Im Dickicht der True-Crime-Formate

True-Crime-Reality Formate schwemmen in nicht unbeträchtlichem Ausmaß ins deutsche Fernsehen und landen damit auch verstärkt in den Prüfausschüssen der FSF. Mittlerweile haben sich narrative und visuelle Stile und Traditionen in diesem Genre herausgebildet, die zugespitzt oder präziser formuliert stereotype und oft auch klischeebeladene Bilder festschreiben. Meistens handelt es sich um ein Unterhaltungsformat, dass seine besondere „Würze“ aus dem Realismusgehalt der geschilderten Verbrechen bezieht, oft bebildert durch suggestive Reenactmentszenen. Warum die heute auf sixx startende Crime-Doku Surviving Evil – Im Angesicht des Bösen (Staffel 03) eine kleine Überraschung im Dickicht der True-Crime-Formate darstellt, schildert Christiane Radeke. Weiterlesen ...

Vier Fäuste gegen die Apokalypse

Stirb langsam. Die Hard. Was gibt es da noch zu sagen? Fünf Filme umfasst die Serie mittlerweile, quasi das Vermächtnis von Bruce Willis – sollte er jemals nicht mehr in der Lage sein, in brennende Häuser zu rennen, Lastwagen mit Anhänger durch Großstadtverkehr während der Rushhour zu manövrieren – mit verbundenen Augen rückwärtsfahrend versteht sich – oder ohne Fallschirm aus Helikoptern zu springen. Obwohl, selbst im Rollstuhl und mit Sauerstoffflasche im Hackenporsche würde er noch zäher sein, als du es jemals sein kannst. ProSieben präsentiert Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben zur Primetime in deutscher Erstausstrahlung. Weiterlesen ...

Kill Bill: Vol. 1 – „Gewaltporno“ oder postmoderne Kunst?

Über Kill Bill: Vol. 1 (2003) wurde in den letzten Jahren immer wieder viel geschrieben, sich dabei wirklich ein einigermaßen sachliches Urteil bilden zu können, scheint gerade bei diesem Film aber schwer, da er wie kaum ein anderer v.a. auch Jugendschützer immer wieder polarisiert hat. Hört man die Fans (die es selbstverständlich auch unter den FSF-Prüferinnen und FSF-Prüfern gibt!), dann drängt sich der Eindruck auf, es hier mit einem epochalen postmodernen Filmkunstwerk zu tun zu haben, welches Gewalt und Gewaltlösungen überaus wirkungsvoll und beeindruckend zu dekonstruieren vermag. Hört man indes auf die sehr kritischen Stimmen, dann hat man mitunter auch heute noch das Gefühl, dass der Film ein einziger „Gewaltporno“ ist, der jede sinnvolle moralische Orientierung zu negieren scheint und gewaltbefürwortend oder sogar gewaltverherrlichend wirkt. Weiterlesen ...

Informieren und Orientieren

Der Jugendmedienschutz der Zukunft braucht neue Ideen. Die Bedeutung der Medien im Sozialisationsprozess von Kindern und Jugendlichen wächst ständig. Vor allem das Internet bietet nahezu unbegrenzten Zugang zu Darstellungen, in denen jegliche Grenze im Hinblick auf Gewalt, die Wahrung der Menschenwürde oder von gesellschaftlichen Konventionen überschritten werden. Kinofilme, DVDs oder auch das Fernsehprogramm sind einer aufwendigen Kontrolle durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) oder durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) unterworfen. Die gesetzliche Kontrolle des Netzes ist dagegen durch die Flut der Angebote und die bestehende Rückzugsmöglichkeit für deutsche Anbieter verbotener Inhalte ins Ausland stark eingeschränkt. Jürgen Hilse war seit 1985 in verschiedenen jugendschützerischen Institutionen tätig. Nun hat er sich in den Ruhestand verabschiedet. tv diskurs sprach mit ihm über die Zukunft des Jugendmedienschutzes. Weiterlesen ...