Release MEDIENRADAR

Vorstellung der neuen Lernplattform MEDIENRADAR am 6. November

Wie Heranwachsende Wirklichkeit und Normalität erleben und wie sie soziale Zusammenhänge bewerten, wird wesentlich auch durch Medien geprägt. In ihr Geschichtsbild und Politikverständnis fließen Eindrücke aus Dokumentationen, Spielfilmen oder Nachrichtensendungen ein. Die Verwendung von Sprache ist stark mit jugendkulturellen Trends und musikalischen Präferenzen verknüpft, die in Videoclips oder Magazinen aufgegriffen werden. Und was als gelungene Kommunikation, verbale Ausgrenzung oder Diskriminierung wahrgenommen wird, hängt ganz erheblich mit medial vermittelter Kommunikation in Talkshows, Podcasts oder in sozialen Medien zusammen.

Die Medien präsentieren die verschiedensten, teils widersprüchlichen Werthaltungen. Es bleibt den Nutzerinnen und Nutzern überlassen, aus der Vielfalt auszuwählen, Eindrücke zu ordnen und in ihr eigenes Wertesystem zu integrieren. Diese Reflexionskompetenz, die Fähigkeit mediale Einflüsse wahrzunehmen und auf Wahrheitsgehalt und Plausibilität hin zu überprüfen, wird im sogenannten postfaktischen Zeitalter der Fake News immer wichtiger.

Für Bildungszusammenhänge bedeutet das: Aktuelle Medienthemen und die dahinterstehenden Wertfragen müssen stärker einbezogen werden. Wesentlich ist dabei, zur Reflexion von Inhalten anzuregen und Ordnung und Orientierung anzubieten. Die Multimedia-Plattform MEDIENRADAR will Lehrende darin unterstützen.

 

Screenshot Ausschnitt MEDIENRADADR © FSF
Screenshot Ausschnitt MEDIENRADAR © FSF

Idee und Inhalte

Als medienpädagogisches Internetportal, das sich an Fachkräfte in der schulischen und außerschulischen Bildung richtet, basiert der MEDIENRADAR auf der Grundidee, aktuelle Medienthemen, die die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen unmittelbar berühren, ansprechend aufzubereiten und Lehrenden Material anzubieten, das einfach und flexibel einsetzbar ist.

Zu jedem Thema sind Hintergrundwissen, Lehrmaterialien und Mediensammlungen in Dossiers zusammengefasst. Zur Veröffentlichung des Portals am 6. November 2020 werden folgende Dossierthemen geboten:

  • Gangsta Rap – Zwischen Inszenierung und Street Credibility
  • Ethnische Diversität in den Medien
  • Hate Speech
  • Jugendmedienschutz und Medienkompetenzvermittlung

Die Dossiers bündeln Artikel aus Fachzeitschriften, Essays und Experteninterviews sowie zahlreiche Medienbeispiele in Form von Texten, Videos oder Radio-Features.

Medienkompetenz ermöglicht Medienreflexion

Der Fokus auf das Diskursive stellt das Besondere an der Auswahl und Aufbereitung der Inhalte dar. Alle Themen sind facettenreich oder streitbar, bilden gesellschaftliche Debatten ab und eröffnen unterschiedliche Perspektiven. So kommen neben Wissenschaftlern auch Kunstschaffende selbst zu Wort, Beispiele in Dossiers sind so angelegt, dass auch individuelle Unterschiede in der Wahrnehmung und andere Einflussfaktoren für die Wirkung von Medien deutlich werden und diskutiert werden können.

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Bildergalerie mit Screenshots vom MEDIENRADAR; Ausschnitte unterschiedlicher Kategorien und Inhalte © FSF

Was wird geboten?

