge der Corona-Krise mit und stellen Fragen. Auf YouTube sind Videos im Trend, die über das Virus berichten und informieren. Da aktuell immer wieder Falschmeldungen kursieren, die gerade Jüngere verunsichern können, sind Angebote wichtig, die mit Fake News und Gerüchten aufräumen und Kindern und Jugendlichen die aktuelle Situation anschaulich und vor allem transparent erklären. Auf dem Wissenskanal MisterWissen2Go bekommen Heranwachsende Antworten und Informationen. Der Account wird von Mirko Drotschmann geführt, der die Figur hinter MrWissen2Go verkörpert.

Der Journalist und Produzent führt ebenfalls auf musstewissen den Fächerbereich Geschichte. Auf seinem Hauptkanal MrWissen2Go thematisiert er aktuelle, aber auch historische Ereignisse aus Deutschland und dem internationalen Weltgeschehen. Das Ziel dahinter: informieren und Interesse wecken. Zurzeit werden durch hohe Nachfrage vermehrt Videos rund um das Corona-Virus veröffentlicht, die über das Thema berichten und gerade unter jungen Zuschauenden der Verbreitung von Falschinformationen entgegenwirken sollen. Einklicken lohnt sich!

… to be continued

***

Die vorgestellten Angebote sind nur exemplarisch herausgegriffen. Zusätzlich bieten wir hier noch eine ausführliche Linkliste mit weiteren digitalen Lern-, Informations- und Unterhaltungsformaten für Kinder und Jugendliche. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird jedoch in der kommenden Zeit aktualisiert und erweitert.

 

Quellen:

Zuletzt abgerufen am 24. März  2020

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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