Für Lehrende bietet das Portal eine Fülle an Inhalten, Anschauungsmaterial und Anregungen für die Verwendung der verschiedenen Angebote. Neben der thematischen Strukturierung durch die Dossiers kann das Portal auch nach Fächerverbindung durchsucht werden, da die Einzelinhalte mit verschiedenen Lehrplananforderungen der Bundesländer verknüpft sind. Eine weitere Gliederung erfolgt nach Zielgruppen – zum Start des Portals sind dies die Klassenstufen 7/8, 9/10 und 11/12. Sofern das Angebot angenommen wird und sich entsprechende Partnerinnen und Partner finden, ist eine Erweiterung auf die Arbeit mit Vor- und Grundschulkinder vorgesehen. Das Lehrmaterial enthält Aufgaben-Sets mit kompletten Unterrichtseinheiten, einzelne Arbeitsblätter mit Anregungen für Hausaufgaben und Homeschooling sowie Präsentationen und Lernvideos. Unter Extras wird außerdem ein Glossar geboten und ein Methodenkoffer befindet sich in Planung.

Im MEDIENBAROMETER finden Kinder Gehör

Eine feste Kategorie ist das MEDIENBAROMETER mit Statements von Kindern und Jugendlichen zu ihrer Sicht auf Medien und auf die Themen der Dossiers: Sehen die Heranwachsenden ihre Interessen in den Medien hinreichend vertreten? Sind Jugendschutzmaßnahmen aus ihrer Sicht sinnvoll? Wann ist ein Rapper oder eine Influencerin für sie authentisch, was empfinden sie als Hate Speech und wie bereiten sie eigene Posts vor? Die im Rahmen der gleichnamigen Videofilmreihe entstandenen Statements sollen ständig erweitert werden. Eine Online-Variante mit virtueller Videokabine und Abstimmungstool, die es einem breiteren Personenkreis ermöglicht, sich zu beteiligen, ist in Planung.

Logos zum Projekt MEDIENRADAR aller Beteiligter

 

Das Projekt wird weiter ausgebaut

Der MEDIENRADAR ist ein Projekt der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF). Der Aufbau des Angebotes wurde durch die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gefördert, die sich bei einzelnen Dossiers zukünftig auch inhaltlich beteiligt. Weitere Partnerinnen und Partner sind die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und das JFF –Institut für Medienpädagogik in Theorie und Praxis. Besonderer Dank geht auch an das Medienprojekt Wuppertal, an die Schülerinnen und Schüler der Else- Lasker-Schüler-Gesamtschule, dem Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium, dem Ganztagsgymnasium Johannes Rau und der städtischen Gesamtschule Langerfeld.

Ziel ist es, das Netzwerk auszubauen und weitere Partnerinnen und Partner für das Portal zu gewinnen. Organisationen, die über fundiertes Material verfügen und ihre (Lebenswelt-)Themen mit Medienbeispielen versehen und für Bildungsprozesse nutzbar machen möchten, sind eingeladen, sich an die FSF zu wenden. (E-Mail an die Redaktion)

Video-Statements

Im Vorfeld der Veröffentlichung unseres Medienbildungsportals haben wir uns umgehört und Stimmen zu digitaler Bildung in der Schule gesammelt. Sie sind auf unseren Social-Media-Kanälen unter #medienradar abrufbar:

Release

Am 6. November 2020, ab 14 Uhr, geht der MEDIENRADAR online – coronabedingt nicht wie geplant im Rahmen eines realen Netzwerktreffens, sondern als Podiumsdiskussion im Livestream bei ALEX Berlin mit Einspielern. Danach ist das Angebot abrufbar unter medienradar.de.

Programmablauf Release Vorstellung Multimedia-Plattform MEDIENRADAR bei ALEX Berlin am 06.11.2020 ab 14 Uhr

Weiterführende Informationen zur Release-Veranstaltung: fsf.de

 

Über FSF

Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) ist ein gemeinnütziger Verein privater Fernsehanbieter in Deutschland. Ziel der FSF ist es, einerseits durch eine Programmbegutachtung den Jugendschutzbelangen im Fernsehen gerecht zu werden und andererseits durch Publikationen, Veranstaltungen und medienpädagogische Aktivitäten den bewussteren Umgang mit dem Medium Fernsehen zu fördern. Seit April 1994 lassen die Vereinsmitglieder ihre Programme bei der FSF prüfen, seit August 2003 arbeitet die FSF als anerkannte Selbstkontrolle im Rahmen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV).

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